Jürgen Klopp startet als Bundestrainer gegen die Niederlande ohne Titelversprechen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp startet am Donnerstag mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Niederlande in Amsterdam in seine Amtszeit als Bundestrainer.
Keine Titelansage zum Start
Vor dem Beginn der Nations League verzichtete der 59-Jährige auf ein Versprechen für die Europameisterschaft 2028 oder die Weltmeisterschaft 2030. „Versprechen möchte ich nichts. Was ich versprechen kann, ist, dass man uns ansieht, dass wir es auf jeden Fall probieren wollen“, sagte Klopp vor der Partie in der Johan Cruyff Arena.
Von seinen Spielern erwartet der neue DFB-Chefcoach nach dem WM-Flop sofort höchste Einsatzbereitschaft. „Wir müssen es als Derby annehmen, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagte Klopp. Anstoß ist um 20.45 Uhr, RTL überträgt die Partie.
Klopp hält sich bei Aufstellung bedeckt
Zu seiner Startelf machte Klopp keine Angaben. Fragen dazu beantwortete er mit Humor und verwies darauf, dass auch der neue niederländische Trainer Xavi seine Formation nicht bekannt gegeben habe.
Marc-André ter Stegen wird nach Klopps Ankündigung sein Comeback im Tor geben. Kapitän Joshua Kimmich kehrt ins Mittelfeld zurück. Als mögliche Lösungen für die Position des rechten Außenverteidigers nannte Klopp den Freiburger Debütanten Philipp Treu und den Stuttgarter Josha Vagnoman.
„Sie wollen unbedingt“
Klopp bescheinigte allen 24 Spielern seines Premierenkaders einen großen Willen. „Glaubt mir, die wollen unbedingt. Glaubt mir, es bedeutet ihnen alles“, sagte der Bundestrainer zur Stimmung in der Mannschaft.
Den langfristigen Erfolg ließ Klopp bewusst offen. „Den Start können wir hinlegen, alles andere noch nicht“, sagte er mit Blick auf das erste Länderspiel der neuen Ära.
Wettbewerb mit Folgen
Der Auftakt in Amsterdam ist für Jürgen Klopp mehr als ein prestigeträchtiges Nachbarschaftsduell. Die Nations League bietet Deutschland früh im neuen Trainerzyklus Pflichtspiele gegen starke Gegner und damit eine belastbarere Standortbestimmung als reine Testpartien. In der Gruppe warten neben den Niederlanden auch Serbien und Griechenland.
Der Wettbewerb kann zudem Auswirkungen auf den weiteren Weg zur Europameisterschaft 2028 haben. Ein Platz unter den beiden besten Teams der Gruppe führt in die Viertelfinal-Play-offs. Der Gruppensieg eröffnet darüber hinaus einen zusätzlichen Zugang zu möglichen EM-Play-offs, falls die direkte Qualifikation später scheitern sollte. Für Deutschland geht es deshalb neben dem Neustart auch um sportische Ausgangsbedingungen.
Neustart nach dem WM-Flop
Klopp übernimmt die Nationalmannschaft nach einer enttäuschenden Weltmeisterschaft und setzt zunächst auf Energie, Wettbewerb und eine sichtbare Veränderung im Auftreten. Seine Entscheidung, im Tor auf den zurückkehrenden Marc-André ter Stegen zu bauen und Joshua Kimmich wieder im Mittelfeld einzusetzen, gibt der Premiere zugleich klare personelle Bezugspunkte.
Die Partie wird zeigen, ob die neue Ansprache bereits auf dem Platz erkennbar ist. Für die Spieler ist Amsterdam damit eine unmittelbare Bewährungsprobe: Ein überzeugender Auftritt könnte Vertrauen in den Umbruch stärken, unabhängig vom Ergebnis. Die nächsten Gruppenspiele gegen Griechenland und Serbien werden anschließend zeigen, ob der erste Impuls Bestand hat.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „Komplizierter Modus mit Tücken: Warum die Nations League so wichtig für Jürgen Klopp ist“ (22.09.2026)
Der Bericht ordne den Auftakt als sportlich und strategisch bedeutsam ein. Er hebe hervor, die Nations League biete Deutschland neben einer frühen Titelchance auch mögliche Vorteile auf dem Weg zur EM 2028 und erkläre die Konsequenzen verschiedener Gruppenplatzierungen. Damit bestätige der Artikel die Bedeutung des Wettbewerbs, setze den Schwerpunkt aber stärker auf dessen komplizierten Modus als auf Klopps fehlende Titelansage.
Tagesspiegel: „Die Klopp-Methode: Wie man einer Nationalmannschaft den Glauben an sich selbst zurückgibt“ (22.09.2026)
Der Artikel beschreibe Klopps Kommunikationsstil und seine bisherigen Stationen als Grundlage für den Neustart beim DFB. Er betone, Klopp wolle das Umfeld einbinden und Spielern Vertrauen vermitteln, müsse dieses Prinzip nun aber auf eine Nationalmannschaft übertragen. Anders als die dpa-Meldung richte der Bericht den Blick auf die längerfristige Wirkung seiner Führung; offen bleibe, ob sich dieser Ansatz bereits in Amsterdam sportlich niederschlage.
Beide Berichte bestätigten die besondere Bedeutung des Debüts gegen die Niederlande, setzten jedoch unterschiedliche Akzente: Der eine erläutere die sportlichen Folgen der Nations League, der andere Klopps Führungsansatz. Gemeinsam bleibe die Frage, wie schnell sich der personelle und kommunikative Neustart in einer funktionierenden Mannschaft zeigen könne.
