Olympia, Berlin

Für mehr Medaillen: Bundestag beschließt Sportfördergesetz

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 16:56 Uhr, dpa.de

Mit einem neuen Gesetz soll die Förderung des deutschen Spitzensports reformiert werden. Der Bundestag gibt grünes Licht. Die Hoffnung auf mehr Erfolge durch deutsche Athletinnen und Athleten wächst.

Der Bundestag hat den Weg für das neue Sportfördergesetz freigemacht. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Der Bundestag hat den Weg für das neue Sportfördergesetz freigemacht. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

Eine neu geregelte Spitzensportförderung in Deutschland rückt näher. Der Bundestag stimmte dem Entwurf des Sportfördergesetzes mit 561 Ja-Stimmen zu. Laut Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour votierten 43 Abgeordnete in der Schlussabstimmung dagegen. Zuvor hatten sich Union, SPD, AfD und Grüne dafür ausgesprochen.

Die Linksfraktion lehnte das Vorhaben ab und begründete dies unter anderem mit mangelnder sozialer Absicherung von Trainern. Zudem kritisierte ihr Abgeordneter Jorrit Bosch eine «Sportförderung je nach Kassenlage». 

Das Gesetz soll künftig die Grundlage für die sportliche Förderung des Spitzensports in Deutschland bilden - und die Sportlerinnen und Sportler international wieder wettbewerbsfähiger machen. Der Bundesrat soll im Herbst final darüber beraten. Erst dann kann das Gesetz in Kraft treten.

Unabhängige Agentur soll Förder-Millionen verteilen

Herzstück der Reform ist die Gründung einer unabhängigen Spitzensportagentur mit Sitz in Leipzig. Der Stiftungsrat als zentrales Aufsichtsorgan der Agentur soll aus Vertretern der Politik und des organisierten Sports bestehen. Unter der Führung von zwei hauptamtlichen Vorständen soll die Agentur 2027 ihre Arbeit aufnehmen und unabhängig sowie eigenständig die Steuer-Millionen verteilen. 

Die Ziele: weniger Bürokratie, mehr Medaillen. Zu den Aufgaben der Spitzensportagentur zählen die Verbandsförderung, die individuelle Athletenförderung, die wissenschaftliche Unterstützung, die Förderung und gegebenenfalls auch Neuausrichtung von Olympia- und Bundesstützpunkten sowie die Bestimmung der Bundeskaderanzahl und sportübergreifende Kaderkriterien. Ab 2031 sind jährliche Kosten für die Spitzensportagentur in Höhe von 8,4 Millionen Euro vorgesehen.

Bundesregierung räumt dem Sport mehr Mitsprache ein

Die Besetzung des Stiftungsrats passte die Koalition zuletzt noch einmal an - und reagierte damit auf die Forderung des organisierten Sports, mehr Mitsprache zu erhalten: Dem Rat sollen nun zehn statt wie im Kabinettsentwurf geplant neun Mitglieder angehören. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) soll vier statt drei Mitglieder entsenden dürfen. Ein Platz muss dabei von der Athletenkommission besetzt werden.

Der DOSB begrüßte bereits vor der Sitzung die Anpassungen. «Das Gesetz bietet eine gute Grundlage, auf der wir Erfolge aufbauen können», hatte Präsident Thomas Weikert erklärt. «Wir wollen Deutschland zurück in die Weltspitze des Sports führen. Wir wollen ein System gestalten, das nachhaltige Spitzenleistungen hervorbringt.»

Kritik kam von der AfD. Der Abgeordnete Jörn König sagte: «Das Gesetz kommt aber viel zu spät und ist nur ein Anfang.» Aus seiner Sicht hätten institutionelle Zuwendungsempfänger wie der DOSB im Stiftungsrat nichts zu suchen.

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