Jesús de Miguel: Owono äußert sich nach tödlichem Zusammenstoß
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 18:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDe Miguels Weg bei Teneriffa
- Jesús de Miguel wechselte im Sommer 2025 zu CD Teneriffa.
- Mit elf Toren half der Stürmer dem Verein beim Aufstieg in die zweite Liga.
- Er hinterlässt seine Partnerin María und die im Juni 2025 geborene Tochter Carla.
Jesús Owono äußert sich nach Tod von Jesús de Miguel
Nach dem Tod des Teneriffa-Profis Jesús de Miguel hat sich der beteiligte Torwart Jesús Owono erstmals öffentlich geäußert. Der 25-Jährige erklärte, dies seien die schwersten Tage seines Lebens, während CD Teneriffa eine Gedenkfeier vorbereitet.
Torwart spricht von schwersten Tagen
Owono teilte mit, es falle ihm schwer, Worte zu finden und das Geschehene zu begreifen. Seine Gedanken seien bei de Miguel, dessen Familie und allen Menschen, die ihn geliebt hätten.
Der 30 Jahre alte Stürmer von CD Teneriffa hatte am Montag in der Nachspielzeit des Heimspiels gegen den FC Andorra nach einer ungestümen Attacke des gegnerischen Torwarts schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten. Am Dienstagmorgen starb er im Krankenhaus.
Abschied in Navahermosa und auf Teneriffa
Die Beerdigung ist für Donnerstag in Navahermosa in der Provinz Toledo vorgesehen, der Heimatgemeinde von de Miguels Familie. Dort wollen auch Mannschaft, Trainerstab und Vereinsführung von dem Stürmer Abschied nehmen.
Am Samstag veranstaltet CD Teneriffa im Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion eine Gedenkfeier. Die Messe beginnt um 18 Uhr, alle Anhänger des Vereins sind eingeladen.
Verein ruft sechstägige Trauer aus
De Miguels Familie bedankte sich für die Beileidsbekundungen und bat zugleich um uneingeschränkten Respekt für ihre Privatsphäre. Der Stürmer hinterlässt seine Partnerin María und die im Juni 2025 geborene Tochter Carla.
Mehrheitsaktionär Rayco Garcia bezeichnete den Tod als schlimmsten Tag seines Lebens. Teneriffa rief eine sechstägige Trauerzeit aus und setzte alle Aktivitäten seiner Männer-, Frauen- und Jugendteams für die kommenden Tage aus.
Ermittlungen gegen Jesús Owono
Die Mordkommission der spanischen Polizei nahm gegen Owono Ermittlungen wegen möglichen fahrlässigen Totschlags auf. Teneriffas Oberstaatsanwalt José Luis Sánchez-Jáuregui geht laut spanischen Medien davon aus, dass ein Strafverfahren wegen des Spielgeschehens sehr unwahrscheinlich ist.
Offen bleibt, ob de Miguels Familie Anzeige erstattet oder zivilrechtlich klagt. Unabhängig davon droht Owono eine lange Sperre durch den spanischen Fußballverband RFEF.
Fans und Mitspieler trauern
Hunderte Fans versammelten sich vor der Klinik, zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Spieler und Anhänger trafen sich außerdem vor Stadiontor 9, der Rückennummer des Verstorbenen.
Owono deaktivierte nach massiven Beschimpfungen seinen Instagram-Account. Sein Teamkollege Lautaro Spatz nahm ihn in Schutz und erklärte, Owono habe niemals absichtlich jemandem wehtun wollen.
De Miguel prägte Teneriffas Aufstieg
De Miguel hatte sich über mehrere unterklassige spanische Vereine in den Profifußball gearbeitet. Im Sommer 2025 wechselte er nach Teneriffa und erzielte elf Tore, mit denen er maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga beitrug.
Der Tod von Jesús de Miguel hat den spanischen Fußball innerhalb weniger Tage aus dem sportlichen Alltag gerissen. Der Zusammenstoß ereignete sich in der Nachspielzeit eines Zweitligaspiels und führte zu schweren Verletzungen sowie einem Herzstillstand. Dass ein regulärer Spielvorgang tödlich endete, löste auch über Teneriffa hinaus Anteilnahme und eine Debatte über die Folgen körperlich riskanter Aktionen im Fußball aus.
Für CD Teneriffa ist der Verlust besonders einschneidend. De Miguel war erst im Sommer 2025 zum Verein gewechselt und hatte mit elf Toren maßgeblich zum Aufstieg in die zweite Liga beigetragen. Die sechstägige Trauerzeit und die Unterbrechung sämtlicher Aktivitäten der Männer-, Frauen- und Jugendteams zeigen, welche Bedeutung der Stürmer für den Klub und sein Umfeld hatte.
Ermittlungen und sportliche Folgen
Die Ermittlungen gegen Jesús Owono sollen die Umstände des Zusammenstoßes klären. Der Ausgang des Verfahrens ist von der sportrechtlichen Bewertung getrennt: Unabhängig von möglichen straf- oder zivilrechtlichen Fragen kann der spanische Fußballverband eine lange Sperre prüfen. Eine solche Trennung ist im Profisport entscheidend, weil die Bewertung eines Zweikampfs auf dem Platz nicht automatisch die juristische Verantwortung bestimmt.
Für die Angehörigen stehen zunächst Abschied und Privatsphäre im Mittelpunkt. Die Beerdigung in Navahermosa und die öffentliche Gedenkfeier im Stadion verbinden familiere Trauer mit der Anteilnahme der Fans. Zugleich dürfte der Fall Vereine und Verbände dazu bewegen, den Umgang mit schweren Verletzungen, emotionalen Ausnahmesituationen und dem Schutz betroffener Spieler erneut zu prüfen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: „Vereint in der Trauer: Große Gedenkfeier für gestorbenen Fußballer Jesús de Miguel“ (04.11.2026)
Der Beitrag hebt die geplante Messe am Samstag und die Teilnahme von Mannschaft, Trainerstab und Vereinsführung an der Beerdigung hervor. Zusätzlich ordnet er die sechstägige Trauer des Vereins und die Auswirkungen auf angesetzte Spiele ein.
ntv: „Tödliches Fouldrama um De Miguel: Schockiertes CD Teneriffa stellt den Fußball für sechs Tage ein“ (04.11.2026)
Der Artikel setzt den Schwerpunkt auf die sechstägige Vereinstrauer und die Absage des Spiels gegen Granada. Anders als der Stern-Beitrag rückt er außerdem die Reaktionen prominenter Persönlichkeiten und die Ermittlungen stärker in den Vordergrund.
Beide Beiträge bestätigen die Gedenkfeier und die umfassende Reaktion des Vereins. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Trauerfeier, Spielbetrieb und Ermittlungen; offen bleiben die weiteren rechtlichen und sportrechtlichen Konsequenzen.
