Biathlet Nawrath knapp an Medaille vorbei - Botn siegt
10.02.2026 - 15:26:13Im Kampf um seine zweite Medaille gab Philipp Nawrath bis zum Schluss alles. Völlig ausgepumpt fiel der 32-Jährige nach dem kräftezehrenden Biathlon-Einzel über 20 Kilometer im Ziel in den Schnee. Sein großer Traum von einer olympischen Einzelmedaille erfüllte sich trotz einer famosen Leistung mit Rang fünf aber noch nicht.
Zwei Tage nach Bronze mit der Mixed-Staffel leistete sich der sonst immer mal wieder mit Schießproblemen kämpfende Nawrath nur einen Fehler. Im Einzel gibt es aber keine Strafrunde, sondern eine Strafminute pro Fehlschuss. Und diese war am Ende entscheidend. Wäre er fehlerfrei geblieben, hätte es in Antholz zu Rang drei gereicht. Dennoch kann der Allgäuer auf dieser starken Leistung aufbauen und Selbstvertrauen für die kommenden Rennen schöpfen.
Olympiasieg für gestorbenen Freund
Die emotionalste Geschichte des Rennens lieferte Johan-Olav Botn. Nach dem Zieleinlauf blickte der neue Olympiasieger gen Himmel und streckte den Finger nach oben: Damit gedachte er seinem gestorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken. Botn hatte den Saisonauftakt dominiert und lange das Gelbe Trikot getragen. Doch dann kam der 23. Dezember.
Da fand Botn im italienischen Lavazé, wo einige Skijäger trainierten, seinen Freund tot in dessen Hotelzimmer. Die genauen Umstände vom Tod Bakkens sind immer noch ungeklärt. Eine unfassbare psychische Ausnahmesituation, die Botn und seine Teamkollegen schwer belastete. Danach war er krank und kam erst in Nove Mesto wieder zurück. Nun krönte der 26-Jährige seine Karriere mit Gold im schwersten Biathlon-Rennen überhaupt.
Fehlerfrei verwies Botn mit 14,8 Sekunden Vorsprung den schon mit Mixed-Gold dekorierten Franzosen Eric Perrot (1 Fehler/+14,8 Sekunden) und seinen Teamkollegen Sturla Holm Laegreid (1/+48,3 Sekunden) auf die weiteren Medaillenränge. Nawrath hatte am Ende 1:31,5 Minuten Rückstand auf den Sieger.
Solide Rennen von Debütanten - Horn enttäuscht
Eine solide Olympia-Premiere lieferten David Zobel (29) und Lucas Fratzscher (31) ab. Die beiden schossen nur zweimal daneben, Zobel wurde 21. und Fratzscher, der sich im Trainerentscheid gegen Danilo Riethmüller das Olympia-Ticket geholt hatte, beendete das Rennen auf Rang 23.
Eine große Enttäuschung musste indes Philipp Horn hinnehmen. Auf seinen Lieblingsstrecken kassierte der 31-Jährige gleich sechs Strafminuten und landete abgeschlagen auf Rang 40.
Deutsches Warten auf eine Einzelmedaille
Im längsten aller Biathlon-Rennen wartet der Deutsche Skiverband bei den Männern somit weiter seit zwölf Jahren auf eine Medaille. 2014 hatte Erik Lesser im russischen Sotschi Silber gewonnen, den bislang letzten deutschen Olympiasieg feierte Michael Greis bei den Winterspielen von Turin 2006.
Bei den Frauen triumphierte Denise Herrmann-Wick vor vier Jahren in Peking. Am Mittwoch (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) treten für Deutschland über 15 Kilometer Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian an.







