Philipp Lahm lobt Klose und kritisiert Nagelsmann deutlich
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 10:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSPhilipp Lahm hat Miroslav Klose als Trainer gelobt und zugleich den früheren Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert. In seiner neuen Kolumne für die „Zeit“ schreibt Lahm, Klose trage „die DNA eines guten Trainers in sich“ und arbeite beim 1. FC Nürnberg mit einem klaren, aus seiner Sicht erfolgreichen Ansatz.
Lob für Kloses Arbeit in Nürnberg
Klose befindet sich im dritten Jahr beim Zweitligisten 1. FC Nürnberg, der aktuell auf Rang zwei liegt. Lahm und Klose haben mehr als 80 Länderspiele gemeinsam bestritten; 2014 wurden sie Weltmeister, das Finale in Rio de Janeiro war zugleich ihr letztes gemeinsames Spiel für Deutschland.
Lahm hebt an Klose hervor, dass dieser die Dinge nicht komplizierter mache, als sie seien. Klose erkenne, welche Spieler zu den Ansprüchen des Vereins passten, setze auf einen festen Kern und beziehe auch den eigenen Nachwuchs ein.
Kritik an Veränderungen bei Nagelsmann
Nach Lahms Einschätzung entspricht Kloses Vorgehen Mustern, die auch beim aktuellen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und beim FC Arsenal angewendet würden. Gemeint sind eine klare Auswahl geeigneter Spieler, Kontinuität im Kader und die gezielte Entwicklung junger Akteure.
Gleichzeitig warnt Lahm vor einem deutschen Sonderweg. Viele Trainer ohne eigene Profikarriere wichen von im Fußball üblichen Erfolgsmodellen ab, weil sie „oft System und Formation ändern“. Als prominentes Beispiel nennt er Nagelsmann und schreibt, dieser habe die Entwicklung der Nationalelf durch „viele fundamentale Veränderungen verhindert“.
Nachwuchsarbeit als weiterer Streitpunkt
Auch den Umgang der Bundesligisten mit ihren Nachwuchsspielern kritisiert Lahm. Es sei widersprüchlich, teure Akademien zu unterhalten und die daraus hervorgehenden Talente zugleich zu vernachlässigen. Eine der wenigen Ausnahmen in Deutschland sieht Lahm in Kloses Arbeit beim 1. FC Nürnberg.
Philipp Lahms Bewertung fällt in eine Phase, in der Miroslav Klose beim 1. FC Nürnberg im dritten Jahr arbeitet und der Verein um den Aufstieg in die Bundesliga spielt. Die sportliche Ausgangslage erhöht die Aufmerksamkeit für Kloses Arbeit, weil sich seine Trainerentwicklung nicht nur an früheren Namen, sondern an den Ergebnissen und der Kaderführung in Nürnberg messen lässt.
Lahm verbindet seine Anerkennung mit einer grundsätzlichen Debatte über Fußballausbildung in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen klare Rollen, ein verlässlicher Spielerstamm und die stärkere Einbindung eigener Talente. Diese Punkte betreffen nicht nur einzelne Trainer, sondern die Struktur vieler Vereine: Nachwuchsakademien verursachen hohe Kosten, ihren sportlichen Nutzen müssen die Profimannschaften jedoch durch regelmäßige Einsatzzeiten und langfristige Kaderplanung sichtbar machen.
Streit über Systeme und Kontinuität
Die Kritik an Julian Nagelsmann richtet sich laut Lahm gegen häufige Veränderungen bei System und Formation. Dahinter steht ein Gegensatz zwischen taktischer Anpassungsfähigkeit und möglichst großer personeller sowie spielerischer Kontinuität. Für die Nationalmannschaft ist diese Frage besonders relevant, weil Turniermannschaften nur begrenzte gemeinsame Vorbereitungszeit haben.
Kloses Ansatz erhält durch Lahms Vergleich mit Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal zusätzlich eine internationale Einordnung. Ob sich solche Modelle übertragen lassen, hängt von Vereinsgröße, Kaderqualität und Nachwuchsarbeit ab. Für Nürnberg bleibt entscheidend, ob der aktuelle Tabellenplatz über die Saison hinweg bestätigt wird und ob sich Kloses Prinzipien auch im Aufstiegskampf bewähren.
