Souveränes Davis-Cup-Weiterkommen: Alexander Zverev führt Deutschland nach Bologna
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 15:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAlexander Zverev hat das deutsche Davis-Cup-Team mit zwei Einzelsiegen gegen Kroatien erneut in die Endrunde geführt.
Zverev holt den entscheidenden Punkt
Eine Woche nach seinem Triumph bei den US Open gewann der Weltranglisten-Zweite auch sein zweites Einzel im Duell mit Kroatien. Gegen Dino Prizmic setzte sich Zverev mühelos mit 6:2, 6:4 durch und sorgte damit für den entscheidenden dritten Punkt im Vergleich.
Bereits am ersten Tag hatte Zverev gegen Matej Dodig mit 6:4, 7:6 (7:3) gewonnen und damit den Grundstein für den deutschen Erfolg gelegt. Mit seinen beiden Siegen blieb der zweifache Grand-Slam-Champion im gesamten Duell ungeschlagen.
Doppel überzeugt, Altmaier-Niederlage bleibt folgenlos
Den dritten deutschen Punkt holte das bewährte Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz. Die beiden setzten sich am Sonntag mit 7:5, 6:2 gegen Nikola Mektic und Mate Pavic durch und stellten damit die Weichen endgültig auf Weiterkommen.
Die Niederlage von Daniel Altmaier am ersten Tag fiel dadurch nicht ins Gewicht. Altmaier hatte sein Einzel gegen Dino Prizmic mit 4:6, 3:6 verloren, doch dank der Siege von Zverev und des Doppels blieb Deutschland im Gesamtvergleich klar vorne.
Bologna als nächstes großes Ziel
Mit dem Erfolg gegen Kroatien qualifizierte sich die deutsche Mannschaft für die Davis-Cup-Endrunde, die vom 24. bis 29. November im italienischen Bologna ausgetragen wird. Dort trifft das Team auf die besten Nationen der laufenden Saison.
Im vergangenen Jahr war Deutschland in der Vorschlussrunde am späteren Champion Spanien gescheitert. Mit einem nun zweifachen Grand-Slam-Sieger als Führungsfigur reist das Team diesmal mit breiter Brust nach Italien und hofft, das Halbfinale zu übertreffen.
Historische Bedeutung des Erfolgs
Der erneute Einzug des deutschen Teams in die Endrunde des Davis Cups unterstreicht die Rückkehr Deutschlands zur Weltspitze im Herrentennis. Alexander Zverev hat mit seinem US-Open-Titel und nun zwei souveränen Einzelsiegen binnen weniger Tage eine Führungsrolle übernommen, wie sie das deutsche Tennis seit den Hochzeiten von Boris Becker und Michael Stich nicht mehr kannte.
Für das Format Davis Cup, das seit der Reform mit zentraler Endrunde in Italien ausgetragen wird, ist ein Spieler aus den Toprängen der Weltrangliste ein entscheidender Faktor. Zverevs Position als Weltranglisten-Zweiter gibt der deutschen Mannschaft in jedem Vergleich einen verlässlichen Punktgaranten, um den herum Kapitän Michael Kohlmann sein Team planen kann. Der Erfolg gegen Kroatien zeigt zugleich, dass die Kombination aus starkem Spitzenspieler und eingespieltem Doppel mit Kevin Krawietz und Tim Pütz auf internationalem Niveau konkurrenzfähig ist.
Sportliche Perspektiven für Bologna
Die Endrunde in Bologna bietet Deutschland die Chance, an das Halbfinale des Vorjahres anzuknüpfen oder es sogar zu übertreffen. Im K.-o.-Modus können wenige starke Auftritte einer Nummer eins wie Zverev den Ausschlag geben, zumal er bewiesen hat, dass er körperlich und mental auch nach einem Grand-Slam-Triumph unmittelbar wieder Höchstleistungen abrufen kann. Für die übrigen Teamspieler bedeutet der sichere Punkt auf Position eins, dass sie mit weniger Druck in ihre Partien gehen können, was die Chancen auf weitere Matchgewinne erhöht.
Relevanz für Fans und Verband
Für deutsche Tennisfans schafft der Erfolg eine klare Erzählung: Der frisch gekürte Grand-Slam-Sieger trägt seine Form direkt in den traditionsreichen Teamwettbewerb. Das erhöht die Aufmerksamkeit für den Davis Cup, stärkt die Vermarktung und kann dem Deutschen Tennis Bund zusätzliche Einnahmen und Sponsoreninteresse bringen. Zugleich setzt der Erfolg ein Signal für den Nachwuchs, dass auch Spieler aus Deutschland wieder dauerhaft an der Spitze der Tenniswelt mitspielen können – im Einzel wie in der prestigeträchtigen Nationenwertung.
