Manchester City, Premier League

Manchester City in Finanz-Affäre schuldig gesprochen – Premier League berät über harte Strafe

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 20:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Manchester City ist wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen worden. Über Punktabzug, Geldstrafe oder einen Ausschluss aus der Liga soll gesondert entschieden werden; der Club kündigte Berufung an.

Manchester City ist wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden worden. (Symbolbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa
Manchester City ist wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden worden. (Symbolbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa

Manchester City ist von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 schuldig gesprochen worden.

Strafmaß steht noch aus

Die Premier League bestätigte die Entscheidung offiziell. Der Verein hat bis Freitag Zeit, Berufung einzulegen; über die Sanktionen soll in einer weiteren Anhörung entschieden werden.

Möglich sind unter anderem ein massiver Punktabzug, hohe Geldstrafen oder der Ausschluss aus der Premier League. Richard Masters, der Chef der Liga, bezeichnete das Verfahren und die Entscheidung als den bedeutendsten Fall in der Geschichte der Premier League.

Mehr als 900 Millionen Pfund im Fokus

Manchester City soll Einnahmen unter anderem mithilfe sogenannter Scheinverträge mit Sponsoren künstlich erhöht und zugleich Kosten gedrückt haben. Die Kommission bezifferte den Effekt des Modells im betroffenen Zeitraum auf mehr als 900 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,05 Milliarden Euro.

Die Vorwürfe reichen außerdem von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Dem Club wird darüber hinaus vorgeworfen, bei der Aufklärung nicht ausreichend mit der Liga kooperiert zu haben.

City kündigt Berufung an

Manchester City reagierte enttäuscht und beteuerte seine Unschuld. In einer Stellungnahme kündigte der Verein Berufung an und erklärte, die Entscheidung enthalte „eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen“ und sei deshalb nicht tragfähig.

Die Premier League hatte den Club im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt. Die Vorwürfe beziehen sich im Kern auf die Jahre 2009 bis 2018, in denen Manchester City dreimal englischer Meister wurde.

Frühere UEFA-Sperre aufgehoben

Das Verfahren war durch Enthüllungen der Football-Leaks im „Spiegel“ ausgelöst worden und dauerte mehr als drei Jahre. Manchester City gehört seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi.

Bereits 2020 hatte die UEFA den Club wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof hob die Sperre auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf zehn Millionen Euro.

Ein Verfahren mit weitreichenden Folgen

Der Schuldspruch betrifft einen Zeitraum, in dem Manchester City den englischen Fußball sportlich prägte und dreimal die Meisterschaft gewann. Im Mittelpunkt stehen nach Darstellung der Premier League nicht nur einzelne Buchungen, sondern die Frage, ob Sponsoringeinnahmen, Kosten und Vergütungen in einer Weise dargestellt wurden, die den Finanzregeln widersprach.

Die von der Kommission bezifferte Größenordnung von mehr als 900 Millionen Pfund verleiht dem Verfahren besondere Bedeutung. Finanzregeln sollen verhindern, dass wirtschaftliche Vorteile – etwa durch Eigentümer oder verbundene Unternehmen – in sportliche Dominanz übersetzt werden, ohne dass sie in den Bilanzen angemessen sichtbar sind.

Berufung entscheidet über den nächsten Schritt

Das Strafmaß steht noch aus. Möglich sind Geldstrafen, Punktabzüge, der Entzug von Titeln oder ein Ausschluss aus der Premier League. Welche Sanktion angemessen wäre, dürfte davon abhängen, welche Verstöße in der schriftlichen Begründung wie gewichtet werden und ob der Schuldspruch im Berufungsverfahren Bestand hat.

Manchester City hat eine Berufung angekündigt. Für den Verein geht es damit nicht nur um die sportliche Zukunft, sondern auch um die Bewertung früherer Erfolge und mögliche finanzielle Ansprüche anderer Clubs. Die Premier League steht zugleich unter dem Druck, ihre Regeln konsequent anzuwenden, ohne das Wettbewerbsgefüge durch ein langwieriges Verfahren zusätzlich zu destabilisieren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Punktabzug, Titelabzug – oder sogar Zwangsabstieg? Was Manchester City nun droht“ (29.09.2026)

Der Artikel bestätige den Schuldspruch und stelle die möglichen sportlichen Folgen in den Mittelpunkt. Er erläutere, dass neben einem Punkt- oder Titelabzug auch ein Zwangsabstieg diskutiert werde, während die konkrete Sanktion und der weitere Rechtsweg offenblieben.

n-tv: „Manchester City droht Super-GAU: Ex-Coach pfeift auf Vorwürfe“ (29.09.2026)

Der Bericht bestätige den Schuldspruch in nahezu allen Anklagepunkten und setze einen zusätzlichen Schwerpunkt auf frühere Trainervergütungen. Roberto Mancini weise die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurück; zugleich bleibe die Reaktion Manchester Citys und die Frage nach dem Strafmaß zentral.

Beide Beiträge gingen von einem weitreichenden Schuldspruch und erheblichen möglichen Sanktionen aus. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Während der eine Artikel die Folgen für den Ligaverbleib ordne, beleuchte der andere die persönliche Dimension einzelner Vorwürfe.

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