Emma Aicher fährt in Sölden auf ihr erstes Riesenslalom-Podest
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 14:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDeutschlands Ski-Team in Sölden
- Emma Aicher verbesserte sich im zweiten Durchgang von Rang neun auf den dritten Platz.
- Paula Moltzan gewann den Riesenslalom vor Lara Colturi und feierte ihren ersten Weltcupsieg.
- Fabian Gratz belegte bei den Männern Rang sechs und erzielte damit das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere.
Aicher fährt in Sölden erstmals auf Riesenslalom-Podest
Emma Aicher ist beim Saisonauftakt in Sölden im Riesenslalom auf den dritten Platz gefahren. Die 22-Jährige arbeitete sich nach Rang neun zur Halbzeit noch auf das Podest vor und verwies dabei Mikaela Shiffrin auf Rang sieben.
Aufholjagd bringt bestes Ergebnis
Aicher feierte damit ihr bislang bestes Resultat in dieser Disziplin. Im vergangenen März war Rang vier im schwedischen Are ihre bisherige Bestmarke gewesen; in Sölden hatte sie im Vorjahr Platz 28 belegt.
Den Sieg holte die US-Amerikanerin Paula Moltzan vor der für Albanien startenden Lara Colturi. Für Moltzan war es der erste Weltcupsieg.
Shiffrin verpasst Jubiläum
Shiffrin lag nach dem ersten Durchgang vorn, musste sich bei schwieriger werdenden Bedingungen aber mit Rang sieben begnügen. Die sechsmalige Gesamtweltcupsiegerin verpasste damit ihren 111. Weltcupsieg.
Vor der Saison hatte Shiffrin angekündigt, weniger Slaloms zu bestreiten und ihren Fokus stärker auf Riesenslalom und Super-G zu legen. Sie bezeichnete den Winter als „Saison der Erkundung“.
Gratz überzeugt bei den Männern
Auch bei den deutschen Männern gab es in Sölden einen Top-Ten-Platz. Fabian Gratz wurde beim Sieg des Brasilianers Lucas Pinheiro Braathen Sechster und erzielte damit das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere.
Aicher hatte bereits in der Vorsaison zwei olympische Silbermedaillen und drei Weltcupsiege gewonnen. In allen vier Weltcup-Disziplinen stand sie inzwischen auf dem Podest; im Februar folgt mit der Weltmeisterschaft in Crans-Montana der Saisonhöhepunkt.
Emma Aichers dritter Platz in Sölden markiert vor allem sportlich einen wichtigen Schritt: Der Riesenslalom galt bislang als ihre schwächste Weltcup-Disziplin. Dass sie sich nach Rang neun zur Halbzeit noch auf das Podest vorarbeitete, erweitert ihr Profil von einer erfolgreichen Spezialistin zu einer Athletin, die in allen vier Disziplinen Spitzenresultate erreichen kann.
Für die Gesamtwertung ist dieser Auftakt deshalb relevant. Punkte in technischen Disziplinen wie dem Riesenslalom können über eine lange Saison ebenso entscheidend sein wie Erfolge in Slalom, Super-G und Abfahrt. Aicher bringt zudem den Rückenwind einer Vorsaison mit, in der sie zwei olympische Silbermedaillen und drei Weltcupsiege holte. Der dritte Rang erhöht allerdings auch die öffentliche Aufmerksamkeit, nachdem bereits vor dem Rennen über ihre Chancen auf die große Kristallkugel gesprochen worden war.
Shiffrins Fehlstart erhöht die Spannung
Mikaela Shiffrins siebter Platz nach der Führung im ersten Durchgang verändert die Kräfteverhältnisse nicht dauerhaft, macht den Saisonbeginn aber offener. Die US-Amerikanerin will ihren Schwerpunkt in diesem Winter stärker auf Riesenslalom und Super-G legen. Aichers Ergebnis zeigt zugleich, dass sie selbst in diesem Bereich konkurrenzfähig ist.
Der nächste große Saisonhöhepunkt ist die Weltmeisterschaft im Februar in Crans-Montana. Bis dahin wird sich zeigen, ob Aicher ihre Breite und Konstanz über weitere Rennen hinweg bestätigt. Fabian Gratz’ sechster Platz bei den Männern unterstreicht parallel die Erholung des deutschen Riesenslaloms.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: „Aicher gelingt Traumstart: Platz drei zum Ski-Weltcup-Auftakt“ (24.10.2026)
Der Beitrag hebe Aichers bestes Karriere-Ergebnis im Riesenslalom und ihre Aufholjagd von Rang neun hervor. Anders als die dpa-Meldung rücke er zusätzlich die Platzierungen weiterer deutscher Starterinnen sowie Shiffrins verpassten 111. Weltcupsieg in den Mittelpunkt.
ZDFheute: „Riesenslalom: Aicher rast zum Weltcup-Start in Sölden aufs Podest“ (24.10.2026)
Das ZDF bestätige Aichers dritten Platz und betone ebenfalls die Aufholjagd im zweiten Durchgang. Der Schwerpunkt liege stärker auf dem Duell mit Shiffrin und der Einordnung der deutschen Chancen in der neuen Saison; offen bleibe, wie sich der Auftakt über die Gesamtwertung hinweg auswirke.
Beide Beiträge stimmten beim Podestplatz, der Aufholjagd und Shiffrins Rang sieben überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung von Aichers Gesamtweltcup-Chancen und dem weiteren deutschen Team.
