Brandon McNulty, Straßenrad-WM 2026

Brandon McNulty gewinnt Straßenrad-WM in Montreal vor Matthews und van der Poel

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Brandon McNulty gewinnt in Montreal überraschend den WM-Titel im Straßenrennen. Der US-Amerikaner setzt sich nach einer späten Attacke vor Michael Matthews und Mathieu van der Poel durch.

  • Neuer Weltmeister: Der US-Amerikaner Brandon McNulty. (Archivbild) - Bild: Massimo Paolone/LaPresse/AP/dpa
    Neuer Weltmeister: Der US-Amerikaner Brandon McNulty. (Archivbild) - Bild: Massimo Paolone/LaPresse/AP/dpa
  • Das Hauptfeld während des Straßenrennens. - Bild: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa
    Das Hauptfeld während des Straßenrennens. - Bild: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa
Neuer Weltmeister: Der US-Amerikaner Brandon McNulty. (Archivbild) - Bild: Massimo Paolone/LaPresse/AP/dpa Das Hauptfeld während des Straßenrennens. - Bild: Graham Hughes/The Canadian Press/AP/dpa

Brandon McNulty hat in Montreal überraschend den WM-Titel im Straßenrennen gewonnen und sich als erster US-Amerikaner seit Lance Armstrong das Regenbogen-Trikot gesichert.

McNulty attackiert 33 Kilometer vor dem Ziel

Der 28-Jährige setzte sich auf der Avenue de Parc nach 273,4 Kilometern durch. Silber gewann der Australier Michael Matthews, Bronze ging an den Niederländer Mathieu van der Poel.

McNulty, Teamkollege des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogacar, griff rund 33 Kilometer vor dem Ziel an. Die zuvor hoch gehandelten Paul Seixas, Isaac Del Toro und Remco Evenepoel reagierten zunächst nicht und konnten die Lücke später nicht mehr schließen.

Später Erfolg für die USA

Als letzter US-Amerikaner vor McNulty hatte Armstrong 1993 in Oslo den WM-Titel gewonnen. Armstrong ist wegen Dopings lebenslang gesperrt.

Nach seinem Sieg zeigte sich McNulty völlig entkräftet. „Ich weiß gar nicht, was los ist“, sagte er nach dem Rennen. Über die letzten 33 Kilometer seiner Solofahrt sagte der neue Weltmeister: „Ich bin gestorben.“

Pogacar verabschiedet sich vom Trikot

Pogacar hatte sich einen Tag vor dem Rennen nach seinem schweren Sturz vor einem Monat via Instagram gemeldet. Er saß erstmals wieder auf dem Rad und schrieb mit Blick auf sein Weltmeistertrikot: „Der erste Tag zurück, der letzte Tag mit dem Regenbogen.“

Zu Beginn des Rennens bildete sich eine 16-köpfige Ausreißergruppe, zu der auch der deutsche Meister Felix Engelhardt gehörte. Ihr Vorsprung wuchs auf fast neun Minuten, schmolz aber auf dem 13-mal zu fahrenden Rundkurs am Mont Royal wieder dahin.

Van der Poel verschärft das Rennen

Jede Runde führte über 269 Höhenmeter. Der härteste Anstieg war ein 1,7 Kilometer langer Hügel auf den Mont Royal. Der ZDF-Experte Simon Geschke bezeichnete ihn als besonders anspruchsvoll, weil er zu kurz zum Einteilen und zu lang für eine Attacke aus einem einzigen Kraftakt sei.

Rund 90 Kilometer vor dem Ziel griff van der Poel an und bildete gemeinsam mit Wout van Aert, Quinn Simmons und Primoz Roglic eine starke Gruppe. Seixas und Del Toro mussten daraufhin die Verfolgung organisieren.

Florian Lipowitz konnte dem verschärften Tempo nicht folgen. Für den 26-Jährigen machte sich die lange Pause nach seinem vor zwei Monaten erlittenen Schlüsselbeinbruch bemerkbar. Die Gruppe um van der Poel wurde 34 Kilometer vor dem Ziel gestellt – danach eröffnete McNulty mit seiner Attacke das entscheidende Finale.

Ein Außenseiter auf schwerem Kurs

McNultys Sieg steht für die besondere Dynamik eines langen Eintagesrennens. 273,4 Kilometer und 13 Runden mit jeweils 269 Höhenmetern verlangten nicht nur hohe Kletterfähigkeit, sondern auch eine sorgfältige Einteilung der Kräfte. Auf einem solchen Kurs können Favoriten ihre Mannschaften früh aufbrauchen und am Ende taktisch verwundbar werden.

Die Entscheidung fiel, nachdem das Rennen durch die Attacke von Mathieu van der Poel rund 90 Kilometer vor dem Ziel deutlich härter geworden war. Die starke Verfolgergruppe zwang Frankreichs Favoriten Paul Seixas und Isaac Del Toro zur Arbeit. Für den nach einem Schlüsselbeinbruch zurückgekehrten Florian Lipowitz zeigte sich dagegen, wie schwer ein WM-Rennen unmittelbar nach einer langen Verletzungspause zu kontrollieren ist.

Historische Marke für die USA

Für die USA besitzt der Erfolg zusätzliche Bedeutung, weil McNulty als erster US-Amerikaner seit Lance Armstrong 1993 Weltmeister wird. Armstrongs damaliger Titel ist wegen seiner lebenslangen Dopingsperre bis heute belastet; McNultys Erfolg setzt diesem historischen Vergleich einen sportlich eigenständigen Bezugspunkt entgegen. Dass der neue Weltmeister aus einer Ausreißeraktion heraus gewann, unterstreicht zugleich die Offenheit des Rennens: Die großen Namen kontrollierten das Finale nicht.

Für das Peloton endet damit die Amtszeit des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogacar, der in Montreal nicht antreten konnte. McNulty übernimmt das Regenbogentrikot in einer Phase, in der mehrere Favoriten – darunter Seixas, Del Toro und Remco Evenepoel – noch auf ihren ersten Straßen-WM-Titel warten.

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