Granit Xhaka, Corona-Zertifikat

Granit Xhaka gibt Erwerb von Corona-Impfzertifikat zu und fehlt der Schweiz vorerst

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 11:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Granit Xhaka hat eingeräumt, im Jahr 2022 eine Corona-Impfbestätigung erworben zu haben. Der Schweizer Nationalspieler fehlt deshalb vorerst der Mannschaft und soll im kommenden Monat vernommen werden.

Xhaka gibt nun zu: Die Impfbestätigung war erworben.  - Bild: Christian Charisius/dpa
Xhaka gibt nun zu: Die Impfbestätigung war erworben. - Bild: Christian Charisius/dpa

Granit Xhaka hat vor einer anstehenden Vernehmung durch die Luzerner Staatsanwaltschaft ein öffentliches Geständnis über erworbene Corona-Impfzertifikate aus dem Jahr 2022 abgelegt.

Geständnis vor Vernehmung

Der 33 Jahre alte Schweizer Fußballstar schrieb bei Instagram, er sei damals persönlich stark verunsichert gewesen und habe große Bedenken gegenüber der Covid-19-Impfung gehabt. In dieser Lage habe er eine Impfbestätigung erworben, statt seine offenen Fragen anders zu klären.

Folgen für die Nationalmannschaft

Xhaka übernehme die Verantwortung für seine Entscheidung und stelle sich der Aufarbeitung des Sachverhalts, schrieb er weiter. Für die Schweizer Nationalmannschaft steht er nach seinem Geständnis in den kommenden vier Partien der Nations League nicht zur Verfügung.

Ermittlungen in Luzern

Die Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt in der Angelegenheit. Im kommenden Monat soll der Profi, der aktuell beim AFC Sunderland unter Vertrag steht, dazu vernommen werden.

Verbandsreaktion

Der Schweizerische Fußballverband begrüßte, dass Xhaka den Schritt mache und sich der Aufarbeitung stelle. Zugleich kam der Verband nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass der aktuelle Zusammenzug der Mannschaft ohne ihn stattfinden solle, um Ruhe in die Situation zu bringen und den Fokus auf die Aufgaben in der Nations League zu richten.

Einordnung: Sportliche und juristische Folgen

Der Fall trifft Granit Xhaka in einer Phase, in der er als erfahrener Führungsspieler weiterhin eine öffentliche Rolle weit über den Klubfußball hinaus hat. Dass er sich vor einer Vernehmung selbst äußert und von einem Fehler spricht, verschiebt den Schwerpunkt von der reinen Sportszene auf die strafrechtliche Aufarbeitung und auf die Frage, wie Behörden und Verband mit dem Vorgang umgehen.

Für den Schweizer Fußballverband ist die Lage heikel, weil Nationalspieler in besonderer Weise als Repräsentanten wahrgenommen werden. Das sofortige Herausnehmen aus dem aktuellen Aufgebot zeigt, dass sportliche Planungssicherheit und der Schutz der Mannschaft Vorrang haben. Zugleich bleibt der Fall für die Öffentlichkeit relevant, weil er ein Thema berührt, das in der Pandemie viele Länder geprägt hat: den Umgang mit Zertifikaten, Vertrauen in Institutionen und die Grenze zwischen persönlicher Unsicherheit und möglichem Rechtsverstoß.

Juristisch dürfte die angekündigte Vernehmung entscheidend sein, weil die Ermittler klären wollen, ob aus dem erworbenen Zertifikat ein strafrechtlich relevanter Vorgang folgt. Für Leser ist daran vor allem sichtbar, dass der Fall nicht nur einen prominenten Sportler betrifft, sondern auch die Nachwirkungen der Corona-Jahre in die Gegenwart hineinragen.

Disclaimer...

de | sport | 70143309 |