Kevin Krawietz, Tim Pütz

Pütz stellt Karriereende im Vollzeitbetrieb in Aussicht – Krawietz-Doppel vor möglichem Ende

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 21:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tim Pütz stellt nach dem verlorenen US-Open-Finale ein Ende des festen Doppels mit Kevin Krawietz in der kommenden Saison in Aussicht. Der 38-Jährige denkt über einen Rückzug aus dem Vollzeitbetrieb nach.

Tim Pütz (l) und Kevin Krawietz präsentieren die Trophäe nach der Finalniederlage bei den US Open.  - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
Tim Pütz (l) und Kevin Krawietz präsentieren die Trophäe nach der Finalniederlage bei den US Open. - Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Tim Pütz denkt nach dem verlorenen US-Open-Finale gemeinsam mit Kevin Krawietz über einen Rückzug aus dem Vollzeit-Tennisprofi-Dasein nach.

Rückzug aus dem Vollzeitkalender möglich

Der 38-Jährige sagte nach dem Endspiel in New York, es bestehe eine gute Chance, dass er im kommenden Jahr nicht mehr voll spiele und Krawietz sich einen neuen Partner suchen müsse. Möglich sei auch, dass er künftig weniger Turniere bestreite.

Pütz sprach von einem langsamen Übergang in den Tennis-Ruhestand, stellte aber zugleich klar, dass dies noch nicht feststehe. Krawietz sagte, er wisse schon länger von diesen Überlegungen.

Finale in New York verloren

Das deutsche Davis-Cup-Doppel verlor das Finale im Arthur Ashe Stadium gegen Christian Harrison und Neal Skupski mit 4:6, 6:7 (6:8).

Damit verpassten Krawietz und Pütz im zweiten US-Open-Finale erneut ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel. Ihren größten gemeinsamen Erfolg hatten sie mit dem Titel bei den ATP Finals 2024 gefeiert.

Partnerschaft bleibt offen

Beide betonten nach dem Match, dass ihr Verhältnis unverändert gut sei. Pütz begründete seine Überlegungen mit dem Alter und privaten Gründen.

Für Krawietz wäre ein künftiger Partnerwechsel nicht neu: Vor seiner Zeit mit Pütz hatte er mit Andreas Mies bereits zweimal die French Open gewonnen.

Einordnung: Ein Duo mit offenem Ende

Der mögliche Rückzug von Tim Pütz würde das deutsche Spitzendoppel im Herrentennis in eine neue Phase führen. Seit dem Zusammenschluss mit Kevin Krawietz gehörten beide zu den konstantesten Paarungen auf der ATP-Tour; der Finaleinzug bei den US Open zeigt, dass das Duo auch auf der größten Bühne konkurrenzfähig bleibt.

Für Krawietz wäre ein Wechsel des Partners sportlich eine Zäsur, aber kein Bruch mit der Doppelspitze des deutschen Herrentennis. Er hat bereits mit Andreas Mies Grand-Slam-Erfahrung gesammelt und damit gezeigt, dass er unterschiedliche Spielertypen integrieren kann. Für Pütz spricht zugleich, dass sein Nachdenken über den Belastungsumfang nicht mit einem Leistungsabfall gleichzusetzen ist, sondern mit der Frage, wie sich eine lange Karriere mit Familie und reduzierten Turnieren verbinden lässt.

Die sportliche Wirkung geht über ein einzelnes Turnier hinaus. Ein Ende des festen Duos würde die deutsche Doppel-Planung für Davis Cup, ATP-Tour und Grand Slams verändern, weil eingespielte Automatismen im Doppel besonders wertvoll sind. Gleichzeitig bleibt offen, ob Pütz tatsächlich aus dem Vollzeitkalender aussteigt oder nur gezielt reduziert. Genau diese Übergangsphase macht die Entwicklung für die nächsten Monate relevant: Sie betrifft nicht nur einen Partnerwechsel, sondern die Struktur eines Teams, das über Jahre aufeinander eingespielt war.

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