FIFA, Gianni Infantino

FIFA plant 6,35 Milliarden Dollar für Verbände bis 2030

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die FIFA will zwischen 2027 und 2030 offenbar 6,35 Milliarden US-Dollar an Verbände und weitere Beteiligte verteilen. Der Plan verschärft den Machtkampf um Präsident Gianni Infantino vor dem Treffen des FIFA-Councils in Zürich.

Die FIFA plant offenbar eine gigantische Ausschüttung an die Mitgliedsverbände. (Archivbild) - Bild: Teresa Suarez/Pool EPA via AP/dpa
Die FIFA plant offenbar eine gigantische Ausschüttung an die Mitgliedsverbände. (Archivbild) - Bild: Teresa Suarez/Pool EPA via AP/dpa

FIFA plant Zahlungen bis 2030

  • Der Weltverband will zwischen 2027 und 2030 insgesamt 6,35 Milliarden US-Dollar verteilen.
  • Die 211 Nationalverbände sollen jeweils 25 Millionen US-Dollar erhalten.
  • Der FIFA-Rat soll den Finanzplan im Dezember finalisieren, der Kongress im März 2027 darüber abstimmen.

Die FIFA plant nach Medieninformationen eine milliardenschwere Ausschüttung an ihre Mitgliedsverbände und weitere Beteiligte.

Mehr Geld für Nationalverbände

Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP sieht ein FIFA-Dokument für den Zeitraum von 2027 bis 2030 Zahlungen von insgesamt 6,35 Milliarden US-Dollar vor. Das entspricht rund 5,6 Milliarden Euro.

Die einzelnen Nationalverbände sollen demnach jeweils 25 Millionen US-Dollar erhalten, rund 22,3 Millionen Euro. Die FIFA begründet den Plan mit dem kommerziellen Erfolg der Weltmeisterschaft im Sommer und will damit Investitionen in die Entwicklung des Fußballs fördern.

UEFA fordert Reformen

Die UEFA hatte als schärfste Kritikerin von FIFA-Präsident Gianni Infantino angesichts hoher WM-Gewinne mindestens zehn Millionen US-Dollar je Nationalverband verlangt. Der nun bekannt gewordene Plan sieht damit deutlich höhere Zahlungen vor.

Zahlungen an die 211 Nationalverbände gelten als etabliertes Instrument im Wettbewerb um die Führung des Weltverbands. Die UEFA und der Deutsche Fußball-Bund fordern zugleich ein Ende von Infantinos Amtszeit als FIFA-Präsident.

Entscheidung im Dezember und März

Das Dokument ist auf den 14. Oktober datiert. Demnach soll der FIFA-Rat den Finanzplan im Dezember endgültig festlegen; beim FIFA-Kongress im März 2027 in Marokko könnte er abgesegnet werden.

Bei diesem Kongress will Infantino als Präsident wiedergewählt werden. Die Gegner des Schweizers haben bislang keinen eigenen Kandidaten präsentiert.

Treffen der Kritiker in Zürich

Am Donnerstag tagt das FIFA-Council am Sitz des Weltverbands in Zürich. Dabei trifft Infantino auf Kritiker, die wegen ihrer UEFA-Ämter dem Gremium angehören.

Infantino verfügt derzeit über eine ausreichende Machtbasis durch Unterstützer aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien. Zugleich steht er wegen seines Alleingangs bei einem Vermarktungsplan für WM-Geschäfte massiv in der Kritik.

Geld als Machtfaktor

Die geplante Ausschüttung würde die finanzielle Bedeutung der FIFA für ihre 211 Mitgliedsverbände weiter erhöhen. Direkte Zahlungen verschaffen dem Weltverband Einfluss auf nationale Verbände, die auf Fördermittel für Infrastruktur, Nachwuchsarbeit und Wettbewerbe angewiesen sind.

Der Zeitpunkt ist politisch besonders relevant. Über den Finanzplan soll zunächst der FIFA-Rat im Dezember entscheiden, bevor der Kongress im März 2027 in Marokko darüber abstimmen soll. Dort strebt Gianni Infantino nach der dpa-Meldung seine Wiederwahl an. Die Verteilung zusätzlicher Mittel fällt damit in eine Phase, in der seine Führungsposition erneut abgesichert werden soll.

Konflikt mit der UEFA

Die UEFA fordert gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund ein Ende von Infantinos Amtszeit und hatte mindestens zehn Millionen US-Dollar je Nationalverband verlangt. Der nun genannte Betrag von 25 Millionen US-Dollar würde diese Forderung deutlich übertreffen und den Streit über Reformen mit einer Verteilungsfrage verknüpfen.

Für die Verbände entsteht ein Spannungsfeld: Mehr Geld könnte die Entwicklung des Fußballs fördern, zugleich wächst die Abhängigkeit von Entscheidungen der FIFA-Führung. Das Treffen des FIFA-Councils in Zürich kann deshalb zeigen, ob die Kritiker ihre Forderungen bündeln oder ob Infantinos Unterstützer aus mehreren Kontinentalverbänden die bestehende Machtbasis bestätigen.

Disclaimer...

de | sport | 70321990 |