Alexander Zverev kontert Boris Becker nach Paris-Aus scharf
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZverevs Reaktion nach Paris
- Zverev verlor in Paris gegen Lorenzo Musetti mit 6:7 (5:7) und 2:6.
- Am Montag übernahm er als erster deutscher Tennisprofi seit Boris Becker die Weltranglistenspitze.
- In den drei vergangenen Grand-Slam-Finals sah er die Zuschauer in Paris überwiegend auf seiner Seite.
Zverev weist Beckers Kritik scharf zurück
Alexander Zverev hat Aussagen von Boris Becker über seine geringe Beliebtheit in Deutschland scharf zurückgewiesen. Nach seinem Aus beim Masters in Paris warf er Becker vor, „relativ viel Blödsinn“ zu erzählen und ihn gezielt herabzusetzen.
Becker kritisiert Auftreten in Interviews
Becker hatte in einem Spiegel-Interview vermutet, Zverev komme in deutschen Gesprächen häufig schroff und abgehackt herüber. Gegenüber Journalisten sei der Tennisprofi aus Beckers Sicht nicht besonders freundlich.
Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger verwies außerdem darauf, dass Zverev sich nicht politisch zum Krieg in der Ukraine äußere. Er könne diese Haltung zwar verstehen, sie komme beim Publikum aber nicht gut an.
Zverev lehnt politische Kommentare ab
„Ich fand komisch, dass er der Meinung ist, dass ich mich politisch äußern sollte“, sagte Zverev. Er habe eine klare Meinung, sei aber bislang nicht danach gefragt worden und werde keine entsprechenden Kommentare auf Instagram veröffentlichen.
Uneinigkeit über Unterstützung der Fans
Becker hatte zudem erklärt, die Zuschauer hätten in Zverevs drei vergangenen Grand-Slam-Finals überwiegend auf der Seite des jeweiligen Gegners gestanden. Zverev widersprach dieser Einschätzung zumindest teilweise.
Für das Finale in Paris nannte er einen Anteil von 70 Prozent der Zuschauer auf seiner Seite. In Wimbledon gegen Jannik Sinner sei die Unterstützung etwa ausgeglichen gewesen; in New York hätten die Fans erwartbar überwiegend den US-Amerikaner Ben Shelton unterstützt.
Weltranglistenerster scheidet früh aus
Zverev betonte, nur kurze Ausschnitte von Beckers Interview gelesen zu haben. Der 29-Jährige verlor in Paris gegen den Italiener Lorenzo Musetti mit 6:7 (5:7) und 2:6 bereits in der zweiten Runde.
Am Montag hatte Zverev als erster deutscher Tennisprofi seit Becker die Spitze der Weltrangliste übernommen. Beckers öffentliche Bewertung seines Auftretens trifft damit auf einen Spieler, dessen sportlicher Status gerade einen neuen Höhepunkt erreicht hat.
Alexander Zverevs Reaktion fällt in eine Phase, in der seine sportliche Stellung deutlich gewachsen ist. Mit dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste steht der 29-Jährige stärker im Mittelpunkt als zuvor. Damit rückt neben den Ergebnissen auch seine öffentliche Wirkung in den Fokus.
Sportlicher Aufstieg, öffentliche Erwartungen
Boris Becker verbindet den gestiegenen Status mit höheren Erwartungen an Nahbarkeit und Verantwortung. Dieser Maßstab prägt die Wahrnehmung prominenter Sportler besonders dann, wenn sie im eigenen Land bislang weniger Unterstützung erfahren als ihre Gegner. Zverev weist diese Erwartung für politische Äußerungen zurück und betont, dass er seine Haltung nicht öffentlich über soziale Netzwerke verbreiten wolle.
Die sportliche Ausgangslage
Unabhängig vom öffentlichen Streit begann Zverev seine Zeit als Nummer eins sportlich enttäuschend. Beim Masters in Paris verlor er gegen Lorenzo Musetti in der zweiten Runde mit 6:7 und 2:6. Die Niederlage beendet nicht seine Stellung an der Weltranglistenspitze, erhöht aber den Druck auf die kommenden Turniere.
Ein Konflikt über Wahrnehmung
Der Austausch zeigt einen grundsätzlichen Gegensatz: Becker bewertet vor allem Außenwirkung und Publikumsbindung, während Zverev die sportliche Leistung und seine persönliche Entscheidung zur öffentlichen Kommunikation in den Vordergrund stellt. Offen bleibt, ob der Streit die Diskussion über Zverevs Beliebtheit weiter verstärkt oder nach den nächsten sportlichen Auftritten in den Hintergrund tritt.
