Formel 1 Kalender 2027: Nahost-Rennen trotz Iran-Krieg, Comebacks und Sprint-Premiere in Monaco
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Formel 1 hält trotz des anhaltenden Iran-Kriegs an mehreren Rennen im Nahen Osten fest und hat ihren Kalenderentwurf für die Saison 2027 veröffentlicht.
Start und Finale im Nahen Osten geplant
Nach Testfahrten in der Wüste von Sakhir vom 24. bis 27. Februar soll das WM-Jahr 2027 am 14. März mit dem Grand Prix von Bahrain beginnen. Eine Woche später ist ein Rennen in Saudi-Arabien vorgesehen. Insgesamt umfasst der Entwurf 24 WM-Läufe, von denen die letzten beiden am 5. Dezember in Katar und am 12. Dezember in Abu Dhabi stattfinden sollen.
Aktuelle Saison noch von Absagen geprägt
In der laufenden Saison wurden die Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien aus Sicherheitsgründen wegen des Iran-Kriegs abgesagt. Das Bahrain-Rennen wird am 4. Oktober nachgeholt, wobei Malaysia als Ersatz-Austragungsort einspringt. Ob die geplanten Saisonfinals in Katar und Abu Dhabi in diesem Jahr stattfinden können, ist weiter unklar. Als mögliche Alternative ist ein Weltmeisterschaftsfinale im italienischen Imola im Gespräch.
Finanzielle Dimension der Nahost-Gastgeber
Die Stationen im Nahen Osten besitzen für die Rennserie einen hohen finanziellen Reiz. Die dortigen Gastgeber zahlen der Formel 1 jährlich jeweils Antrittsgagen in mittleren zweistelligen Millionenbeträgen. Diese Einnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells und beeinflussen die Struktur des Kalenders deutlich.
Comeback von Portimão und Istanbul
Im Kalenderentwurf für 2027 ist die Rückkehr der portugiesischen Strecke Portimão für den 20. Juni vorgesehen. Auch der Große Preis der Türkei in Istanbul soll ein Comeback feiern und ist für den 3. Oktober eingeplant. Dagegen ist der Grand Prix der Niederlande in Zandvoort nicht mehr vertreten, nachdem die Ausrichter ihren Vertrag aus finanziellen Gründen nicht verlängert hatten.
Wechselmodell in Europa und neuer Sprint in Monaco
Barcelona setzt im geplanten jährlichen Wechsel mit Spa-Francorchamps 2027 aus, während in Belgien am 25. Juli gefahren werden soll. Für die Saison sind insgesamt zehn Sprintrennen vorgesehen. Erstmals soll dabei auch in Monaco ein Sprint stattfinden, und zwar am ersten Juni-Wochenende, was dem Traditionskurs an der Cote d’Azur ein neues sportliches Format bringt.
Strategische Bedeutung der Nahost-Rennen
Die erneute Planung mehrerer Rennen im Nahen Osten unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Region für die Formel 1. Bahrain, Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi haben sich in den vergangenen Jahren als finanzstarke Gastgeber etabliert, die der Rennserie hohe Antrittsgagen zahlen und damit einen wichtigen Teil der Einnahmen sichern. Zugleich wird deutlich, dass die Formel 1 trotz des Iran-Kriegs und der damit verbundenen Sicherheitsrisiken an ihrem Expansionskurs in politisch sensiblen Regionen festhält.
Kalenderpolitik zwischen Tradition und neuen Märkten
Die Rückkehr von Portimão und Istanbul sowie der Wegfall von Zandvoort zeigen, wie stark der Kalender inzwischen von finanziellen und vertraglichen Fragen geprägt ist. Traditionelle europäische Rennstrecken geraten im Wettbewerb mit neuen Märkten unter Druck, wenn Verträge nicht verlängert werden oder Veranstalter die hohen Kosten nicht mehr tragen können. Das geplante Wechselmodell zwischen Barcelona und Spa illustriert diese Entwicklung: Klassiker der Formel 1 sollen erhalten bleiben, müssen sich aber mit geringerer Präsenz im Kalender arrangieren.
Sportliche Auswirkungen der Sprintrennen
Die Ausweitung auf zehn Sprintrennen und die Premiere eines Sprints in Monaco markieren einen weiteren Schritt der Serie hin zu mehr Show-Elementen und kompakten Rennformaten. Sprintrennen verändern die Wochenendstruktur und können den sportlichen Verlauf einer Saison stärker beeinflussen, weil zusätzliche Punkte vergeben werden und das Risiko für Zwischenfälle steigt. Gerade in Monaco, wo Überholmanöver traditionell schwierig sind, dürfte ein Sprintformat den sportlichen Charakter des Wochenendes spürbar verändern und neue strategische Herausforderungen für Teams und Fahrer bringen.
