Ilkay Gündogan, Jürgen Klopp

Gündogan schildert Klopp-Streit bei Borussia Dortmund

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:48 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ilkay Gündogan schildert einen heftigen, aber schnell beigelegten Streit mit Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund. Zugleich verteidigt er den neuen Bundestrainer, warnt vor der internationalen Konkurrenz und kritisiert den Einfluss sozialer Medien auf junge Profis.

Gündogan: Klopp schrie mich an und knallte die Tür
Ilkay Gündogan (Deutsche Nationalmannschaft) (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ilkay Gündogan hat einen heftigen Streit mit Jürgen Klopp aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund geschildert. Der frühere Nationalmannschaftskapitän sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, Klopp habe ihn wegen einer Verspätung beim Gang zum Physiotherapeuten angeschrien und eine Tür zugeschlagen.

Streit endet mit Entschuldigung

„Jürgen hat mir mal einen Einlauf verpasst“, sagte Gündogan. Klopp sei in den Raum gestürmt, habe ihn angeschrien und die Tür zugeknallt.

Nach Gündogans Darstellung beruhigte sich der damalige Dortmunder Trainer jedoch rasch. Eine halbe Stunde später habe Klopp ihn in den Arm genommen, seinen Ärger erklärt und sich entschuldigt. „Eigentlich hatte er recht“, sagte Gündogan.

Rückhalt für Klopp trotz Fehlstart

Die impulsive Art des Trainers hätten die Spieler akzeptiert, weil Klopp „ehrlich, direkt, sympathisch“ und authentisch sei. Trotz des enttäuschenden Starts als Bundestrainer zeigte sich Gündogan froh über Klopps Ernennung.

Klopp habe bereits Borussia Dortmund und den FC Liverpool in schwierigen Situationen übernommen und zu Titeln geführt, sagte Gündogan. Zugleich warnte er vor einem harten Weg für die Nationalspieler. Deutschland sei derzeit schwächer besetzt als Spanien, Frankreich oder England; das dürfe aber kein Grund sein, bei großen Turnieren vor dem Achtelfinale auszuscheiden.

Kritik an sozialem Druck

Deutlich kritisierte Gündogan den Umgang jüngerer Profis mit sozialen Medien. Manche Spieler würden in der Halbzeit ihren eigenen Namen googeln. Öffentliche Anerkennung sei einigen wichtiger als das Lob des Trainers oder der Mitspieler, sagte er. Das könne gefährlich sein und den Individualismus im Fußball verstärken.

Gündogan plant Trainerkarriere

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere möchte Gündogan selbst als Trainer arbeiten. Er habe erlebt, was Trainer bewirken könnten. Pep Guardiola habe den Gedanken an eine Trainerlaufbahn in ihm geweckt; in dessen Rolle habe er seine eigene Zukunft erkannt.

Gündogans Erinnerungen fallen in eine frühe und sportlich schwierige Phase von Jürgen Klopps Amtszeit als Bundestrainer. Die deutsche Nationalmannschaft startete unter Klopp mit einem 1:1 in den Niederlanden und verlor anschließend ihr Heimspiel gegen Griechenland mit 0:1. Vor dem dritten Nations-League-Spiel gegen Serbien steht das Team damit in der Gruppe unter Druck.

Der geschilderte Konflikt aus der gemeinsamen Dortmunder Zeit beschreibt zugleich Klopps Führungsstil: eine unmittelbare, teils impulsive Reaktion, auf die eine persönliche Erklärung und Entschuldigung folgte. Gündogan bewertet dieses Verhalten nicht als nachhaltigen Bruch, sondern als Teil einer direkten und von den Spielern akzeptierten Kommunikation. Für die Arbeit mit einer Nationalmannschaft ist dabei entscheidend, dass ein Trainer seine Prinzipien in kurzer Vorbereitungszeit vermitteln und unterschiedliche Spielergenerationen zusammenführen kann.

Herausforderung für die Nationalmannschaft

Gündogans Einschätzung zur Kaderqualität ordnet die sportliche Lage zusätzlich ein. Der Hinweis auf Spanien, Frankreich und England verweist auf die hohe internationale Konkurrenz, entbindet die deutsche Mannschaft nach seiner Darstellung aber nicht von der Pflicht, bei großen Turnieren die K.-o.-Runde zu erreichen. Die Kritik an der Nutzung sozialer Medien zielt auf einen weiteren strukturellen Punkt: Aufmerksamkeit und persönliche Außendarstellung können mit mannschaftlicher Hierarchie und kurzfristiger Spielvorbereitung konkurrieren.

Gündogan mit Trainerplänen

Seine angekündigte Perspektive auf eine spätere Trainerkarriere verbindet Gündogan mit den Erfahrungen unter Klopp und Pep Guardiola. Damit steht die Aussage auch für einen verbreiteten Übergang ehemaliger Führungsspieler in den Trainerberuf, bei dem taktisches Wissen, Kabinenerfahrung und der Umgang mit Profis zusammenkommen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Focus: „Klopp kriegt Erkenntnisse, die er „nicht bekommen wollte““ (28.09.2026)

Der Beitrag bestätigt den schwierigen Auftakt des neuen Bundestrainers und legt den Schwerpunkt auf die sportlichen Erkenntnisse aus den ersten Spielen. Im Unterschied zu Gündogans persönlicher Rückschau geht es vor allem um Klopps aktuelle Arbeit mit der Nationalmannschaft und die Konsequenzen aus der Niederlage.

ZDFheute: „Klopp trainiert mit komplettem Kader - Urbig wohl im Tor“ (30.09.2026)

ZDFheute bestätigt, dass Klopp vor dem Serbien-Spiel mit einem vollständig versammelten Kader arbeitet. Der Artikel setzt den Schwerpunkt auf personelle Entscheidungen und die sportliche Ausgangslage nach dem 0:1 gegen Griechenland, während Gündogan vor allem Klopps Persönlichkeit, die Kaderqualität und den Einfluss sozialer Medien bewertet.

Gemeinsam ist den Beiträgen die Einordnung eines bislang sieglosen Starts als zentrale Bewährungsprobe. Offen bleibt, ob Klopp kurzfristig eine stabilere Mannschaft formen und die sportliche Entwicklung gegen Serbien sichtbar machen kann.

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