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Glücksspiel, Online-Wetten

Deutsche Gesetzgebung im Online-Wett-Bereich

13.11.2020 - 19:15:00

Online-Wetten werden immer beliebter und man könnte das Gefühl bekommen, dass die Werbung für Angebote im Internet in den letzten Jahren rapide zugenommen hat. Aber sind diese Angebote alle legal?

 
Quelle: pixabay.com

Wie sieht der deutsche Gesetzgeber die Online-Wetten? Dieser und weiteren Fragen sind wir nachgegangen. Die Antworten findet man im Folgenden. Wir können bereits verraten, dass wir einige interessante Dinge herausgefunden haben, von anderen sind wir kaum überrascht.

Online-Glücksspiel in Deutschland

Sieht man sich die Gesetzeslage in Deutschland an, dann muss man zuerst einmal zwischen Glücksspiel und Sportwetten unterscheiden. Denn während Sportwetten vergleichsweise übersichtlich und verständlich reguliert sind, muss man beim Glücksspiel genauer hinsehen. Sportwetten werden je nach Bundesland unterschiedlich angegangen. Unterm Strich hat der Gesetzgeber keine Probleme mit den Anbietern, solange diese bestimmten Regeln und Gesetzen nachgehen.

Doch auch bei den Sportwetten laufen viele Dinge in einer Art Grauzone ab. Deshalb soll 2021 ein neues Sportwetten-Gesetz auf den Weg gebracht werden. Die neuen Regulierungen dürften dafür sorgen, dass Nutzer von Wett-Plattformen besser geschützt werden. Auf der anderen Seite kann man allerdings bereits erkennen, dass sich zahlreiche Anbieter aus dem deutschen Markt zurückziehen. Man kann also von einer Marktbereinigung sprechen. Wie genau die neue Gesetzeslage aussehen wird, ist bisher noch unklar.

Ein Gesetzesvorstoß, der bereits eingehend diskutiert wird, ist eine Obergrenze für Einzahlungen. Im Raum steht hier eine Summe von 1000 Euro pro Monat. Dieses Limit soll sowohl für Sportwetten-Anbieter als auch für Anbieter von Online Spielbank gelten. Das Limit soll dem Schutz der Nutzer dienen. Ob dieser Teil des neuen Gesetzes durchgesetzt wird, ist noch nicht abzusehen. Alles deutet jedoch daraufhin, dass das Limit ein zentraler Bestandteil des neuen Gesetzkatalogs sein dürfte.

Neben dem monatlichen Limit soll auch das Verifizieren der Kunden strenger werden. Man muss sich jetzt schon ausweisen und bestätigen, dass man 18 Jahre alt ist. Insgesamt dürften die neuen Gesetze dafür sorgen, dass man mehr Nachweise und Dokumente einreichen muss, wenn man sich in einem Online Casino oder bei einem Sportwetten-Anbieter anmelden will.

Ganz einschneidende Änderungen werden wohl für Live-Wetten kommen. Wer zum Beispiel live auf Spiele des HSV setzen will, der wird sich in Zukunft umorientieren müssen. Live-Sportwetten stehen nämlich kurz vor einer großen Veränderung: Viele Live-Wetten werden nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollen auch Wetten auf politische Ereignisse und auf E-Sport stark eingeschränkt werden. Wie genau dies aussehen soll, wird sich erst 2021 zeigen.

Eine weitere Gesetzesänderung dürfte für einige Diskussionen sorgen. Denn der Gesetzgeber will, dass die Anbieter stärker vernetzt werden und die Nutzerdaten dadurch besser überwacht werden können. Dadurch kann man das Spielerverhalten zentral überwachen und gegebenenfalls gewisse Spieler sperren. Wie genau dies funktionieren soll, ist noch nicht klar. Aber es scheint ein weiterer zentraler Bestandteil des Gesetzes zu sein, an dem kaum zu rütteln ist.

Neuer Staatsvertrag positiv oder negativ?

Der neue Glücksspiel-Staatsvertrag ist erst für 2021 geplant. Bis dahin gelten die Regelungen aus dem Vertrag von 2012. Nach diesem Vertrag sind die Regeln und Gesetze weitaus breiter gefasst. Bei Online Casinos beschränkt sich der Staat zum Beispiel darauf, eine Wettsteuer von 5% zu nehmen. Auch hier könnte es in Zukunft Änderungen geben. Deshalb dürfte es sich durchaus lohnen, dass man die Zeit bis zur neuen Gesetzgebung nutzt.

Ein großer Vorteil der neuen Regelungen könnte sein, dass das Glücksspiel-Monopol auf dem deutschen Markt weiter aufgebrochen wird. Es wäre möglich, dass wir in den kommenden Monaten verschiedene Veränderungen auf dem Markt sehen werden. Mehr Anbieter, die gleichzeitig sicherer sind. Der deutsche Gesetzgeber ist der Entwicklung auf dem Online-Wettmarkt in den letzten Jahren immer hinterhergelaufen. Dass die neue Gesetzgebung alle Probleme beseitigen kann, scheint unwahrscheinlich. Aber es dürfte sich eine eindeutige Besserung der aktuellen Situation abzeichnen. Es ist verständlich, dass einige Spieler die neuen Regelungen nicht begrüßen werden. Gleiches gilt für zahlreich Anbieter. Sieht man sich die Veränderungen aus Sicht der Nutzer an, dann kann man eines ganz klar erkennen: Der Schutz der Nutzer steht bei dem neuen Staatsvertrag im Mittelpunkt. Auf dieser Grundlage sollte man die neuen Gesetze auch interpretieren und wahrnehmen. Kurzfristige Einschränkungen dürften auf der anderen Seite dazu führen, dass Nutzer sich in Zukunft sicherer auf dem Glücksspiel- und Wettmarkt fühlen werden.