Jannik Sinner beendet Saison: Zverev vor Sprung auf Tennis-Thron
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJannik Sinner beendet wegen anhaltender Knieprobleme vorzeitig seine Saison und eröffnet Alexander Zverev damit eine große Chance auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste.
Zverev kann Sinner bald einholen
Sinner gab seine Entscheidung in einer Videobotschaft über soziale Medien bekannt. Der Italiener erklärte, er habe sie nach Rücksprache mit den Ärzten getroffen, weil sein Knie weitere Behandlungen benötige und er auch an seine langfristige Karriere denken müsse.
In der Weltrangliste trennen Sinner und Zverev derzeit 1.280 Punkte. Sinner kann bei den verbleibenden Turnieren seine zahlreichen Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen. Zverev hat deutlich weniger Zähler zu verlieren und dürfte den aktuellen Spitzenreiter deshalb unabhängig von den eigenen Ergebnissen schon bald einholen.
Entscheidung spätestens in Turin
Spätestens bei den ATP-Finals in Turin ab dem 12. November kann Zverev die Führung übernehmen. Dass Carlos Alcaraz den Deutschen in diesem Jahr noch abfängt, gilt als praktisch ausgeschlossen.
Zverevs Chancen hatten sich bereits durch die Verletzungspausen seiner Rivalen verbessert. Anfang Februar lag der Hamburger nach den Australian Open noch mehr als 9.000 Punkte hinter dem damals führenden Alcaraz und knapp 5.700 Punkte hinter Sinner. Nach seiner Niederlage gegen Novak Djokovic im Viertelfinale von Peking kann er Sinner in Asien zwar nicht mehr sofort von Platz eins verdrängen, den Rückstand aber weiter verkürzen.
Zweiter Deutscher nach Boris Becker
Für Zverev wäre die Spitzenposition der nächste Höhepunkt seines erfolgreichsten Jahres. Bei den French Open in Paris gewann er erstmals ein Grand-Slam-Turnier, im September folgte der Triumph bei den US Open.
Der 29-Jährige wäre bei den Männern erst der zweite Deutsche nach Boris Becker auf dem Tennis-Thron. Becker war insgesamt zwölf Wochen Weltranglistenerster. Becker hatte während der US Open erklärt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Zverev die Nummer eins werde.
Davis Cup als drittes Saisonziel
Zverev war 2026 durchgehend fit und erreichte unter anderem das Wimbledon-Finale gegen Sinner. Zuletzt hatte er angekündigt, bis zum Jahresende konzentriert um die nötigen Resultate für den Sprung an die Spitze zu kämpfen.
Als weiteres Ziel bleibt der Davis Cup. Zverev trug entscheidend dazu bei, dass Deutschland die Finalrunde in Bologna vom 24. bis 29. November erreicht. Dort will die deutsche Mannschaft erstmals mit ihm den Titel gewinnen.
Weltrangliste wird durch Punktverlust entschieden
Für Zverev geht es nicht nur um eigene Siege, sondern vor allem um die Verteilung der Weltranglistenpunkte aus dem Vorjahr. Sinner muss an mehreren Saisonendturnieren die Zähler seines erfolgreichen Vorjahres verteidigen; durch seinen Ausfall verliert er diese Möglichkeit. Zverev hat in denselben Wochen deutlich weniger Punkte zu verteidigen.
Rückschlag in Peking verändert den Zeitplan
Die Niederlage gegen Novak Djokovic im Viertelfinale der China Open hat Zverevs unmittelbaren Sprung an die Spitze zunächst verhindert. Nach dem Turnier in Peking bleibt der Rückstand auf Sinner bei 1.280 Punkten. Damit verschiebt sich die Entscheidung auf die folgenden Turniere, insbesondere nach Wien und spätestens zu den ATP-Finals in Turin.
Historische Chance für den deutschen Tennisstar
Ein Platz an der Spitze wäre für Zverev der zweite große Meilenstein seines Jahres nach dem ersten Grand-Slam-Titel. Zugleich könnte er der erste deutsche Weltranglistenerste im Männer-Tennis seit Boris Becker werden. Für das Saisonfinale bleibt neben der Rangliste der Davis Cup ein weiteres Ziel: Deutschland hat sich für die Finalrunde in Bologna vom 24. bis 29. November qualifiziert. Zverevs Ausgangslage ist damit sportlich außergewöhnlich, hängt aber weiterhin von seinen eigenen Ergebnissen und der Punktdynamik der Konkurrenz ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Sagt Jannik Sinner jetzt sogar alle Turniere ab? Star-Arzt mischt sich ein“ (05.10.2026)
Der Bericht hebe hervor, Sinner bleibe trotz seiner Verletzung zunächst an der Spitze der Weltrangliste und eine Rückkehr in diesem Jahr sei nicht mehr sicher. Als zusätzlichen Schwerpunkt nenne er eine mögliche konservative Behandlung des Knies und die Frage, ob Sinner weitere Turniere absagen müsse.
FOCUS online: „Thriller-Aus gegen Djokovic bremst Zverev-Attacke auf Rang 1 im Tennis“ (04.10.2026)
Der Artikel bestätige Zverevs gute Ausgangslage, setze den Schwerpunkt aber auf den konkreten Zeitplan der Ranglistenübernahme. Demnach könne der Deutsche nach Shanghai noch nicht Erster werden; bei einem erfolgreichen Turnier in Wien habe er den Sprung an die Spitze rechnerisch selbst in der Hand.
Beide Beiträge stellten Sinners Knieprobleme und Zverevs geringe Punktlast als entscheidende Faktoren heraus. Offen bleibe vor allem, wann Sinner tatsächlich zurückkehre und wie viele Punkte Zverev in den verbleibenden Turnieren selbst gewinne.
