Djokovic nach Medwedew-Disqualifikation im Finale von Peking
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNovak Djokovic steht nach der Disqualifikation seines Halbfinalgegners Daniil Medwedew im Finale des Tennisturniers in Peking.
Medwedew trifft Zuschauer
Der Russe schlug gegen Ende des zweiten Satzes nach einem verlorenen Punkt den Ball ins Publikum und traf einen Zuschauer im Gesicht. Der Besucher musste mit offensichtlichen Schmerzen von der Tribüne geführt werden.
Beim Stand von 7:5, 5:3, 15:15 wurde Djokovic nach knapp zweieinhalb Stunden zum Sieger erklärt. Der Serbe trifft im Endspiel an diesem Dienstag auf den Australier Alex de Minaur.
Djokovic bleibt in Peking ungeschlagen
Der 39 Jahre alte Djokovic hat in Peking noch nie ein Spiel verloren und verließ nun zum 33. Mal als Sieger den Platz. „Ich bin ein bisschen geschockt. Es tut mir leid für die Person. Ich hoffe, sie ist nicht verletzt“, sagte Djokovic.
Er tue ihm auch für Medwedew leid, weil er genau wisse, wie es sich anfühle, für so etwas disqualifiziert zu werden, sagte der Serbe. Djokovic war 2020 bei den US Open disqualifiziert worden.
Langes Duell auf hohem Niveau
Vor dem unrühmlichen Ende lieferten sich Djokovic und Medwedew ein packendes Halbfinale. Der erste Satz dauerte 1:19 Stunden, ehe sich Djokovic mit 7:5 durchsetzte.
Beiden Spielern waren die Strapazen anzumerken. Djokovic wirkte angeschlagen und stützte seine Hände wiederholt auf die Oberschenkel. Medwedew imitierte seinen Gegner zunächst einige Male, nahm nach einem Aufschlagverlust zum 2:4 aber selbst eine Behandlungspause.
Medwedew verliert die Nerven
Danach schaffte der Russe das Re-Break, gab seinen Aufschlag anschließend jedoch erneut ab. Kurz darauf kam es zur entscheidenden Aktion mit dem Ball ins Publikum und zur Disqualifikation.
Ein besonderer Rekordlauf
Djokovics Finaleinzug fügt sich in seine außergewöhnliche Bilanz in Peking ein. Der Serbe hat dort laut der vorliegenden Meldung noch kein Match verloren und steht nun zum 33. Mal als Sieger eines Spiels auf dem Platz. Zuvor hatte er im Viertelfinale Alexander Zverev bezwungen.
Das Halbfinale gegen Medwedew zeigte zugleich die körperliche und mentale Belastung eines langen Turniers. Der erste Satz dauerte 1:19 Stunden, beide Spieler benötigten im zweiten Durchgang medizinische Betreuung beziehungsweise wirkten körperlich angeschlagen. Medwedews Ball ins Publikum veränderte den Ausgang eines bis dahin engen Matches unmittelbar.
Finale gegen de Minaur
Im Endspiel am Dienstag trifft Djokovic auf Alex de Minaur. Damit erhält der Australier die Chance, die lange Erfolgsserie des Serben in der chinesischen Hauptstadt zu beenden. Für Djokovic geht es neben dem Titel auch um die Fortsetzung seiner bemerkenswerten Peking-Bilanz; für Zuschauer steht nach dem ungewöhnlichen Halbfinalende ein sportlich offenes Finale im Mittelpunkt.
Regel mit weitreichender Folge
Die Disqualifikation macht deutlich, wie unmittelbar ein Ballwechsel außerhalb des Spielfelds sportrechtliche Folgen haben kann. Entscheidend ist nicht nur der verlorene Punkt, sondern auch die Verantwortung der Spieler für gefährliche Aktionen gegen Zuschauer. Djokovic kennt die Konsequenzen aus eigener Erfahrung: Bei den US Open 2020 war er nach einem Balltreffer gegen eine Linienrichterin disqualifiziert worden.
