Jannik Sinner sagt Peking ab – Alexander Zverevs Chancen auf Nummer eins steigen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 13:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJannik Sinner verzichtet wegen anhaltender Knieprobleme auf das ATP-Turnier in Peking und erhöht damit Alexander Zverevs Chancen auf die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste.
Sinner verschiebt Comeback erneut
Der aktuell führende Italiener gab seinen Startverzicht bekannt, weil er nach einer Verletzung noch nicht bereit für Wettkämpfe ist. «Es tut mir sehr leid bekanntzugeben, dass ich nicht in der Lage sein werde, in diesem Jahr in Peking zu spielen. Meinem Knie geht es nicht so gut, wie ich es gerne hätte, und ich bin noch nicht bereit für Wettkämpfe», sagte der 25-Jährige in einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen.
Sinner bestritt sein bislang letztes offizielles Match vor fast zweieinhalb Monaten im Wimbledon-Finale gegen Zverev. Seitdem fällt der fünfmalige Grand-Slam-Turniergewinner aus.
Zverev verkürzt Rückstand
Zverev hat den Rückstand auf Sinner durch seinen US-Open-Triumph auf 1810 Punkte verkürzt. Sinner kann in Peking als Titelverteidiger 500 Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen.
Weitere Vorteile im Saisonendspurt
Auch bei den übrigen Turnieren bis zum Saisonende muss Sinner im Vergleich zu Zverev deutlich mehr Punkte verteidigen. Zverev war im Vorjahr in Peking im Viertelfinale ausgeschieden und geht diesmal als topgesetzter Spieler in das 500er-Turnier.
Der 29-Jährige nimmt derzeit am Laver Cup in London teil. Bei dem Showevent mit einem Team Europa und einem Team Welt werden keine Weltranglistenpunkte vergeben.
Becker traut Zverev Platz eins zu
«Ich werde für den Rest des Jahres konzentriert bleiben und alles dafür tun, die Resultate so zu zeigen, dass ich die Chance habe, Nummer eins zu sein», sagte Zverev. Boris Becker hält es für eine Frage der Zeit, bis der Hamburger die Spitze erreicht.
Becker war bislang der einzige deutsche Spieler an der Spitze der Männer-Weltrangliste und stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins.
Der Abstand schrumpft
Im Kampf um die Spitzenposition zählt im Saisonendspurt nicht nur der aktuelle Rang, sondern vor allem die Zahl der Punkte, die ein Spieler aus dem Vorjahr verteidigen muss. Sinners Absage in Peking kostet den Titelverteidiger unmittelbar 500 Zähler. Damit erhält Zverev beim dortigen Hartplatzturnier die Gelegenheit, seinen Vorsprung auf den Italiener im Jahresvergleich weiter zu verringern.
Für Zverev kommt hinzu, dass er in Peking als topgesetzter Spieler antritt und im Vorjahr bereits im Viertelfinale ausgeschieden war. Seine mögliche Punktsteigerung hängt deshalb stark vom Abschneiden im laufenden Wettbewerb ab. Der US-Open-Sieg hat den Rückstand auf 1810 Punkte reduziert; die Absage verschiebt die Ausgangslage zusätzlich zugunsten des Deutschen.
Entscheidend wird der Herbst
Die Nummer eins wird in den kommenden Wochen über mehrere große Turniere entschieden. Sinner muss nach der Knieverletzung zunächst gesund zurückkehren, während Zverev seine Chancen nur mit konstanten Ergebnissen nutzen kann. Der Laver Cup in London verändert die Weltrangliste nicht, weil dort keine ATP-Punkte vergeben werden.
Für Tennisfans ist damit vor allem der weitere Saisonverlauf relevant: Jeder Sinner-Start hängt an seiner Wettkampffähigkeit, jeder Zverev-Sieg an der Punkteausbeute. Boris Becker bleibt bislang der einzige deutsche Tennisprofi an der Spitze der Männer-Weltrangliste; Zverev kann diese historische Marke als zweiter Deutscher erreichen.
