Rodel-Elite zu Gast auf der einzigen Natureisbahn der Welt
24.02.2026 - 14:00:00 | presseportal.deErstmals stehen nach den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 noch zwei Stationen im EBERSPÄCHER Rodel Weltcups 2025/26 auf dem Programm. Vom 27. Februar bis 1. März 2026 sind die weltbesten Rodlerinnen und Rodler zum ersten Mal nach drei Jahren wieder auf der einzigen Natureisbahn der Welt, dem Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina (SUI) zu Gast.
Gemeldet haben 21 Damen, 28 Herren, elf Damen- und 16 Herren Doppel. Mit Ausnahme der US-Amerikanerin Ashley Farquharson sind alle Olympiasieger:innen und Medaillengewinner:innen aus Cortina erneut im Weltcup im Einsatz, geht es für einige von ihnen doch noch um den Gewinn des Gesamtweltcups.
Die einzige Natureisbahn der Welt ist seit 2021 wieder Bestandteil des Rodel-Weltcups, zuletzt im Februar 2023. Die 1722 Meter lange Bahn wird jedes Jahr von Grund auf neu gebaut. Obwohl jede Kurve im Terrain genau ausnivelliert ist, gibt es alle Jahre minimale Änderungen in der Linienführung. Der Bau beginnt immer in der letzten Novemberwoche beim Sunny Corner und anschließend arbeitet sich die Bahnmannschaft Richtung Ziel bzw. Auslauf vor. Die Strecke vom Start bis zum Sunny Corner wird zum Schluss gebaut. Innerhalb von drei Wochen wird hier aus 15.000 Kubikmetern Schnee und 10.000 Kubikmetern Wasser die größte Schneeskulptur der Welt in die herrliche Naturarena des Oberengadins gebaut. Da auf chemische Stoffe gänzlich verzichtet wird, ist der Olympia Bob Run im Engadin auch die ökologischste Bob- und Rodelbahn der Welt.
Anders als sonst, wird nicht nur eine Startrampe am Top (Bobstart) für die Herren-Einsitzer, sondern erstmals auch am Monti's Bolt für die Damen Einsitzer sowie die Herren- und Damen Doppel gebaut. In den vergangenen Jahren wurde der Start in Monti's Bolt flach genutzt - hauptsächlich für den Paddelstart. In diesem Jahr wird eine Startampe gebaut, um mehr Geschwindigkeit zu erreichen und wie üblich einen speziellen Rennrodelstart zu ermöglichen.
Saisonende für zahlreiche Teams
Eine Olympiasaison ist lang und für alle Nationen mit einem deutlich größeren finanziellen Aufwand verbunden. Deshalb haben zahlreiche Teams ihre Saison unmittelbar nach den Olympischen Winterspielen in Cortina beendet. Neben Kanada, China, Japan und Georgien, treten auch die Teams aus Korea und den USA nicht mehr an. Aus dem US-Team ist lediglich Summer Britcher weiter im Weltcup dabei. Sie hatte in der Pressekonferenz zu Saisonbeginn angedeutet, dass es ihre letzte Saison sein könnte und sie jedes einzelne Rennen genießen wolle. Nach zwei Siegen in Park City und Sigulda und einem dritten Platz in Lake Placid hat sie derzeit noch gute Chancen auf eine Top-Platzierung in der Gesamtwertung.
Gesamtweltcup-Entscheidungen in allen Disziplinen weiter offen
Nach sieben von neun Weltcups bleibt es weiter spannend. Lisa Schulte (AUT), Felix Loch (GER), das Damen Doppel Selina Egle/Lara Kipp (AUT) sowie die deutschen Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt führen derzeit die Weltcupwertung an. Während sich Egle/Kipp und Wendl/Arlt im Gesamtweltcup ein gutes Polster von 132 bzw. 112 Punkten geschaffen haben, geht es bei den Damen, Herren und in der Team-Steffel deutlich enger zu.
Olympiasiegerin Julia Taubitz (GER) hat alle Chancen, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen und sich zum fünften Mal in Folge die JOSKA-Trophäe des EBERSPÄCHER Gesamtweltcup zu sichern. Die 29-jährige Sächsin, die am Sonntag, 1. März in St. Moritz ihren 30. Geburtstag feiert, liegt mit 449 Punkten nur 15 Punkte hinter der führenden Österreicherin Lisa Schulte (464 P.). Nur vier Punkte dahinter folgt Teamkollegin Merle Fräbel (445 P.), die zuletzt beide Rennen in Oberhof für sich entschied. In Lauerstellung auf eine Top 3-Platzierung liegen ebenfalls noch Hannah Prock (AUT, 419 P.) und Summer Britcher (USA, 394 P.). Die US-Amerikanerin wollte sich diese Chance nicht entgehen lassen und ist daher als einzige aus dem Team weiter im Weltcup dabei.
Ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich die Herren: Hier führt Felix Loch (GER) mit 616 Punkten knapp vor dem Olympiazweiten Jonas Müller (AUT, 615 P.) und Olympiasieger Max Langenhan (GER, 505 P.) Während Loch bereits vier Siege und zwei zweite Plätze eingefahren hat, stand Müller je dreimal auf dem ersten und zweiten Platz. Für Felix Loch wäre es der insgesamt achte Sieg im Gesamtweltcup seiner Karriere, für Müller der erste.
Im Gesamtweltcup der Damen Doppel haben Selina Egle und Lara Kipp (AUT) gute Chancen, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Die Österreicherinnen führen mit 640 Punkten deutlich vor Eitberger/Matschina (GER, 508 P.) und Degenhardt/Rosenthal (GER, 490 P.).
Im Herren Doppel sieht es für die Olympiadritten Tobias Wendl und Tobias Arlt nach zuletzt drei Weltcupsiegen in Folge ebenfalls nach einer erfolgreichen Titelverteidigung aus. Für Deutschlands erfolgreichste Wintersportathleten bei Olympischen Spielen wäre es der siebte Gesamtweltcupsieg ihrer langjährigen Karriere. Sie führen mit 566 Punkten vor Gatt/Schöpf (AUT, 454 P.) und ihren Teamkollegen Eggert/Müller (409 P.), dicht gefolgt von Bots/Plume (LAT, 408 P.), Steu/Kindl (AUT, 405 P.) und Müller/Frauscher (AUT, 367 P.).
Eine Übersicht zu den Weltcup-Gesamtständen und den einzelnen Disziplinen gibt es hier Weltcup Gesamtstände - Rennrodeln
Stimmen:
Julia Taubitz (GER): "Bei uns im Weltcup ist alles noch sehr eng. Olympia hat mich jetzt noch mehr motiviert, bei den restlichen beiden Weltcups alles zu geben und meinen Sieg im Gesamtweltcup zu verteidigen. Meine Erfolge bei den Olympischen Spielen in Cortina habe ich noch immer nicht realisiert. Ich finde es faszinierend und habe sofort Tränen in den Augen, wenn mich jemand als Olympiasiegerin begrüßt, weil es noch so unreal ist. Am schönsten sind Momente, in denen ich allein bin, was momentan nicht oft vorkommt, da ich viel unterwegs und immer von Leuten umgeben bin. Deshalb freue ich mich schon darauf, wenn die Saison vorbei ist, und ich alles noch mal für mich allein Revue passieren lassen kann.
Ich habe Olympia aber noch voll ausgekostet. Nach der Team Staffel bin ich mit Lisa [Schulte] und Natalie [Maag] nach Predazzo zum Skispringen und weiter nach Mailand zum Eiskunstlaufen und Eishockey gefahren. Das war wirklich toll. Anschließend sind Natalie und ich nach St. Moritz gefahren, wo ich beim Gästebobfahren mal hinten bremsen durfte. In Livigno beim Ski Freestyle war ich auch noch und dann zu Gast im Aktuellen Sportstudio beim ZDF.
Auf das Rennen in St. Moritz freue ich mich sehr. Ich rodle dort sehr gerne, weil wir meistens schönes Wetter haben, und das Eis anders, aber einfach nur toll ist. Die Schwierigkeiten für uns sind zunächst der Start, weil es sehr flach dahingeht. Elina Bota, die kleine Startrakete, wird uns da ganz schön einheizen. Im Horse Shoe muss man versuchen, wenig zu rutschen, da wir dort nur wenig Druck haben, weil wir leider von unten fahren müssen. Das finde ich sehr schade, ich dachte wirklich, wir können mal von ganz oben fahren. Ich gehe mit Freude und großer Motivation an den Start. Ich habe Lisa sehr gerne, aber in der Bahn schenken wir uns nichts. Da Merle, Hannah und Summer auch noch nah dran sind, bleibt es spannend bis zum Schluss, aber ich werde jeden einzelnen Lauf genießen und Spaß haben."
Summer Britcher (USA): "Ich hatte etwas Zeit, um mich zu Hause zu erholen, und bin nun voller Vorfreude und bereit für die letzten beiden Weltcups."
Natalie Maag (SUI): "Olympia war für mich eine Riesenenttäuschung. Bei uns in der Schweiz zählt Top Acht, das Olympische Diplom, auch sehr viel. Es ist bitter, vor vier Jahren war ich mit meinem neunten Platz zufrieden, aber jetzt tut dieser neunte Platz noch sehr weh. Es braucht sicherlich noch Zeit, bis ich das verdaut habe. Natürlich freue ich mich jetzt auf den Heimweltcup in St. Moritz. Es ist sehr schade, dass wir wieder von unten fahren müssen, obwohl im Sommer besprochen wurde, dass wir von oben fahren dürfen. Ich liebe die Bahn, aber von unten ist sie einfach nicht weltcupwürdig. Ich freue mich darauf, eine Woche zuhause zu sein. St. Moritz ist die Bahn, weshalb ich im Weltcup noch dabei bin, sonst hätte ich vor acht Jahren schon aufgehört. Ich versuche, es zu genießen. Der Horse Shoe ist immer schwierig, weil man einfach zu wenig Druck in den Kurven hat. Mal sehen, was das Wetter sagt. Es ist wohl Schnee angekündigt, und dann wird es schwierig, weil die Bahn nicht überdacht ist. Also hoffen wir, dass es kein Wetterrennen wird."
Felix Loch (GER): "Nach Olympia liegt meine volle Konzentration auf dem Gesamtweltcup. Ich war vor Olympia bereits drei Tage zum Rodeln in St. Moritz, um mich auf den Weltcup, aber natürlich damals auch die Olympischen Spiele vorzubereiten. Es wäre schön, wenn es mit dem Gesamtweltcup funktioniert. Ich fahre auf beiden Bahnen sehr gerne, jetzt ist erstmal St. Moritz angesagt. Dort ist es immer sehr speziell, und die Bahn ist einfach geil. Es ist so schön, dort zu fahren, so ruhig. Die Kulisse ist sensationell, ich bin immer wieder sehr gerne dort und genieße es. Nach dieser Saison würde es mich mega freuen, wenn ich den Gesamtweltcup einfahre. Ich gebe Vollgas, denn der Gesamtweltcup ist immer etwas Besonderes!"
Andrea Vötter (ITA): "Es ist voll schön zu sehen, wie viele Leute unsere Rennen verfolgt haben und wie sehr sie sich für uns gefreut haben. Wir hatten jetzt schon jede Menge Empfänge und haben das auch sehr genossen. Wir hatten neben Medienterminen aber trotzdem Zeit, uns zuhause zu erholen und neu zu sortieren. Das Schwierigste in dieser Saison haben wir hinter uns. Das olympische Rennen ist vorbei, und wir haben es super gemeistert. Es ist jetzt schon ein bisschen schwer, sich für die zwei Weltcups zu motivieren, da die Olympischen Spiele für uns von Saisonbeginn an das größte Ziel war, und wir deswegen ja auch zwei Weltcuprennen ausgelassen hatten, um in Cortina trainieren zu können. Da wir im Gesamtweltcup keine Chance mehr haben, ist die Motivation noch schwieriger, aber ich denke, wir werden es trotzdem genießen und das Beste geben. Wir möchten in St. Moritz und Altenberg noch zweimal gut fahren, vorne dabei sein und den guten Spirit aus Cortina mitnehmen."
Lara Kipp (AUT): "Nach dem olympischen Rennen hätte ich mich am liebsten einfach hingelegt und geschlafen. Der Druck war schon sehr groß. Der Rennmodus ist zwar derselbe, wie im Weltcup, aber das ganze Drumherum ist etwas ganz anderes. Unmittelbar nach dem Rennen ist derart viel Druck abgefallen, da war ich für den Moment einfach leer und völlig fertig. Ich habe mich dann aber rasch wieder gefangen und in den Genussmodus umschalten können. Die Erinnerungen an das, was ich in Cortina erleben durfte, werden mich mein Leben lang begleiten. Auch der Umgang mit Drucksituationen war eine wichtige Erfahrung."
Roberts Plume (LAT): "Nachdem wir nach den Olympischen Spielen etwas Zeit hatten, um durchzuatmen, fühlen wir uns nun wieder voller Energie und hochmotiviert, um in der restlichen Saison zu zeigen, was wir können. Unser Ziel ist es, unter den Top 3 der Gesamtwertung im Weltcup zu landen. Die letzten beiden Bahnen liegen uns gut - in der Vergangenheit haben wir dort immer starke Leistungen gezeigt. St. Moritz ist ein wahres Meisterwerk. Es ist eine Naturbahn mit ganz eigenem Charakter, den wir sehr schätzen. Lettische Schlitten sind dort traditionell schnell, aber man braucht trotzdem einen sehr guten Start, um die Geschwindigkeit voll ausnutzen zu können. Altenberg ist immer anspruchsvoll. Insbesondere Kurve neun kann Herausforderungen mit sich bringen und erfordert Präzision und Selbstvertrauen. Wenn die Bahncrew das Eis gut vorbereitet, liegt es an uns, unsere Aufgabe fehlerfrei zu erfüllen. Auch wenn das Highlight der Saison hinter uns liegt, haben wir das Gefühl, dass wir für diese letzten beiden Weltcup-Rennen noch viel Kraftreserven haben."
Emmanuel Rieder (ITA): "St. Moritz gefällt mir immer ganz gut, Altenberg eher weniger, weil es dort vom Doppelstart nicht so interessant ist. Da hat man gleich das blöde Starteck und Kurve neun und dann geht es gemütlich dahin. Auf beiden Bahnen wird der Start schwierig für uns, weil ich mich vor eineinhalb Monaten in Sigulda am Unterarm verletzt habe, und deswegen nicht mehr richtig trainieren konnte. In Cortina konnten wir das in der Bahn ausgleichen, und waren schnell genug, um den Start zu kompensieren. Auf den beiden Bahnen wird das sicherlich schwieriger, weil wir am Start überhaupt nicht mehr mithalten können. Mir ist das jetzt aber auch relativ egal. Wir haben unser Ziel erreicht und nehmen die beiden Weltcups jetzt noch mit. In St. Moritz gefällt mir die Kulisse und das ganze Drumherum. Es ist einfach eine schöne Bahn und wir freuen uns darauf."
Simon Kainzwaldner (ITA): "Sicher ist jetzt nach dem Saisonhighlight, den Olympischen Winterspielen in Cortina, die Luft ein bisschen raus, aber ich glaube das passt jetzt gut, um die Saison gemütlich zu beenden und sich dann neue Ziele zu setzen."
Zeitplan & TV-Übertragungen
8. EBERSPÄCHER Rodel Weltcup, St. Moritz (SUI)
Lokale Startzeit (=CET/MEZ)
Samstag, 28. Februar 2026
12:30 Uhr Herren Doppel, 1. Lauf
13:20 Uhr Damen Doppel, 1. Lauf
14:15 Uhr Herren Doppel, 2. Lauf
15:00 Uhr Damen Doppel, 2. Lauf
15:45 Uhr Damen Einzel, 1. Lauf
16:55 Uhr Damen Einzel, 2. Lauf
Sonntag, 01. März 2026
14:05 Uhr Herren Einzel, 1. Lauf
15:30 Uhr Herren Einzel, 2. Lauf
Alle Angaben sind ohne Gewähr!
Weitere Infos: FIL EBERSPÄCHER Weltcup Rodeln presented by Degussa Goldhandel AG - Olympia Bobrun
Pressekontakt:
International Luge Federation (FIL)
Margit Dengler-Paar
Communications Manager
Mobil: +49 179 459 66 30
Mail: press@fil-luge.org
Original-Content von: FIL - Internationaler Rodel Verband übermittelt durch news aktuell
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