Jesús de Miguel, CD Teneriffa

Jesús de Miguel: Teneriffa plant Gedenkfeier am Samstag

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Familie, Mannschaft und Fans nehmen in Navahermosa und auf Teneriffa Abschied von dem 30-Jährigen. Die Polizei ermittelt, während dem beteiligten Torwart eine lange Verbandssperre droht.

De Miguels Abschied in Spanien

  • Die Beerdigung findet am Donnerstag in Navahermosa in der Provinz Toledo statt.
  • CD Teneriffa lädt am Samstag ab 18.00 Uhr im Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion zur Messe ein.
  • Der Verein hat alle Aktivitäten seiner Teams bis Ende der Woche eingestellt.
  • Jesús de Miguel hinterlässt eine Partnerin und eine kleine Tochter. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Die Spieler auf dem Platz reagierten geschockt nach dem Zusammenstoß. - Bild: -/Fc Andorra via EUROPA PRESS/dpa
Jesús de Miguel hinterlässt eine Partnerin und eine kleine Tochter. - Bild: Uncredited/AP/dpa Die Spieler auf dem Platz reagierten geschockt nach dem Zusammenstoß.  - Bild: -/Fc Andorra via EUROPA PRESS/dpa

Jesús de Miguel wird in Navahermosa beigesetzt

Der spanische Fußball-Profi Jesús de Miguel wird am Donnerstag in Navahermosa in der Provinz Toledo beerdigt. Am Samstag plant sein Verein CD Teneriffa im heimischen Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion eine Gedenkfeier für den gestorbenen Stürmer.

Familie bittet um Privatsphäre

Nach der Überführung des Leichnams findet die Beisetzung auf Wunsch der Familie in deren Heimatgemeinde statt. Teamkollegen, Trainerstab und Vereinsführung des Zweitligisten wollen dort Abschied nehmen.

Die Familie bedankte sich für die vielen Beileidsbekundungen und bat zugleich darum, ihre Privatsphäre in dieser schweren Zeit zu respektieren. Zur Messe am Samstag ab 18.00 Uhr sind alle Anhänger des Vereins eingeladen.

Teneriffa setzt Spielbetrieb aus

De Miguel war am Montag in der Nachspielzeit des Heimspiels gegen den FC Andorra nach einer Attacke von Torwart Jesús Owono schwer verletzt worden und hatte einen Herzstillstand erlitten. Am Dienstagmorgen starb der 30-Jährige im Krankenhaus.

CD Teneriffa rief eine sechstägige Trauerzeit aus und setzte die Aktivitäten seiner Männer-, Frauen- und Jugendteams bis zum Ende der Woche aus. Das für Samstag geplante Ligaspiel gegen Granada wurde verschoben; auch der FC Andorra beantragte eine Verlegung seiner nächsten Partie.

Ermittlungen gegen den Torwart

Die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei nahm gegen Owono Ermittlungen wegen möglichen fahrlässigen Totschlags auf. Teneriffas Oberstaatsanwalt José Luis Sánchez-Jáuregui hält ein Strafverfahren wegen des Spielgeschehens nach Angaben spanischer Medien jedoch für sehr unwahrscheinlich.

Offen ist, ob De Miguels Familie Anzeige erstattet oder zivilrechtlich klagt. Unabhängig davon droht dem 25-jährigen Owono eine lange Sperre durch den spanischen Fußballverband RFEF.

Fans und Fußballwelt trauern

Hunderte Fans versammelten sich vor dem Krankenhaus, zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Spieler und Anhänger trafen sich später am Stadiontor 9, der Rückennummer des Verstorbenen.

Auch Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Rafael Nadal bekundeten ihre Anteilnahme in sozialen Medien. Andorras Lautaro Spatz nahm Owono in Schutz, nachdem dieser seinen Instagram-Account wegen massiver Beschimpfungen deaktiviert hatte; auch der Fußballverband von Äquatorialguinea stellte sich hinter den Torwart.

De Miguel prägte Teneriffas Aufstieg

De Miguel hatte sich über mehrere unterklassige spanische Vereine in den Profifußball vorgearbeitet. Im Sommer 2025 wechselte er nach Teneriffa und erzielte elf Tore auf dem Weg zum Zweitliga-Aufstieg.

Zu Beginn seiner Zeit beim Verein stellte er mit sechs Treffern in den ersten fünf Pflichtspielen einen Vereinsrekord auf.

Der Tod von Jesús de Miguel verbindet sportliche Trauer mit einer juristischen und verbandsrechtlichen Aufarbeitung. Im Mittelpunkt steht der Zusammenprall in der Nachspielzeit des Spiels zwischen CD Teneriffa und dem FC Andorra. Die spanische Nationalpolizei prüft mögliche strafrechtliche Konsequenzen, während die sportrechtliche Bewertung unabhängig davon erfolgen kann.

Für CD Teneriffa reicht die Bedeutung des Spielers über seine Torquote hinaus. De Miguel hatte sich über mehrere unterklassige Vereine in den Profifußball gearbeitet und war nach dem Aufstieg mit elf Treffern zu einer zentralen Figur der Mannschaft geworden. Die abgesagten Aktivitäten und die verschobene Partie zeigen, wie stark der Verlust den Verein und sein Umfeld trifft.

Trauerfeiern und offene Verfahren

Die Beerdigung in Navahermosa und die öffentliche Gedenkfeier im Stadion geben Familie, Mannschaft und Fans getrennte Räume des Abschieds. Zugleich steht die Frage im Raum, wie der Fußballverband den Einsatz des Torwarts bewertet. Eine lange Sperre wäre eine sportrechtliche Folge; über mögliche straf- oder zivilrechtliche Schritte entscheidet sich erst im weiteren Verlauf.

Der Fall dürfte zudem die Debatte über Torhüteraktionen in der Nachspielzeit und den Schutz der Spieler prägen. Dabei müssen sportliche Regelbewertung, persönliche Verantwortung und die medizinische Versorgung nach einem schweren Zusammenprall getrennt betrachtet werden. Für die Angehörigen bleibt unabhängig vom Ausgang der Verfahren der Verlust des 30-Jährigen bestimmend.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Vereint in der Trauer: Große Gedenkfeier für gestorbenen Fußballer Jesús de Miguel“ (04.11.2026)

Der Beitrag berichte über die geplante Gedenkfeier von CD Teneriffa am Samstag und stelle den gemeinsamen Abschied von Verein und Anhängern in den Mittelpunkt. Damit bestätige er den Termin und ergänze den Blick auf die öffentliche Trauer.

n-tv: „Tödliches Fouldrama um De Miguel: Schockiertes CD Teneriffa stellt den Fußball für sechs Tage ein“ (04.11.2026)

Der Artikel hebe die sechstägige Unterbrechung des Vereinsbetriebs hervor und erwähne die Reise der Mannschaft zur Beerdigung nach Navahermosa. Anders als der Stern richte er den Schwerpunkt stärker auf die unmittelbaren Maßnahmen des Vereins.

Beide Beiträge verbänden die Trauerfeier mit den Reaktionen des Vereins. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Schwerpunkt zwischen öffentlichem Gedenken und organisatorischen Folgen.

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