Italien, Deutschland

Verspätetes Medaillen-Glück für deutsches Paralympics-Duo

11.03.2026 - 16:00:19 | dpa.de

Nur einen Tag nach ihrer aberkannten Medaille beschert Leonie Walter dem deutschen Team bei den Paralympics eine Langlauf-Medaille. Doch andere Teammitglieder erleben einen bitteren Tag.

  • Leonie Walter und Guide Christian Krasman jubeln über Bronze.  - Foto: Martin Schutt/dpa
    Leonie Walter und Guide Christian Krasman jubeln über Bronze. - Foto: Martin Schutt/dpa
  • Erneut Siegerehrung mit deutscher und russischer Beteiligung. - Foto: Martin Schutt/dpa
    Erneut Siegerehrung mit deutscher und russischer Beteiligung. - Foto: Martin Schutt/dpa
  • Anja Wicker fehlten 1,5 Sekunden auf Bronze.  - Foto: Martin Schutt/dpa
    Anja Wicker fehlten 1,5 Sekunden auf Bronze. - Foto: Martin Schutt/dpa
  • Kam nicht ins Ziel: Kathrin Marchand.  - Foto: Martin Schutt/dpa
    Kam nicht ins Ziel: Kathrin Marchand. - Foto: Martin Schutt/dpa
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Einen Tag nach dem Schock über die aberkannte Medaille durfte Leonie Walter bei den Paralympics doch wieder auf das Siegerpodest. Im tiefen Schnee von Tesero holte sich die 22-Jährige Bronze im Langlauf-Rennen über 10 Kilometer im klassischen Stil, nachdem sie am Vortag Silber im Sprint wegen einer Disqualifikation verloren hatte. «Gestern war ich mir noch unsicher, ob ich heute nochmal starten möchte oder lieber die Kraft für den Biathlon spare. Aber ich wollte einfach eine Medaille im Langlauf haben. Silber wäre natürlich viel schöner gewesen. Aber Bronze nehme ich auch gerne», sagte Walter.

Ein Regelverstoß ihres Begleitläufers hatte sie in der Klasse der sehbehinderten Frauen die Sprint-Medaille gekostet. Am Tag danach war der Frust darüber vergessen. Dagegen erlebten Kathrin Marchand und Sebastian Marburger einen bitteren Wettkampf und mussten ihre Rennen vorzeitig beenden. Anja Wicker verpasste ihre erste paralympische Medaille hauchdünn um nur 1,5 Sekunden.

Zwischen Podestjubel und Protest: Wieder russische Hymne 

Neben der russischen Vortagessiegerin Anastasija Bagijan nahmen Walter und ihr Guide Christian Krasman ihre Medaillen entgegen. Anders als die zweitplatzierte Tschechin Simona Bubenickova und ihr Guide setzte das deutsche Duo bei der russischen Hymne die Mützen ab. «Ich denke, so eine Aktion bei der Siegerehrung bringt wenig. Da müssen eher die Weltverbände überlegen, ob das eine faire Entscheidung ist», sagte Walter. «Wir sollten als Athleten die Medaille trotzdem genießen dürfen.»

Am Vortag hatten sich ihre Teamkollegin Linn Kazmaier und Guide Florian Baumann - nach Walters Strafversetzung im Sprint auf Silber vorgerückt - während der russischen Hymne demonstrativ zur Seite gedreht, ihre Mützen aufbehalten und im Anschluss auch ein gemeinsames Siegerselfie verweigert. Auf Nachfrage russischer Journalisten zu dem verweigerten Foto reagierte das deutsche Duo einen Tag später mit: «Kein Kommentar».

Schwächeanfall stoppt Marchand auf Medaillenkurs

Dramatisch wurde es um Kathrin Marchand. Nach Tränen am Vortag als Vierte im Sprint lag die Para-Langläuferin nach der Hälfte der 10 Kilometer auf dem Bronzerang, als sie das Rennen abbrechen musste. «Ich habe schon nach dem zweiten Anstieg gemerkt, dass da langsam die Lichter ausgehen», sagte die 35-Jährige. «Ich hatte richtig Schwindel. Ich habe fast nichts mehr gesehen und meine linke Seite auch nicht mehr richtig gemerkt. Es ging einfach nicht mehr.»

Bundestrainer Ralf Rombach betonte: «Wir kennen sie auch einfach noch nicht so gut und müssen noch viel lernen.» Erst vor 14 Monaten hatte sich Marchand, die nach einem Schlaganfall Sehbeeinträchtigungen und Einschränkungen der linken Körperhälfte hat, nach langen Jahren als Ruderin aufs Langlaufen konzentriert. Sie ist die erste Athletin, die sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen gestartet ist. 

Auch Marbuger steigt aus - Wicker verpasst Podest hauchdünn

Wenig später musste auch Sebastian Marburger einen Tag nach seinem Silbererfolg im Sprint wegen Erschöpfung aussteigen. Der beinamputierte Langläufer hatte bis dato ebenfalls um den dritten Platz mitgekämpft. «Es hat sich geäußert mit leichtem Stechen in der Lunge ab der dritten Runde. Ich war zu euphorisch am Start und habe mich besser gefühlt, als es war», sagte der 28-Jährige, den ein Infekt zuletzt länger außer Gefecht gesetzt hatte. 

Zufrieden, wenn auch ein wenig enttäuscht, war Anja Wicker nachdem sie in der sitzenden Klasse ihre erste paralympische Medaille im Langlauf um knapp verpasste. «Es ist richtig knapp. Wahrscheinlich ein Zwinkern. An meinem Rennen habe ich nichts auszusetzen. Aber bei den Paralympics tun 1,5 Sekunden aufs Podest schon ein bisschen weh», sagte Wicker. «Aber ich habe alles reingehauen und bin zufrieden mit meinem Rennen.»

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