Jesús de Miguel: Teneriffa plant Gedenkfeier am Samstag
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDe Miguels Abschied in Teneriffa und Toledo
- CD Teneriffa lädt am Samstag ab 18.00 Uhr zu einer Messe mit Bischof Eloy Santiago ins Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion ein.
- Die Beisetzung soll in Navahermosa stattfinden, der Heimatgemeinde von de Miguels Familie knapp 130 Kilometer von Madrid entfernt.
- De Miguel hinterlässt seine Partnerin María und die im Juni 2025 geborene gemeinsame Tochter Carla.
CD Teneriffa plant Gedenkmesse für Jesús de Miguel
Mit einer Gedenkfeier nimmt der spanische Fußball-Zweitligist CD Teneriffa an diesem Samstag Abschied von seinem gestorbenen Profi Jesús de Miguel. Zu der Messe mit Bischof Eloy Santiago können ab 18.00 Uhr alle Anhänger des Vereins ins Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion kommen.
Beisetzung in Navahermosa vorgesehen
Zuvor will die erste Mannschaft gemeinsam mit Trainerstab und Vereinsführung an der Beisetzung in Navahermosa in der Provinz Toledo teilnehmen. Wann genau die Beerdigung stattfindet, teilte der Verein zunächst nicht mit.
Nach Angaben von Rayco García, dem Mehrheitsaktionär des Vereins, sollte der Leichnam auf Wunsch der Familie spätestens am Donnerstag auf das spanische Festland überführt werden. Navahermosa ist die Heimatgemeinde der Familie und liegt knapp 130 Kilometer von Madrid entfernt.
Familie bittet um Privatsphäre
Die Bürgermeisterin des Ortes rief nach dem Tod des Fußballers eine dreitägige Trauerzeit aus und ließ die Fahnen auf Halbmast setzen. Die Familie bat über den Verein darum, ihre Privatsphäre in dieser schweren Zeit zu respektieren.
De Miguel hinterlässt seine Partnerin María und die gemeinsame Tochter Carla, die im Juni 2025 geboren wurde.
Ermittlungen nach Zusammenprall im Spiel
Der 30-Jährige hatte am Montag nach einer ungestümen Attacke des gegnerischen Torwarts Jesús Owono in der Nachspielzeit des Liga-Heimspiels gegen den FC Andorra schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten. Am Dienstagmorgen starb er im Krankenhaus.
Die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei nahm gegen Owono Ermittlungen auf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP geht es um den möglichen Vorwurf eines fahrlässigen Totschlags.
Spiele und Vereinsbetrieb ausgesetzt
Teneriffa ordnete eine offizielle sechstägige Trauerzeit an. Aktivitäten des Vereins, seiner Frauenmannschaft und des Nachwuchsbereichs wurden ausgesetzt.
Mehrere für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geplante Pokalpartien im Männer- und Frauenfußball wurden verschoben. Auch Teneriffas Partie am Samstag gegen Granada soll zu einem späteren Termin stattfinden. Andorra beantragte eine Verschiebung des für Sonntag geplanten Spiels gegen RCD Mallorca.
Elf Tore für den Aufstieg
Der in Madrid geborene de Miguel hatte sich über mehrere unterklassige spanische Vereine in den Profifußball gearbeitet. Nach Stationen unter anderem bei Unionistas de Salamanca und CD Castellón wechselte er im Sommer 2025 nach Teneriffa.
Mit elf Toren trug er maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga bei. In seinen ersten fünf Pflichtspielen für den Verein erzielte er sechs Treffer und stellte damit einen Vereinsrekord auf.
Der Tod von Jesús de Miguel trifft CD Teneriffa in einer Phase sportlicher Aufbruchsstimmung. Der Stürmer war erst im Sommer 2025 zum Klub gewechselt und hatte mit elf Treffern entscheidend zum Aufstieg in die Segunda División beigetragen. Seine Rolle reichte damit über die eines einzelnen Kaderspielers hinaus: Er stand für den sportlichen Erfolg, den Teneriffa mit dem Aufstieg verbunden hatte.
Die Reaktionen des Vereins und der Behörden zeigen die Tragweite des Geschehens. Eine sechstägige offizielle Trauerzeit, ausgesetzte Vereinsaktivitäten und verschobene Partien unterbrechen den Spielbetrieb. Auch die beantragte Verschiebung des Spiels von Andorra macht deutlich, dass die Folgen über Teneriffa hinausreichen.
Ermittlungen und Verantwortung
Parallel zur Trauer laufen Ermittlungen gegen Jesús Owono. Der Vorwurf eines möglichen fahrlässigen Tötungsdelikts ist Teil eines strafrechtlichen Verfahrens; über eine Verantwortung entscheidet nicht die sportliche oder öffentliche Debatte, sondern die zuständige Justiz. Für die Familie steht zunächst der Abschied im Mittelpunkt, während der Verein um Privatsphäre bittet.
Die Gedenkmesse im Stadion verbindet den persönlichen Verlust mit der Gemeinschaft des Klubs. Dass Anhänger dort gemeinsam Abschied nehmen können, schafft einen öffentlichen Ort der Trauer, ohne die Beisetzung in Navahermosa vorwegzunehmen. Für den spanischen Fußball bleibt zugleich die Frage, wie der Spielbetrieb nach einem Todesfall organisiert und die Familie geschützt werden kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Fußballer stirbt in Spanien - Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung“ (04.11.2026)
Der Beitrag bestätige den Tod nach dem Zusammenprall und stelle die Ermittlungen gegen Jesús Owono in den Mittelpunkt. Zusätzlich beschreibe er den Spielabbruch, den Gesundheitsverlauf und eine später korrigierte Veröffentlichung zu einer angeblichen Stellungnahme Owono.
stern: „Vereint in der Trauer: Große Gedenkfeier für gestorbenen Fußballer Jesús de Miguel“ (04.11.2026)
Der stern berichte wie die dpa-Meldung über die geplante Gedenkmesse und die Beisetzung in Navahermosa. Der Schwerpunkt liege stärker auf dem Abschied, der Trauer der Familie und der Bedeutung de Miguels für Teneriffa als auf dem Ermittlungsverfahren.
Beide Beiträge stimmten beim Tod des Spielers und den Ermittlungen gegen den Torwart überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Fokus: Während FOCUS online den Unfallhergang und den Verfahrensaspekt betone, richte der stern den Blick auf Verein, Familie und Gedenkfeier.
