Drama um Marchand - auch Marburger muss aufgeben
11.03.2026 - 12:40:55 | dpa.dePara-Langläuferin Kathrin Marchand hat ihr zweites Rennen bei den Paralympics in Italien wegen eines Schwächeanfalls abbrechen müssen. Nach Tränen am Vortag wegen Platz vier im Sprint lag die 35-Jährige im Klassik-Rennen über 10 Kilometer nach rund der Hälfte der Strecke auf Bronze-Kurs, als sie auf einmal neben der Strecke saß und wenig später gestützt von Betreuern den Kurs verließ.
Marchand ist die erste Athletin, die sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen gestartet ist. Erst vor 14 Monaten hatte sie sich nach langen Jahren als Ruderin aufs Langlaufen konzentriert und sich direkt in ihrem zweiten Winter für die Spiele qualifiziert. Nach einem Schlaganfall im Alter von 30 Jahren sieht die Athletin auf beiden Augen ein Drittel weniger und ist in ihrer linken Körperhälfte eingeschränkt. Auch Multitasking oder Orientierung in neuen Umgebungen fallen ihr schwer.
Auch Marburger kommt nicht ins Ziel
Wenig später musste auch Sebastian Marburger bei den stehenden Männern etwa auf halber Strecke wegen Erschöpfung aussteigen. Der 28-Jährige hatte bis dato ebenfalls um den dritten Platz mitgekämpft. Tags zuvor hatte er im Klassik-Sprint bei seiner Paralympics-Premiere Silber gewonnen. Vor den Spielen hatte ein hartnäckiger Infekt den Langläufer, dem nach einem Motorradunfall das rechte Bein amputiert wurde, längere Zeit außer Gefecht gesetzt.
Wicker hauchdünn am Podest vorbei
Zuvor hatte Anja Wicker ihre erste paralympische Medaille im Langlauf um nur 1,5 Sekunden verpasst. Im klassischen Sprint über 10 Kilometer belegte die 34-Jährige beim Sieg der US-Amerikanerin Oksana Masters, die ihre zwölfte paralympische Goldmedaille gewann, am Ende den vierten Platz. Silber ging an die Südkoreanerin Kim Yunji vor Kendall Gretsch aus den USA.
«Es ist richtig knapp. Wahrscheinlich ein Zwinkern. An meinem Rennen habe ich nichts auszusetzen. Aber bei den Paralympics tun 1,5 Sekunden aufs Podest schon ein bisschen weh», sagte Wicker nach dem Rennen. «Ich habe alles reingehauen und bin zufrieden mit meinem Rennen. Es hat Spaß gemacht zu laufen und ich konnte übers Limit gehen.»
Im Biathlon hatte Wicker, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, am vergangenen Wochenende mit Bronze und Silber bereits ihre vierte und fünfte paralympische Medaille bei ihren dritten Spielen gewonnen. Ihre 54-jährige Teamkollegin Andrea Eskau beendete das Klassik-Rennen bei ihrer neunten Paralympics-Teilnahme auf Platz zehn.
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