Fußball-WM: FIFA meldet mehr als 240.000 Beleidigungen gegen Beteiligte
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 13:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei der Fußball-WM in diesem Sommer sind nach Angaben der FIFA mehr als die Hälfte der 1.606 ausgewerteten Spieler und Verantwortlichen in sozialen Medien beleidigt worden.
Mehr als 240.000 beleidigende Kommentare
Der Social Media Protection Service (SMPS) erfasste demnach bei rund 60 Millionen Kommentaren mehr als 240.000 Beiträge, die als beleidigend eingestuft und an die Plattformen gemeldet wurden. Betroffen waren insgesamt 812 Personen.
Die FIFA veröffentlichte die Zahlen anlässlich des Tags der seelischen Gesundheit an diesem Samstag. FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte, der Dienst werde alle 211 Mitgliedsverbände unterstützen, „weil wir dieses schändliche Verhalten bekämpfen müssen, das Elend anrichtet und das emotionale Wohlbefinden beeinträchtigt“.
Rassismus häufigste Form
Rassismus war der Auswertung zufolge mit zwölf Prozent die häufigste Form der diskriminierenden Beleidigung. Knapp 800 Konten wurden den Strafverfolgungsbehörden übergeben.
Mehr als 10.000 Kommentare gegen einen Profi
Über einen namentlich nicht genannten Profi, der während des WM-Turniers in Nordamerika am häufigsten von Hass im Netz betroffen war, gab es mehr als 10.000 Kommentare. Rund 40 Prozent davon waren rassistisch.
Digitale Gewalt als Begleiterscheinung großer Turniere
Die Zahlen machen sichtbar, dass soziale Netzwerke für Spieler und Verantwortliche nicht nur zusätzliche Kommunikationskanäle sind, sondern auch ein erhebliches Risiko für gezielte Angriffe darstellen. Bei rund 60 Millionen Kommentaren entfällt zwar nur ein kleiner Teil auf beleidigende Inhalte; zugleich konzentriert sich der digitale Hass auf einzelne Personen und kann deren öffentliche Wahrnehmung stark prägen.
Besonders bedeutsam ist der Anteil rassistischer Beleidigungen. Dass diese Kategorie zwölf Prozent der erfassten diskriminierenden Kommentare ausmacht, verweist auf ein Problem, das über sportliche Rivalität hinausgeht. Große internationale Turniere bündeln Aufmerksamkeit, Nationalstolz und spontane Emotionen – Faktoren, die in sozialen Medien schnell in persönliche Herabsetzungen umschlagen können.
Plattformen und Verbände unter Handlungsdruck
Die Weitergabe von knapp 800 Konten an Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass der Umgang mit solchen Inhalten nicht bei Moderation oder Löschung enden muss. Entscheidend sind nachvollziehbare Meldewege, eine schnelle Reaktion der Plattformen und eine konsequente rechtliche Bewertung, wenn Beleidigungen, rassistische Angriffe oder Bedrohungen strafrechtliche Grenzen überschreiten.
Für die FIFA bedeutet die Auswertung zugleich eine politische und organisatorische Aufgabe. Ein Schutzdienst kann Beiträge erfassen und melden, die Verantwortung für Prävention, Unterstützung Betroffener und einheitliche Standards liegt jedoch bei Verbänden, Plattformen und Behörden gemeinsam.

