Ski-Weltcup, Emma Aicher

Ski-Weltcup in Sölden: Aicher fordert Shiffrin heraus

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Am Rettenbachferner beginnt an diesem Wochenende die alpine Weltcup-Saison. Neben den Seriensiegern Shiffrin und Odermatt rückt vor allem Emma Aicher in den Mittelpunkt, während mehrere Topstars fehlen.

Rennkalender und Personalien im Weltcup

  • Die Frauen starten am Samstag, die Männer am Sonntag jeweils mit einem Riesenslalom in Sölden.
  • Der Weltcup macht im Januar Station in Adelboden, Wengen und Kitzbühel mit den Hahnenkamm-Rennen vom 22. bis 24. Januar.
  • Die Frauen treten am 28. und 29. Dezember erstmals zu Riesenslalom und Slalom in Gosau an.
  • Herausforderin und Dominatorin: Emma Aicher (l.) mit Mikaela Shiffrin. (Archivbild) - Bild: Marco Trovati/AP/dpa
  • Trophäensammler: Marco Odermatt ist seit Jahren das Maß der Dinge bei den Männern. (Archivbild) - Bild: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa
  • Soll den Weltverband aus der Krise führen: Der neue Präsident Alexander Ospelt. (Archivbild) - Bild: Darko Vojinovic/AP/dpa
Herausforderin und Dominatorin: Emma Aicher (l.) mit Mikaela Shiffrin. (Archivbild) - Bild: Marco Trovati/AP/dpa Trophäensammler: Marco Odermatt ist seit Jahren das Maß der Dinge bei den Männern. (Archivbild) - Bild: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa Soll den Weltverband aus der Krise führen: Der neue Präsident Alexander Ospelt. (Archivbild) - Bild: Darko Vojinovic/AP/dpa

Alpiner Weltcup startet in Sölden

Auf dem Rettenbachferner in Sölden beginnt an diesem Wochenende die neue Ski-Saison mit den ersten Weltcuppunkten. Die Frauen fahren am Samstag, die Männer am Sonntag jeweils einen Riesenslalom, im Mittelpunkt stehen die Favoriten Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt sowie die deutsche Hoffnung Emma Aicher.

Shiffrin und Odermatt bleiben die Maßstäbe

Shiffrin geht als Seriensiegerin und prägende Figur des Frauenfeldes in den Winter. Die 31 Jahre alte US-Amerikanerin hat angekündigt, weniger Slalom und dafür mehr Riesenslalom und Super-G zu bestreiten.

Bei den Männern peilt Odermatt nach fünf Gesamtweltcup-Siegen in Serie erneut den Spitzenplatz an. Seine im August erlittene Muskelverletzung sei auskuriert. Der für Brasilien startende Lucas Pinheiro Braathen sieht dennoch erstmals eine realistische Chance, den Schweizer in der Gesamtwertung herauszufordern.

Aicher trägt deutsche Hoffnungen

Aicher gewann im vergangenen Winter zwei Olympia-Silbermedaillen und drei Weltcuprennen. Hinzu kamen sechs weitere Podestplätze, wodurch die 22-Jährige fast den Gesamtweltcup gewann.

Zum deutschen Aufgebot gehören auch die Slalom-Spezialisten Lena Dürr und Linus Straßer. Im Riesenslalom sollen Fabian Gratz, Anton Grammel und Alexander Schmid für konkurrenzfähige Ergebnisse sorgen, während der DSV im Speed-Bereich noch Abstand zur Weltspitze hat.

Mehrere Stars fehlen verletzt

Lindsey Vonn steht nach ihrem schweren Sturz bei Olympia vor einer weiteren Operation und wird in dieser Saison voraussichtlich nicht starten. Sofia Goggia kämpft mit zwei Virusinfektionen, Federica Brignone fehlt in Sölden wegen gesundheitlicher Probleme.

Bei den Männern fällt Aleksander Aamodt Kilde mit einem Achillessehnenriss länger aus. Cyprien Sarrazin arbeitet weiter an seinem Comeback, Marcel Hirscher fehlt wegen der Folgen eines Kreuzbandrisses, will in diesem Winter aber noch Rennen bestreiten.

WM in Crans-Montana als Saisonhöhepunkt

Zu den traditionellen Stationen zählen die Nachtslaloms in Madonna di Campiglio und Schladming sowie die Klassiker in Adelboden, Wengen und Kitzbühel. Die Hahnenkamm-Rennen finden vom 22. bis 24. Januar statt.

Die Weltmeisterschaft in Crans-Montana wird vom 1. bis 14. Februar ausgetragen. Für deutsche Fans folgen die Weltcup-Wochenenden in Garmisch-Partenkirchen am 20. und 21. Februar bei den Männern sowie am 27. und 28. Februar bei den Frauen.

Gosau und neue FIS-Führung

Die Frauen bestreiten am 28. und 29. Dezember erstmals Riesenslalom und Slalom in Gosau. Auch an der Spitze des Weltverbands FIS gibt es eine Veränderung.

Der Liechtensteiner Alexander Ospelt setzte sich im Juni gegen den bisherigen Präsidenten Johan Eliasch durch. Er soll den Verband aus der Krise führen; der Deutsche Skiverband verbindet mit der neuen Führung Hoffnungen auf mehr Transparenz und bessere Kommunikation.

Der alpine Weltcup startet erneut mit dem Riesenslalom auf dem Rettenbachferner in Sölden. Der Auftakt liefert dabei traditionell einen ersten Formtest, hat aber nur begrenzte Aussagekraft für die lange Saison: Im technischen Bereich treffen unterschiedliche Vorbereitungsstände, Schneeverhältnisse und Rennkalender aufeinander.

Besonders im Frauenfeld richtet sich der Blick auf das Duell zwischen Mikaela Shiffrin und Emma Aicher. Aicher beendete den vergangenen Winter als Gesamtweltcup-Zweite hinter Shiffrin und gilt nach ihren Olympia- und Weltcup-Erfolgen als aussichtsreiche Herausforderin. Shiffrins angekündigte Verschiebung weg von einigen Slaloms hin zu mehr Riesenslalom und Super-G könnte die Kräfteverhältnisse in der Gesamtwertung beeinflussen.

Viele offene Faktoren

Bei den Männern bleibt Marco Odermatt der Maßstab, doch Lucas Pinheiro Braathen bringt nach seinem Olympia- und Weltcup-Erfolg im Riesenslalom zusätzliche Spannung in den Wettbewerb. Im Speed-Bereich stehen mit Franjo von Allmen und Giovanni Franzoni weitere jüngere Fahrer für einen Generationenwechsel.

Die zahlreichen Ausfälle prominenter Athletinnen und Athleten zeigen zugleich, wie stark der Saisonverlauf von Gesundheit und Belastungssteuerung abhängt. Für das deutsche Team konzentriert sich die unmittelbare Bedeutung auf Aicher sowie auf die Frage, ob die Techniker um Fabian Gratz, Anton Grammel und Alexander Schmid den Abstand zur Weltspitze weiter verkürzen können. Der nächste große Fixpunkt ist die WM in Crans-Montana vom 1. bis 14. Februar.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Aicher führt deutsches Team zum Weltcup-Auftakt in Sölden“ (21.10.2026)

Der Beitrag ordnet Emma Aicher als Mitfavoritin im Gesamtweltcup ein und stellt das deutsche Aufgebot für Sölden vor. Anders als die dpa-Meldung konzentriert er sich stärker auf die DSV-Mannschaft und die Vorbereitung; offen bleibt auch dort, wie groß Aichers Rückstand im Riesenslalom tatsächlich ist.

ntv: „Frisch verliebte Lindsey Vonn muss schon wieder operiert werden“ (23.10.2026)

Der Artikel hebt Lindsey Vonns weitere Operation und ihr mögliches Comeback hervor. Damit bestätigt er den verletzungsbedingten Ausfall vor dem Saisonstart, setzt den Schwerpunkt aber auf Vonns Reha und persönliche Zukunft statt auf das Favoritenfeld.

Beide Beiträge stützen die Bedeutung des Sölden-Auftakts und die zentrale Rolle Aichers beziehungsweise Vonns Ausfall. Unterschiede liegen vor allem in der Perspektive: Der eine Beitrag betrachtet den deutschen Kader, der andere die Rückkehr einer US-Skigröße.

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