Straßenrad-WM: Deutsches Mixed-Team verpasst in Montreal die Medaille
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das deutsche Mixed-Team hat bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Montreal Platz fünf belegt und die Medaillenränge um 29 Sekunden verpasst.
Italien gewinnt vor Frankreich
Maximilian Walscheid, Nikias Arndt, Jasha Sütterlin, Ricarda Bauernfeind, Antonia Niedermaier und Franziska Koch absolvierten den 40,6 Kilometer langen Kurs. Italien sicherte sich den Titel mit acht Sekunden Vorsprung vor Frankreich, die Schweiz wurde Dritter.
Defekt bringt Taktik durcheinander
Für das deutsche Team begann das Rennen früh mit Problemen. Arndt konnte dem Tempo seiner Teamkollegen nicht folgen, bei den Frauen sprang Bauernfeind die Kette herunter. Dadurch mussten die deutschen Frauen fast den gesamten Kurs zu zweit fahren.
Beim Wechsel lagen die Deutschen 16 Sekunden hinter dem späteren Schweizer Bronze-Team, auf Italien fehlten zu diesem Zeitpunkt bereits 28 Sekunden. Die Hoffnung ruhte anschließend auf dem Frauen-Trio mit Koch, die im Einzelzeitfahren in Montreal Bronze gewonnen hatte.
Koch erreicht das Ziel zu zweit
Koch zeigte auf dem letzten Teil des Rennens eine starke Leistung, konnte den Rückstand aber nicht mehr wettmachen. «Natürlich ist man enttäuscht. Aber wenn jemand defekt hat, dann kann man das nicht beeinflussen. So etwas passiert», sagte Niedermaier.
Auch Arndt verwies auf den technisch anspruchsvollen Kurs und teilweise schlechte Straßenverhältnisse. Koch sagte, sie sei bereits nach drei Kilometern am Limit gewesen; zu zweit seien die Erholungsphasen kürzer gewesen.
Deutsche Medaillenserie reißt
Deutschland hatte 2021 den WM-Titel gewonnen, 2019 und 2024 Silber sowie 2023 Bronze geholt. 2025 war wegen mehrerer Erkrankungen keine Medaille gelungen.
Ein Defekt entscheidet die Teamtaktik
Die Mixed-Staffel verbindet ein Männer- und ein Frauenrennen zu einer gemeinsamen Mannschaftsleistung. Entscheidend ist nicht nur die individuelle Stärke, sondern auch, wie lange die Formation geschlossen bleibt. Fällt ein Fahrer oder eine Fahrerin zurück, müssen die übrigen Mitglieder das Tempo anpassen oder mit kleinerer Besetzung weiterfahren.
Für Deutschland wog der frühe Defekt besonders schwer, weil das Frauenteam den 40,6 Kilometer langen Kurs nahezu vollständig zu zweit absolvieren musste. Damit verkürzten sich die Erholungsphasen, während zugleich Zeit auf die Medaillenränge verloren ging. Die 29 Sekunden Rückstand auf die Schweiz zeigen, dass eine Medaille trotz des Problems nicht völlig außer Reichweite lag.
Starke Einzelresultate, verpasste Teammedaille
Franziska Koch hatte zuvor im Einzelzeitfahren Bronze gewonnen und damit die Leistungsfähigkeit des deutschen Aufgebots unterstrichen. Antonia Niedermaier war in diesem Wettbewerb Siebte geworden. Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland in Montreal zur internationalen Spitze gehörte, die Staffel aber stärker von Rennverlauf, Technik und Zusammenspiel abhängig war als die Einzelrennen.
Der fünfte Platz beendet zugleich eine bemerkenswerte deutsche Medaillenserie: Seit 2019 hatte das Team bei vier Austragungen Gold, zweimal Silber und Bronze gewonnen. Nach dem krankheitsbedingten Ausbleiben einer Medaille 2025 bleibt damit die Rückkehr aufs Podium zunächst aus. Für die kommenden Wettbewerbe dürfte die Stabilität der Formation ebenso wichtig sein wie die individuelle Form.
