Berlin-Wahl, Olympia-Bewerbung

Olympia-Bewerbung Berlin: Wahlsiegerin Eralp sieht kaum Chancen für Hauptstadt

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp stellt der Olympia-Bewerbung der Hauptstadt kaum noch Chancen in Aussicht und kritisiert die bisherigen Kosten scharf. Ein möglicher rot-rot-grüner Regierungswechsel könnte die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes maßgeblich beeinflussen.

  • Könnte Berlins neue Regierende Bürgermeisterin werden: Elif Eralp.  - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Könnte Berlins neue Regierende Bürgermeisterin werden: Elif Eralp. - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Hat Berlin noch Chancen auf die Spiele? (Symbolbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
    Hat Berlin noch Chancen auf die Spiele? (Symbolbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
Könnte Berlins neue Regierende Bürgermeisterin werden: Elif Eralp.  - Bild: Britta Pedersen/dpa Hat Berlin noch Chancen auf die Spiele? (Symbolbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa

Die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp von der Linken sieht für die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt kaum noch Chancen und lehnt das Projekt weiterhin ab.

Eralp verknüpft Wahlerfolg mit Ablehnung der Olympia-Pläne

Eralp erklärte am Tag nach der Abgeordnetenhauswahl, die Entscheidung über eine Olympia-Bewerbung für Berlin habe sich aus ihrer Sicht erledigt. Ihre Partei habe die Wahl mit klar ablehnenden Aussagen zu Olympia gewonnen, sagte sie. Vor diesem Hintergrund erwarteten sie und ihre Partei, dass mögliche Entscheider die politische Lage in der Hauptstadt berücksichtigen und einer Bewerbung Berlins keinen Zuschlag erteilen.

Neue Mehrheit mit kritischer Haltung zu Olympia

Der Deutsche Olympische Sportbund will bereits am Samstag über den deutschen Olympia-Bewerber entscheiden. Die Linke wurde in Berlin zur stärksten Kraft gewählt und könnte künftig eine rot-rot-grüne Regierung anführen. Sowohl die Linke als auch die Grünen lehnen die Bewerbung ab. Die SPD als dritter möglicher Koalitionspartner hatte die Olympia-Pläne dagegen bislang als Teil der aktuellen Regierung unterstützt.

Kritik an Millionenkosten und fehlendem Vorteil für Berlin

Eralp betonte, sie halte die sechs Millionen Euro, die bereits für die Olympiabewerbung ausgegeben wurden, für eine Verschwendung von Steuergeld. Es sollten nach ihren Worten weitere Millionen und Milliarden folgen, ohne dass sie einen Vorteil für Berlin erkenne. Deshalb habe sich ihre Partei gegen eine Unterstützung der Olympia-Pläne entschieden, und daran halte sie auch nach der Wahl fest.

Berlin kandidiert gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern als möglicher deutscher Bewerber für Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Neben der Hauptstadtregion bewerben sich auch München sowie die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum. In Berlin hatten Linke und Grüne die Pläne des schwarz-roten Senats bereits vor der Wahl mehrfach kritisiert.

Fragliche Chancen im Vergleich zu München und Rhein-Ruhr

Ob die Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes sich trotz einer möglichen neuen Regierungsmehrheit in der Hauptstadt für Berlin entscheiden, gilt als äußerst fraglich. In München und Nordrhein-Westfalen erzielten Befürworter einer Bewerbung bei Bürgerentscheiden deutliche Mehrheiten. Berlin verzichtete dagegen auf einen Bürgerentscheid, sodass die Haltung der künftigen Regierung stärker ins Gewicht fällt.

Olympia-Debatte als Signal für neue politische Mehrheiten

Die Aussagen von Elif Eralp markieren einen deutlichen Kurswechsel in der Berliner Olympia-Debatte. Während der bisherige schwarz-rote Senat die Bewerbung als Chance für Investitionen und internationale Sichtbarkeit betrachtete, macht die Wahlsiegerin der Linken klar, dass eine rot-rot-grüne Konstellation andere Prioritäten setzen will. Im Mittelpunkt stehen für sie die hohen Kosten und die Frage, ob die Milliarden für eine Olympia-Bewerbung im Vergleich zu anderen Bedürfnissen der Stadt sinnvoll eingesetzt wären.

Finanzielle Risiken und Erfahrungen früherer Bewerbungen

Eralp verweist auf bereits ausgegebene Millionen und weitere erwartete Ausgaben. Diese Argumentation knüpft an Erfahrungen früherer Olympia-Diskussionen in Deutschland und international an, in denen Kostensteigerungen, Sicherheitsaufwand und langfristige Folgekosten immer wieder Thema waren. Bürgerentscheide in München und der Rhein-Ruhr-Region mit klaren Mehrheiten für eine Bewerbung zeigen allerdings, dass es durchaus Regionen gibt, die sich von Olympia wirtschaftliche Impulse und Verbesserungen der Infrastruktur versprechen. Berlin verzichtete dagegen bewusst auf einen solchen Entscheid, was nun die politische Bewertung stärker ins Zentrum rückt.

Konsequenzen für DOSB-Entscheidung und Berliner Politik

Für den Deutschen Olympischen Sportbund ist die neue Lage brisant: Eine Bewerbung braucht politische Rückendeckung vor Ort, langfristige Planungssicherheit und Akzeptanz in der Bevölkerung. Wenn die wahrscheinliche neue Regierungschefin ihre Ablehnung so deutlich formuliert, dürfte das die Chancen Berlins im Vergleich zu München und der Rhein-Ruhr-Region erheblich mindern. Zugleich zeigt sich, wie sehr Großprojekte künftig an sozial- und klimapolitischen Maßstäben gemessen werden. Für Berlinerinnen und Berliner geht es nicht nur um Olympia, sondern um die Frage, welche Projekte ihre Stadt über Jahre prägen sollen: Sport-Großereignisse oder vor allem Investitionen in Wohnen, Verkehr und soziale Infrastruktur.

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