Merlin Hummel gewinnt Ultimate Championship und kassiert Rekord-Preisgeld
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 22:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHammerwerfer Merlin Hummel hat die Premiere der Ultimate Championship in Budapest gewonnen und sich dabei ein Preisgeld von 150.000 US-Dollar gesichert.
Gold bei neuer Leichtathletik-Serie
Der 24 Jahre alte DLV-Athlet triumphierte bei der erstmals ausgerichteten Veranstaltung im Nationalen Leichtathletikzentrum und setzte sich mit 81,46 Metern durch. Die Ultimate Championship läuft bis Sonntag und umfasst insgesamt 26 Einzel- sowie zwei Mixed-Staffel-Wettbewerbe, in denen jeweils ein "Ultimate Champion" gekürt wird. Der Weltverband will mit dem neuen Format die Leichtathletik kompakter und zuschauerfreundlicher präsentieren.
Deutlicher Sieg im WM-Stadion von 2023
Im Stadion, in dem das deutsche Team bei der Weltmeisterschaft vor drei Jahren ohne Medaille geblieben war, gewann Hummel deutlich vor dem ungarischen Europameister Bence Halasz. Halasz kam im Hammerwurf-Finale auf 80,30 Meter und musste sich dem Deutschen klar geschlagen geben. Hummel sprach nach seinen vorherigen Silberrängen bei Europameisterschaft und Weltmeisterschaft von einem erfrischenden Gefühl, endlich Gold geholt zu haben.
Stars der Szene ebenfalls erfolgreich
Vor 20.557 Zuschauern setzten sich auch andere Topathleten durch und sicherten sich den Titel des Ultimate Champion. Die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich gewann den Hochsprung, während der Norweger Jakob Ingebrigtsen über 5.000 Meter siegte. Im Stabhochsprung entschied der Schwede Armand Duplantis den Wettbewerb mit 6,20 Metern für sich und verwies den Griechen Emmanouil Karalis, der 6,15 Meter überquerte, auf Platz zwei.
Showelemente und verkürzte Wettbewerbe
Das neue Format setzt auf direkte Duelle zwischen Olympiasiegern, Weltmeistern und weiteren Spitzenathleten und verzichtet auf lange Vorkämpfe. Im Hammerwurf wurden zudem nur vier statt der bisher üblichen sechs Versuche ausgetragen, wobei das Feld schrittweise reduziert wurde. Hummel kam mit den Änderungen gut zurecht und bezeichnete die Neuerungen als willkommenen Anstoß, die Sportart neu zu denken.
Veränderte Ausgangslage im Hammerwurf-Finale
Weltmeister und Olympiasieger Ethan Katzberg aus Kanada schied im neuen Modus bereits nach zwei Durchgängen aus und spielte im Kampf um den Sieg keine Rolle mehr. Hummel betonte, dass ihm kürzere Serien entgegenkommen, da er bei sechs Versuchen ohnehin oft zwei schwächere Würfe habe, die nun wegfielen.
Rekorddotierung und weitere deutsche Chancen
Der Weltverband stellt für die Ultimate Championship insgesamt zehn Millionen US-Dollar bereit und spricht von der höchsten Summe, die jemals bei einer einzelnen Leichtathletik-Veranstaltung ausgeschüttet wurde. Neben Hummel und der 4x100-Meter-Mixed-Staffel, die zum Auftakt Rang sechs belegte, treten aus deutscher Sicht noch Speerwurf-Europameister Julian Weber, die Langhürdler Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz sowie 1500-Meter-Läufer Robert Farken an. Sie wollen in den kommenden Entscheidungen ebenfalls um Spitzenplätze mitkämpfen.
Neues Format mit Signalwirkung für die Leichtathletik
Die Ultimate Championship in Budapest ist mehr als ein weiterer Meeting-Termin im Kalender. Das vom Weltverband initiierte Format zielt darauf, die Leichtathletik komprimierter, mediengerechter und finanziell attraktiver zu präsentieren. Kürzere Wettkämpfe, direkte Duelle und Showelemente sollen ein Publikum ansprechen, das an schnelle Entscheidungen und klare Geschichten gewöhnt ist. Der hohe Stellenwert des Events zeigt sich daran, dass Olympiasieger und Weltmeister in mehreren Disziplinen an den Start gehen.
Sportliche Bedeutung von Hummels Erfolg
Für Merlin Hummel fügt sich der Sieg in Budapest in eine bemerkenswerte Entwicklung ein. Nach Silbermedaillen bei Europameisterschaft und Weltmeisterschaft bestätigt er seine Stellung in der Weltspitze nun in einem neuen, stark beachteten Format. Besonders bemerkenswert ist, dass er sich in dem Stadion durchsetzt, in dem die deutsche Mannschaft bei der WM vor drei Jahren ohne Medaille blieb. Der souveräne Triumph gegen den ungarischen Europameister Bence Halasz und das frühe Ausscheiden von Weltmeister Ethan Katzberg unterstreichen, wie gut Hummel sich an veränderte Wettkampfbedingungen anpassen kann.
Finanzielle Dimension und Folgen für Athleten
Die Preisgeldstruktur der Ultimate Championship markiert einen Bruch mit der bisherigen Realität vieler Leichtathleten. Ein sechsstelliger Betrag für einen Einzelsieg und insgesamt zehn Millionen US-Dollar im Preisgeldtopf eröffnen neuen Spielraum für professionelle Karriereplanung. Wenn das Format sich etabliert, könnten Athleten künftig stärker nach solchen lukrativen Veranstaltungen planen. Zugleich zeigt der Weltverband, dass er bereit ist, bei Regeländerungen und Präsentation mutige Schritte zu gehen. Für das deutsche Team bieten die weiteren Wettbewerbe zusätzliche Chancen, sich im internationalen Vergleich sichtbar zu präsentieren und den Aufschwung einzelner Disziplinen zu festigen.
