Nordische Kombination, Olympia 2030

Nordische Kombination: Eric Frenzel warnt nach Olympia-Aus vor schnellem Ende

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 12:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Nordische Kombination verliert ab 2030 ihren Platz im olympischen Programm. Bundestrainer Eric Frenzel warnt vor einem schnellen Ende der Sportart, weil Fördergelder und Nachwuchs fehlen könnten.

  • Frenzel hat große Sorge vor der Zukunft. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa
    Frenzel hat große Sorge vor der Zukunft. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa
  • Seine letzten Spiele? Geiger bei Olympia in Italien. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Seine letzten Spiele? Geiger bei Olympia in Italien. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
Frenzel hat große Sorge vor der Zukunft. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa Seine letzten Spiele? Geiger bei Olympia in Italien. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa

Bundestrainer Eric Frenzel fürchtet nach dem Olympia-Aus der Nordischen Kombination um das Überleben der Sportart und rechnet mit gravierenden Folgen für ihre Finanzierung.

Frenzel warnt vor dem Ende

„Ich sehe da schwarz. Die ersten Gespräche mit Förderern waren negativ“, sagte Frenzel in einem Interview der „Zeit“. Die Bedrohung sei aus seiner Sicht konkret, die Sportart habe keine Zeit zu verlieren.

„Denn meiner Meinung nach kann diese Sportart nach dem Olympia-Aus ein Jahr überleben, maximal vielleicht zwei Jahre. Danach ist komplett Schicht im Schacht. Ohne nationale Förderung ist der Sport nicht finanzierbar“, sagte der 37-Jährige.

Förderung von Forschung und Sporthilfe betroffen

Frenzel nannte als gefährdete Bereiche unter anderem die Forschung an Sportgeräten, das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft und die Sporthilfe. Auch die Finanzierung von Schanzen und Langlaufstadien könne schwieriger werden.

„Bisher konnten wir mit unseren Erfolgen bei Olympia dafür sorgen, dass marode Schanzen restauriert wurden und dass es einige Langlaufstadien noch gibt. Das wird kaum noch möglich sein“, sagte Frenzel. Daraus werde sich für Kinder die Frage ergeben, ob sie überhaupt noch Kombinierer werden wollten.

Geiger spricht von einem Schock

Bei den Winterspielen in Italien im Februar war die Kombination aus Skispringen und Langlauf noch olympisch. Für 2030 ist sie nicht mehr Teil des Programms.

Topathlet Vinzenz Geiger, der 2018 in Südkorea und 2022 in China Olympiasieger wurde, bescheinigte der Sportart rückblickend eine gewisse Naivität im Umgang mit dem Internationalen Olympischen Komitee. Er habe sich am Tag der Entscheidung „live in einem Albtraum oder in einem schlechten Film“ gefühlt. Es gehe „ab sofort“ um die Existenz der Sportart.

Olympia als Finanzierungsgrundlage

Die Nordische Kombination verbindet Skispringen und Langlauf und ist in Deutschland eng mit der Förderung des Spitzensports verknüpft. Olympische Erfolge erhöhen Sichtbarkeit, erleichtern die Finanzierung durch staatliche Programme und stärken die Nachwuchsarbeit. Fällt diese Bühne ab 2030 weg, betrifft das deshalb nicht nur den Wettbewerb selbst, sondern auch Trainingsstrukturen, Materialentwicklung und Veranstaltungsorte.

Besonders empfindlich ist die Sportart, weil sie im Vergleich zu größeren Wintersportdisziplinen über eine kleinere internationale Basis verfügt. Weniger mediale Aufmerksamkeit kann Sponsoren zurückhaltender machen; zugleich steigen die Fixkosten für Schanzen, Loipen, Reisen und wissenschaftliche Betreuung unabhängig von der Zahl der Zuschauer. Frenzels Hinweis auf nationale Förderung beschreibt damit ein strukturelles Abhängigkeitsverhältnis und nicht nur ein kurzfristiges Finanzierungsproblem.

Folgen für Nachwuchs und Standorte

Für Kinder und Jugendliche entscheidet die Attraktivität einer Sportart nicht allein über Medaillen, sondern auch über sichtbare Vorbilder, verlässliche Vereine und erreichbare Trainingsstätten. Werden Mittel gekürzt, könnten kleinere Zentren zuerst Trainingszeiten, Personal oder Wettkämpfe verlieren. Das würde die Entwicklung neuer Talente erschweren und den ohnehin begrenzten Kreis leistungsfähiger Athleten weiter verengen.

Der Leistungstest der deutschen Elite in Oberhof zeigt zugleich, dass die Disziplin ihren Betrieb fortsetzt und um Perspektiven ringt. Für ihre Zukunft werden daher Finanzierungszusagen, eine starke nationale Rennserie und ein überzeugendes internationales Konzept entscheidend sein. Offen bleibt, ob Verbände und Förderer die olympische Funktion durch andere langfristige Anreize ersetzen können.

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