Team Europa holt Solheim Cup mit Esther Henseleit zurück
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 17:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Team Europa hat den 20. Solheim Cup im niederländischen Cromvoirt gewonnen und die prestigeträchtige Golf-Trophäe von den Titelverteidigerinnen aus den USA zurückgeholt.
Woad macht Triumph perfekt
Auf dem Kurs Bernardus Golf sorgte die Engländerin Lottie Woad vor begeisterten Fans für die Entscheidung zugunsten der Europäerinnen. Ihr Sieg im Einzel gegen die US-Amerikanerin Austin Kim sicherte den vorzeitigen Erfolg und machte den erneuten Pokalgewinn für Europa klar. Beide Mannschaften waren nach den Teamwettbewerben mit einem Zwischenstand von 8:8 in die zwölf abschließenden Einzelpartien am Schlusstag gestartet.
Ausgangslage nach US-Erfolg vor zwei Jahren
Vor zwei Jahren hatten die US-Golferinnen beim Heimspiel in Gainesville den Solheim Cup von den Europäerinnen zurückerobert. Damals setzten sich die Gastgeberinnen mit 15,5:12,5 Punkten durch. Mit dem Sieg in Cromvoirt revanchiert sich das europäische Team nun für diese Niederlage und stellt die Bilanz im Kontinentalvergleich wieder zugunsten Europas.
Henseleit glänzt im Doppel, patzt im Einzel
Deutschlands Top-Golferin Esther Henseleit zeigte bei ihrer zweiten Teilnahme am Solheim Cup insgesamt eine starke Leistung. Die 27-jährige Hamburgerin kam an den drei Turniertagen dreimal zum Einsatz und überzeugte vor allem in den Doppel-Partien. An den ersten beiden Tagen brillierte sie an der Seite ihrer irischen Partnerin Leona Maguire und trug damit wesentlich zum ausgeglichenen Zwischenstand vor den Einzeln bei.
Druck im Einzel gegen Alison Lee
Im Einzel am Finaltag konnte Henseleit ihre zuvor gezeigte Stärke allerdings nicht vollständig abrufen. Gegen die Amerikanerin Alison Lee verlor sie nach einer klaren Vier-Punkte-Führung und musste sich trotz zwischenzeitlicher Dominanz geschlagen geben. Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Paris zeigte damit, wie hoch der Druck in diesem Format ist – der Erfolg des Teams Europa blieb davon jedoch unberührt.
Solheim Cup als weibliches Pendant zum Ryder Cup
Der Solheim Cup ist das weibliche Pendant zum traditionsreichen Ryder Cup der Männer. Bei dem Teamwettbewerb treten alle zwei Jahre die jeweils zwölf besten Golferinnen aus Europa und den USA gegeneinander an. Der Kontinentalvergleich gilt als Höhepunkt im Damen-Profigolf und hat sich als wichtiger Termin im internationalen Golfkalender etabliert.
Europa setzt Erfolgsserie im Solheim Cup fort
Der Triumph von Team Europa beim 20. Solheim Cup in Cromvoirt fügt sich in eine Serie starker europäischer Auftritte in diesem prestigeträchtigen Kontinentalvergleich ein. Nach der US-Rückeroberung des Pokals vor zwei Jahren gelingt den Europäerinnen nun erneut der Gegenangriff. Diese Pendelbewegung unterstreicht, wie ausgeglichen und hochklassig der Wettbewerb inzwischen ist. Für die europäische Damengolf-Szene bedeutet der Erfolg ein deutliches Prestigeplus und stärkt die Stellung der europäischen Tour im internationalen Vergleich.
Bedeutung für deutsches Golf und Esther Henseleit
Für das deutsche Golf hat der Auftritt von Esther Henseleit besondere Symbolkraft. Die Hamburgerin zählt seit einigen Jahren zur Spitze des europäischen Damengolfs und hat mit ihrer Olympia-Silbermedaille in Paris zusätzliche Aufmerksamkeit für den Sport in Deutschland erzeugt. Ihre starken Leistungen in den Doppel-Partien an der Seite von Leona Maguire zeigen, dass sie in der Teamstruktur eine tragende Rolle übernehmen kann. Die Niederlage im Einzel verdeutlicht zugleich den Druck, der in diesem Format herrscht: Jede Partie kann den Ausschlag geben, und Führungen sind trotz spielerischer Klasse nie garantiert. Der Gesamterfolg des Teams Europa schützt Henseleit jedoch vor überzogener Kritik und stärkt ihre Position als wichtige Stütze im Kader.
Strahlkraft für den Frauensport und kommende Duelle
Der Solheim Cup gilt als das weibliche Pendant zum Ryder Cup und ist daher ein zentrales Schaufenster für den professionellen Frauengolfsport. Volle Zuschauertribünen wie in Bernardus Golf und die emotionale Kulisse in Cromvoirt tragen dazu bei, die Sichtbarkeit und Attraktivität des Damengolfs zu steigern. Für viele Zuschauerinnen und Nachwuchsspielerinnen entsteht ein identifikationsstiftendes Ereignis mit klaren europäischen Vorbildern. Die enge Ausgangslage mit 8:8 vor den abschließenden Einzeln lässt erwarten, dass auch die kommenden Ausgaben von einem Duell auf Augenhöhe geprägt sein werden, in dem kleine taktische Entscheidungen und individuelle Nervenstärke über Sieg oder Niederlage entscheiden.
