FIFA-Gehalt: Verband weist zweites Gehalt für Infantino zurück
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVergütung und Council-Sitzung im Mittelpunkt
- Die FIFA bestreitet ein zweites Gehalt für Präsident Gianni Infantino.
- Für 2024 nennt die Times zusätzlich 1,76 Millionen US-Dollar aus der WM-Organisationsgesellschaft.
- Am Donnerstag treffen Infantino und seine Kritiker bei der FIFA-Council-Sitzung in Zürich aufeinander.
Die FIFA hat Medienberichte über angebliche zusätzliche Gehaltszahlungen an Präsident Gianni Infantino zurückgewiesen und erklärt, sie erfülle alle Offenlegungspflichten.
FIFA verweist auf unabhängige Prüfung
Der Weltverband erklärte, er zahle dem FIFA-Präsidenten kein zweites Gehalt und weise sämtliche Vergütungsangaben im Einklang mit den steuerrechtlichen Vorschriften in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern aus.
Zuvor hatte die englische Zeitung Times berichtet, Infantino habe 2024 zusätzlich zu seinem offiziellen Gehalt 1,76 Millionen US-Dollar von der US-Gesellschaft erhalten, die für die Organisation der Weltmeisterschaft gegründet worden war.
Millionensumme neben offiziellem Verdienst
Nach Darstellung der Zeitung sei die Zahlung in der Steuererklärung der WM-Organisationsgesellschaft vermerkt, nicht aber im FIFA-Finanzbericht dokumentiert. Im Jahresbericht des Weltverbandes war für Infantino 2024 ein Verdienst von 4,274 Millionen Schweizer Franken ausgewiesen.
Für 2025 und 2026 könnten nach dem Bericht noch höhere zusätzliche Zahlungen erfolgt sein. Die FIFA erklärte, über die jährliche Vergütung des Präsidenten und sonstige vertragliche Leistungen entscheide der unabhängige Unterausschuss für Vergütungsfragen.
Kritik an Infantino nimmt zu
Die Vorwürfe treffen den Schweizer in einer Phase anhaltender Kritik. Auslöser war unter anderem sein Alleingang bei einem Vermarktungsplan für WM-Geschäfte, der massive politische Reaktionen auslöste.
Die UEFA und der Deutsche Fußball-Bund fordern ein Ende seiner Amtszeit als FIFA-Präsident. Infantino verfügt nach Angaben aus dem Verbandsumfeld weiterhin über Unterstützer in Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien.
Treffen der Gegenspieler in Zürich
Bei der Sitzung des FIFA-Councils am Donnerstag kommt es in Zürich zum direkten Aufeinandertreffen Infantinos mit seinen Kritikern aus den UEFA-Ämtern im Weltverbandsgremium.
Im März 2027 will sich der 56-Jährige für eine vierte Amtszeit wählen lassen. Einen Gegenkandidaten haben seine Gegner bislang nicht präsentiert.
Transparenz bei FIFA-Vergütungen
Die Auseinandersetzung berührt einen zentralen Punkt der Verbandsführung: Wie vollständig und nachvollziehbar werden Zahlungen an den Präsidenten ausgewiesen? Die FIFA weist die Darstellung eines zweiten Gehalts zurück und verweist auf ihre Offenlegungspflichten sowie unabhängige Prüfungen.
Im Mittelpunkt stehen zugleich unterschiedliche Bezugsgrößen. Für 2024 nennt die Meldung neben dem im FIFA-Jahresbericht ausgewiesenen Verdienst von 4,274 Millionen Schweizer Franken eine weitere Zahlung von 1,76 Millionen US-Dollar aus der WM-Organisation. Entscheidend ist deshalb, ob es sich um eine zusätzliche Vergütung, eine vertragliche Leistung oder eine anders eingeordnete Zahlung handelt.
Politischer Druck vor der Council-Sitzung
Die Debatte fällt in eine ohnehin angespannte Phase. Infantino steht wegen seines Vorgehens bei der Vermarktung von WM-Geschäften in der Kritik, während UEFA und Deutscher Fußball-Bund ein Ende seiner Amtszeit fordern. Damit wird die Vergütungsfrage auch zu einem Thema der Macht- und Vertrauensbildung im Verband.
Bei der Sitzung in Zürich treffen Infantino und seine Kritiker unmittelbar aufeinander. Seine Unterstützerbasis außerhalb Europas gilt weiterhin als entscheidend. Für die geplante Wahl im März 2027 könnte daher weniger die einzelne Zahlung als die Frage prägend werden, ob der Verband die Darstellung seiner Finanzen überzeugend erläutert und geschlossen hinter seinem Präsidenten steht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Deutschlandfunk - Fortlaufende Nachrichten vom 13. Oktober 2026“ (13.10.2026)
Der Bericht hebe hervor, gegen Infantino seien neue Vorwürfe wegen einer zusätzlichen Millionenzahlung der WM-Organisation FWC2026 für 2024 laut geworden. Anders als die dpa-Meldung verweise er außerdem auf Diskussionen um ein teures Büro des Weltverbandes im New Yorker Trump Tower.
Beide Darstellungen ordneten die Zahlung als zusätzlichen Vorwurf neben dem offiziellen Gehalt ein. Offen bleibe in dem Deutschlandfunk-Beitrag, wie der Weltverband die konkrete Zahlung rechtlich und bilanziell einordne.
