Nationalmannschaft, WM

2014er-Weltmeister in der Pflicht? So planen Hummels und Co.

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:00 Uhr, dpa.de

Nach dem blamablen WM-Aus der DFB-Elf nimmt Rudi Völler auch die 2014er-Weltmeister in die Pflicht. Aber wer von ihnen wäre bereit, Verantwortung zu übernehmen?

  • Zwei Ex-Weltmeister - aber auch zwei für den DFB? Thomas Müller (l) und Mats Hummels. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
    Zwei Ex-Weltmeister - aber auch zwei für den DFB? Thomas Müller (l) und Mats Hummels. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
  • Bastian Schweinsteiger scheint nicht sehr auf einen DFB-Job erpicht zu sein. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Bastian Schweinsteiger scheint nicht sehr auf einen DFB-Job erpicht zu sein. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Arbeiten sie bald zusammen beim DFB? Sami Khedira (l) und Jürgen Klopp. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Arbeiten sie bald zusammen beim DFB? Sami Khedira (l) und Jürgen Klopp. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Per Mertesacker stünde bereit. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
    Per Mertesacker stünde bereit. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
  • Rudi Völler kann sich eine Zusammenarbeit beim DFB mit den Weltmeistern von 2014 vorstellen. (Archivbild) - Bild: Nick Potts/PA Wire/dpa
    Rudi Völler kann sich eine Zusammenarbeit beim DFB mit den Weltmeistern von 2014 vorstellen. (Archivbild) - Bild: Nick Potts/PA Wire/dpa
  • Philipp Lahm war schon beim DFB in verantwortlicher Position. (Archivbild) - Bild: Christian Kunz/dpa
    Philipp Lahm war schon beim DFB in verantwortlicher Position. (Archivbild) - Bild: Christian Kunz/dpa
Zwei Ex-Weltmeister - aber auch zwei für den DFB? Thomas Müller (l) und Mats Hummels. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa Bastian Schweinsteiger scheint nicht sehr auf einen DFB-Job erpicht zu sein. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa Arbeiten sie bald zusammen beim DFB? Sami Khedira (l) und Jürgen Klopp. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa Per Mertesacker stünde bereit. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa Rudi Völler kann sich eine Zusammenarbeit beim DFB mit den Weltmeistern von 2014 vorstellen. (Archivbild) - Bild: Nick Potts/PA Wire/dpa Philipp Lahm war schon beim DFB in verantwortlicher Position. (Archivbild) - Bild: Christian Kunz/dpa

Sportdirektor Rudi Völler wünscht sich mehrere 2014er-Weltmeister in entscheidender Rolle beim Deutschen Fußball-Bund. «Die Generation ist auch ein bisschen in der Pflicht, vielleicht mal Verantwortung zu übernehmen», sagte der 66-Jährige in einer Medienrunde mit «Bild», «Frankfurter Rundschau», der «Funke Mediengruppe», «Kicker» und «Süddeutscher Zeitung»: «Da gibt es welche, die nach mir oder auch mit mir, Thema werden können.» So ist der Stand bei prominenten Weltmeistern von 2014:

Mats Hummels

Der frühere Abwehrspieler steht dafür aktuell nicht zur Verfügung - und er erklärt seine ablehnende Haltung auch mit einem triftigen Grund. «Ich habe auch gar nicht die Qualitäten dafür, ehrlich gesagt. Ich habe nicht die Ausbildung», sagte Hummels, der während der WM als Experte für MagentaTV arbeitet.

Er könne sich so einen Posten nur dann vorstellen, wenn er sich dafür vorbereitet sieht. «Vielleicht, wenn wir noch ein Jahrzehnt verstreichen lassen», sagte der 37-Jährige: «Aktuell wäre das auf jeden Fall nichts für mich.»

Per Mertesacker

Anders sieht es bei Per Mertesacker aus. Der frühere Innenverteidiger leitete bis zu diesem Sommer die Nachwuchsakademie seines letzten Vereins FC Arsenal und hat damit große Erfahrung in der Talentausbildung und -förderung. Und er hat offenbar große Lust, beim Neuaufbau anzupacken. Auch Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Mertesacker dem DFB schon empfohlen.

«Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist», sagte der 41-Jährige, «dafür stehe ich natürlich zur Verfügung». Mertesacker ist als WM-Experte für das ZDF im Einsatz, genau wie Weltmeister-Kollege Christoph Kramer.

Sami Khedira

Auch Sami Khedira hat schon viele Erfahrungen als TV-Experte gesammelt, außerdem war er als sportlicher Berater bei seinem Ex-Verein VfB Stuttgart tätig. Der 39-Jährige stand dem Vernehmen nach in der jüngeren Vergangenheit schon in Gesprächen mit DFB-Verantwortlichen über ein Engagement auf Direktorenebene. Doch zu einem Abschluss kam es nie.

Auch diesmal sieht es eher nicht danach aus: Dem DFB könnte im möglichen Werben um den einstigen Mittelfeld-Strategen ein europäisches Schwergewicht dazwischenfunken: Es gibt Spekulationen, wonach José Mourinho als neuer Coach von Real Madrid Khedira als Co-Trainer holen will. Sollte das stimmen, wäre es sicher reizvoll für den Ex-Madrilenen. Er kam 2010 gemeinsam mit Mourinho zu Real und war unter dem Portugiesen in der Startelf gesetzt.

Thomas Müller

Aktuell gibt es keine Chance, den charismatischen Stürmer an den DFB zu binden. Der 36-Jährige steht noch in der Major League Soccer bei den Vancouver Whitecaps als Spieler unter Vertrag. 

Und auch für die Zeit nach dem Karriereende gäbe es einen großen Konkurrenten im Werben um Müller: Der FC Bayern würde seinen langjährigen Profi gerne in die Clubarbeit einbinden. «Ich wünsche mir Thomas Müller, er hätte alle Voraussetzungen», hatte Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß vor etwa einem halben Jahr gesagt.

Bastian Schweinsteiger

Die Frage von Moderations-Partnerin Esther Sedlaczek schien Bastian Schweinsteiger zu überraschen. «Ich? Ich habe doch hier mit dir bei der ARD den schönsten Job der Welt», antwortete der 41-Jährige zurückhaltend auf die Frage, ob er sich eine Rolle beim DFB vorstellen könne. Dann ergänzte er: «Natürlich würde ich mich nie drücken vor der Verantwortung.»

Generell macht es auf Beobachter aber den Eindruck, als sei er mit seinem Teilzeit-Job als ARD-Experte zufrieden und als dränge es ihn nicht wirklich in die Funktionärsarbeit. Über seine berufliche Zukunft sagte Schweinsteiger wenig konkret: «Wir spielen ja in zehn Jahren auch noch Fußball, ich bin ja noch jung und knackig.»

Philipp Lahm

Der Weltmeister-Kapitän trug bereits Verantwortung im Verband: Bis 2024 saß er im DFB-Präsidium und war als Geschäftsführer der DFB Euro GmbH mitverantwortlich für den Erfolg der Heim-EM vor zwei Jahren. 

Lahm blickt mit Sorge auf die Entwicklung des deutschen Fußballs, aktiv anpacken wird er aber vorerst wohl nicht. «Aktuell bin ich nicht auf der Suche nach irgendeiner Aufgabe. Man sollte nie was ausschließen, ist ja außer Frage, aber aktuell passt mein Leben so, wie es ist», sagte der 42-Jährige.

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