Paul Seixas, Lombardei-Rundfahrt

Lombardei-Rundfahrt: Paul Seixas wird jüngster Sieger der Geschichte

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Paul Seixas gewinnt die Lombardei-Rundfahrt als jüngster Sieger der Geschichte. Der 20-jährige Franzose setzt sich 18 Kilometer vor dem Ziel ab und beendet damit die fünfjährige Siegesserie von Tadej Pogacar.

Jungstar Paul Seixas hat die Lombardei-Rundfahrt gewonnen. (Archivbild) - Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Jungstar Paul Seixas hat die Lombardei-Rundfahrt gewonnen. (Archivbild) - Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Paul Seixas hat die Lombardei-Rundfahrt gewonnen und sich mit 20 Jahren und 16 Tagen zum jüngsten Sieger des Radsport-Monuments gekrönt.

Seixas fährt in Como allein zum Sieg

Der Franzose setzte sich bei der 120. Auflage des Herbstklassikers nach 239 Kilometern im Alleingang durch. Den entscheidenden Angriff startete Seixas 18 Kilometer vor dem Ziel am steilen Anstieg Civiglio; anschließend ließ er sich nicht mehr einholen.

Auf den Plätzen zwei und drei kamen der spanische Vuelta-Sieger Enric Mas und der Italiener Giulio Ciccone in Como an. Topfavorit Remco Evenepoel musste am vorletzten Anstieg abreißen lassen und wurde Vierter.

Historischer Rekord im Radsport-Monument

Seixas übertraf mit seinem Alter den bisherigen Rekord des Italieners Giovanni Gerbi. Gerbi war bei seinem Sieg im Jahr 1905 20 Jahre und 161 Tage alt gewesen. Nur drei Fahrer hatten bei ihrem Erfolg in einem der fünf Radsport-Monumente ein noch jüngeres Alter.

Pogacars Siegesserie endet

Der Erfolg beendete die Serie von Tadej Pogacar, der die Lombardei-Rundfahrt zuvor fünfmal nacheinander gewonnen hatte. Der Slowene hatte seine Saison nach einem Schlüsselbeinbruch bei der Vuelta vorzeitig beendet.

Für Seixas war es bereits der achte Saisonsieg. Zuvor hatte er unter anderem die Flèche Wallonne und die Baskenland-Rundfahrt gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft belegte er im Zeitfahren den dritten Platz; bei seiner ersten Tour de France war er Vierter geworden.

Fahrer protestieren vor dem Start

Vor dem Start in Bergamo protestierten die Fahrer fünf Minuten lang gegen wiederholte Sicherheitsvorfälle. Evenepoel trat dabei als Sprecher des Pelotons auf.

Adam Hansen, der Vertreter der Fahrervereinigung CPA, verwies auf mehrere Vorfälle innerhalb einer Woche. Fahrzeuge seien auf die Rennstrecke geraten; außerdem seien zwei Fahrer nach der Kollision mit einem entgegen der Fahrtrichtung fahrenden Motorrad gestürzt.

Hansen erinnerte zudem an den Tod von Finlay Tarling im Sommer. Tarlings Vater Michael begrüßte die Protestaktion und forderte Veränderungen durch den Radsport-Weltverband UCI.

Mehr Sicherheit im Rennbetrieb gefordert

Der Protest vor der Lombardei-Rundfahrt macht ein strukturelles Problem des Straßenradsports sichtbar: Profirennen finden auf öffentlichen oder nur zeitweise gesicherten Straßen statt. Motorräder, Begleitfahrzeuge, Zuschauer und der Rennverkehr bewegen sich dabei in einem Umfeld, in dem hohe Geschwindigkeiten, enge Straßen und steile Abfahrten zusammentreffen.

Besonders schwer wiegt der Verweis auf den Tod von Finlay Tarling am 14. August. Der Fall steht für die Konsequenzen, die entstehen können, wenn Fahrzeuge die Abläufe eines Rennens gefährden. Dass die Fahrervereinigung CPA unmittelbar vor einem Monument protestiert und Remco Evenepoel als Sprecher des Feldes auftritt, verleiht der Forderung zusätzliches Gewicht.

Folgen für Veranstalter und Weltverband

Für die Organisatoren und den Radsport-Weltverband UCI erhöht sich damit der Druck, Sicherheitsstandards nicht nur formal festzulegen, sondern entlang der gesamten Strecke durchzusetzen. Dazu gehören die Kontrolle von Motorrädern und Begleitfahrzeugen, klare Zufahrtsregeln sowie eine wirksame Absicherung besonders gefährlicher Streckenabschnitte.

Sportlich zeigt der Ausgang zugleich den Generationenwechsel: Seixas verbindet den historischen Rekord mit einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison. Für Zuschauer bedeutet das Rennen künftig nicht nur die Frage nach dem Sieger, sondern auch, wie Veranstalter den spektakulären Kurs in den Bergen sicherer machen.

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