FIFA: Asien unterstützt Infantino für vierte Amtszeit
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 07:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFIFA-Wahl 2027 erhält neue Unterstützung
- Der AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa sprach sich in Tokio für Infantinos vierte Amtszeit aus.
- 22 arabische Verbände hatten Anfang Oktober ihre Unterstützung für den Schweizer erklärt.
- Der FIFA-Kongress entscheidet im März 2027 in Rabat über die Wiederwahl.
- Die Opposition kann bis zum 18. November einen Gegenkandidaten benennen.
AFC-Präsident unterstützt Infantinos vierte Amtszeit
Eine Abwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino wird unwahrscheinlicher. Auf einem außerordentlichen Kongress des asiatischen Kontinentalverbands AFC in Tokio sprach sich dessen Präsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa für eine vierte Amtszeit des Schweizers aus.
Uneingeschränkte Unterstützung aus Asien
Al-Chalifa sicherte Infantino „uneingeschränkte Unterstützung“ zu. Frühere „Probleme“ im Zusammenhang mit Infantino räumte er ein, zugleich warb er dafür, gemeinsam „vorwärts“ zu blicken.
„Wir sind der Überzeugung, dass der Fußball am stärksten ist, wenn wir mit einer gemeinsamen Vision und einem einheitlichen Ziel zusammenarbeiten“, sagte der AFC-Präsident. Zuletzt hatte er im Machtkampf bereits moderatere Töne angeschlagen.
Arabische Verbände stehen hinter dem FIFA-Chef
Vor einigen Monaten hatte Al-Chalifa Infantino noch gemeinsam mit den Präsidenten der UEFA und des Verbands für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik scharf attackiert. Das Schreiben hatte unter anderem in Katar Kritik ausgelöst.
Anfang Oktober erklärten 22 arabische Verbände, darunter zwölf aus Asien, ihre Unterstützung für Infantino. Afrikas 54 Fußballverbände stehen nach Angaben des Kontinentalverbands Caf ebenfalls fest hinter dem Schweizer.
Wahlkampf vor dem FIFA-Kongress
Infantino war im Sommer nach einem gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren massiv unter Druck geraten. Auch sein Führungsstil wird von Teilen der Fußballwelt kritisiert.
Der FIFA-Präsident reagierte darauf mit dem Angebot, erstmals Gespräche über mögliche Reformen zu führen. Der 56-Jährige führt den Weltverband seit 2016.
Beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat strebt Infantino seine Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Vor allem Verbände aus Europa und dem Concacaf-Raum haben ihm nach der dpa-Meldung das Vertrauen entzogen; auf einen Gegenkandidaten konnte sich die UEFA bislang nicht festlegen.
Opposition hat Frist bis November
Bis zum Ende des 18. November hat die Opposition Zeit, offiziell einen Bewerber zu benennen. Die Unterstützung des AFC erschwert damit den Versuch, Infantino vor dem Kongress gemeinsam entgegenzutreten.
Die Unterstützung aus Asien verbessert Infantinos Ausgangslage vor dem FIFA-Kongress im März 2027 deutlich. Der AFC umfasst 47 Mitgliedsverbände und gehört damit zu den größten regionalen Machtblöcken im Weltverband. Eine geschlossene oder weitgehend geschlossene Unterstützung kann bei einer Wahl erhebliches Gewicht haben, auch wenn die Entscheidung formal von den FIFA-Mitgliedsverbänden getroffen wird.
Der Vorgang steht im Zusammenhang mit einem Machtkampf über Führung, Vermarktung und Reformen in der FIFA. Der im Sommer gescheiterte Vorstoß, WM-Rechte mithilfe externer Investoren zu vermarkten, hatte den Druck auf Infantino erhöht. Hinzu kommt Kritik an seinem Führungsstil sowie der Umstand, dass europäische Verbände und Verbände aus dem Concacaf-Raum ihm nach der dpa-Meldung das Vertrauen entzogen haben.
Entscheidend wird die Kandidatenfrage
Für die Opposition ist deshalb nicht nur die Zahl der Unterstützer, sondern vor allem die Suche nach einem gemeinsamen Gegenkandidaten entscheidend. Bis zum 18. November kann sie offiziell einen Bewerber benennen. Bleibt diese Einigung aus, stärkt das Infantinos Position zusätzlich.
Die Unterstützung aus Asien und Afrika signalisiert zugleich, dass sich der Konflikt nicht einfach als Konfrontation zwischen Infantino und Europa ordnen lässt. Für die weitere Entwicklung kommt es darauf an, ob die angekündigten Gespräche über Reformen konkrete Zugeständnisse hervorbringen und ob die bisherige Kritik in eine gemeinsame Wahlstrategie mündet.
