Volleyball-EM: Deutschland scheitert im Viertelfinale klar an Polen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie deutschen Volleyballer sind bei der Europameisterschaft im Viertelfinale am Titelverteidiger Polen gescheitert und unterlagen in Sofia mit 0:3 (23:25, 17:25, 17:25).
Deutschland hält zunächst mit
Erik Röhrs war mit zwölf Punkten der beste deutsche Angreifer. Bundestrainer Massimo Botti setzte auf dieselbe Startaufstellung wie beim Comeback-Sieg gegen Bulgarien.
Der erste Satz verlief zunächst ausgeglichen. Nach einem Netzfehler und einem Angriff ins Aus geriet Deutschland beim Stand von 6:9 erstmals deutlicher in Rückstand, blieb aber durch eine engagierte Leistung in Reichweite.
Polen entscheidet den Auftakt knapp
Tobias Brand verkürzte mit einer Angriffsaktion noch einmal auf 22:23. Ein Aufschlag von Röhrs ins Aus brachte Polen anschließend den Satzgewinn.
Im zweiten Durchgang war der Europameister überlegen. Deutschland erzwang zwar lange Ballwechsel, ließ aber mehrere Chancen liegen. Nach einem Aufschlagfehler von Jan Zimmermann führte Polen 20:12 und gewann den Satz deutlich.
Keine erneute Aufholjagd
Röhrs setzte im dritten Satz mit einem Ass und druckvollen Angriffen Akzente. Anders als im Achtelfinale gegen Bulgarien leitete die gute Phase jedoch keine Wende ein.
Der polnische Aufschlagdruck nahm zu, Wilfredo Leon brachte den Titelverteidiger mit 18:16 in Führung. Deutschland konnte den Abstand danach nicht mehr verkürzen und schied aus. Bei 14 der vergangenen 15 großen Turniere holten die Polen eine Medaille; Deutschland war zuletzt 2017 ins EM-Halbfinale eingezogen.
Polen bleibt Europas Maßstab
Das Viertelfinale bestätigt die besondere Stellung Polens im europäischen Männer-Volleyball. Der Titelverteidiger hat sich bei 14 der vergangenen 15 großen Turniere eine Medaille gesichert und verfügt damit über eine außergewöhnliche Konstanz auf höchstem Niveau. Für Deutschland war die Aufgabe deshalb nicht nur sportlich anspruchsvoll, sondern auch ein Test gegen eine Mannschaft, die Fehler konsequent bestraft.
Der deutsche Weg bis ins Viertelfinale verlief dennoch erfolgreich. Nach mehreren Ausfällen gelang gegen Bulgarien ein Comeback von 0:2 zum 3:2. Diese Aufholjagd zeigte, dass das Team von Massimo Botti auch unter schwierigen Bedingungen konkurrenzfähig sein kann. Gegen Polen reichte der Kampfgeist jedoch nicht aus, weil der Gegner den Aufschlagdruck erhöhte und Deutschland seine Chancen im Angriff nicht konstant nutzte.
Was das Ergebnis für den DVV bedeutet
Der Einzug in die Runde der letzten acht ist ein Fortschritt gegenüber dem Abschneiden bei mehreren jüngeren Turnieren, ersetzt aber nicht den nächsten Entwicklungsschritt. Zuletzt hatte Deutschland 2017 ein EM-Halbfinale erreicht. Für die Spieler bedeutet das Ausscheiden vor allem, dass die Mannschaft gegen die europäische Spitze phasenweise mithalten, ein Spiel über drei Sätze aber noch nicht stabil kontrollieren kann.
Für Volleyballfans in Deutschland bleibt damit eine gemischte Bilanz: Das Team hat trotz personeller Rückschläge das Viertelfinale erreicht, trifft dort aber auf die Grenzen, die gegen den amtierenden Europameister sichtbar werden. Die nächsten Aufgaben liegen in der Stabilisierung des Kaders und darin, die Leistung aus engen Satzphasen gegen Topteams über längere Strecken zu halten.
