Annett Kaufmann verliert Tischtennis-EM-Finale mit 3:4
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 18:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKaufmanns EM-Auftritt in Ljubljana
- Kaufmann verlor das Finale gegen Elizabeth Abrahamian mit 3:4 Sätzen.
- Im Halbfinale setzte sie sich gegen Nina Mittelham mit 4:3 durch.
- Im Viertelfinale gewann sie gegen Ying Han deutlich mit 4:0.
Annett Kaufmann verliert Tischtennis-EM-Finale in Ljubljana
Annett Kaufmann hat bei der Tischtennis-EM in Ljubljana das Finale erreicht und den Titel knapp verpasst. Die 20-Jährige verlor gegen die Russin Elizabeth Abrahamian mit 3:4 Sätzen.
Entscheidung fällt im siebten Satz
Kaufmann gratulierte ihrer Freundin nach dem Endspiel herzlich und verbarg ihre Enttäuschung zunächst hinter einem Handtuch. „Sie hat am Ende einfach die besseren Bälle gespielt“, sagte die neue Vize-Europameisterin unter Tränen.
Für Kaufmann ist die Silbermedaille dennoch der bislang größte Erfolg ihrer Karriere. „Wenn ich ein bisschen Abstand habe, kann ich positiv darauf blicken. Ich kann mir nichts vorwerfen.“
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Starker Weg ins Endspiel
Auf dem Weg ins Finale gewann Kaufmann zwei deutsche Duelle. Im Halbfinale bezwang sie Nina Mittelham mit 4:3, im Viertelfinale setzte sie sich gegen Ying Han mit 4:0 durch.
Deutsche Bilanz überzeugt
Die deutsche Mannschaft hatte bereits vor Kaufmanns Finaleinzug mehrere Medaillen gesammelt. Mittelham und Benedikt Duda gewannen Gold im Mixed, Mittelham und Kaufmann holten Bronze im Doppel, Dang Qiu gewann Bronze im Herren-Einzel.
Sportvorstand Richard Prause bezeichnete solche Partien als „Cappuccino-Matches“, weil er ihnen entspannt zusehen könne. Kaufmann nimmt im deutschen Team dennoch eine Sonderrolle ein: Nach dem Abschied von Timo Boll wirkt sie als einzige Nationalspielerin weit über ihre Sportart hinaus.
Olympia machte ihr Potenzial sichtbar
Bei den Olympischen Spielen 2024 führte Kaufmann ihr Team bis ins Halbfinale. Danach wurde sie U19-Weltmeisterin 2024, Team-Europameisterin 2025 und 2026 WM-Dritte mit der deutschen Mannschaft.
Bundestrainerin Tamara Boros traut ihr zu, für die asiatischen Spielerinnen gefährlich zu werden. Der Weg zur Spitze verlangt Kaufmann zugleich viel ab: Sie lebt, trainiert und reist als Vollprofi und muss auch Niederlagen gegen erfahrenere Gegnerinnen verarbeiten.
Freundinnen im Finale
Abrahamian durfte bei der EM antreten, nachdem das Startverbot für russische und belarussische Sportler bei solchen Meisterschaften seit Juli nicht mehr gilt. Kaufmann und Abrahamian kennen sich seit ihrer Jugend und hatten nach ihren Siegen in der zweiten Runde bereits mit einem möglichen Finale gerechnet.
Annett Kaufmanns Finaleinzug in Ljubljana steht für den nächsten Schritt einer Generation, die im deutschen Tischtennis nach dem Karriereende von Timo Boll Verantwortung übernimmt. Die 20-Jährige verbindet offensive Spielweise, hohe emotionale Präsenz und internationale Erfahrung. Ihr Weg führte bei den Olympischen Spielen 2024 erstmals einem breiten Publikum vor Augen, welches Potenzial in ihr steckt.
Der Erfolg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Kaufmann im Turnierverlauf erfahrene Gegnerinnen bezwang. Der Sieg gegen Ying Han im Viertelfinale und der Erfolg gegen Nina Mittelham im Halbfinale zeigten, dass sie auch enge und taktisch unterschiedliche Partien bewältigen kann. Das verlorene Endspiel ändert daran wenig: Als Vize-Europameisterin hat sie den bislang größten Einzel-Erfolg ihrer Karriere erreicht.
Mehr Verantwortung im deutschen Team
Für den Deutschen Tischtennis-Bund fügt sich Kaufmanns Silbermedaille in eine starke EM-Bilanz ein. Gold im Mixed, Bronze im Doppel und weitere Medaillen im Einzel unterstreichen die Breite des Teams. Zugleich richtet sich der Blick stärker auf Kaufmann als prägende Figur nach der Ära Boll. Ihre nächsten Aufgaben liegen darin, die Belastung eines internationalen Vollzeitprogramms dauerhaft zu bewältigen und die gewachsene Erwartungshaltung in weitere Spitzenergebnisse umzusetzen.
rbb24: „Nina Mittelham gewinnt Bronze im Einzel bei Tischtennis-EM“ (18.10.2026)
Der Beitrag ordnet Kaufmanns Finalteilnahme in die deutschen Einzel-Erfolge von Ljubljana ein. Er bestätigt den Weg ins Endspiel, behandelt aber vor allem Mittelhams Halbfinale und die daraus resultierende Bronzemedaille.
