UEFA stellt Infantino 42 Fragen zum FIFA-Investorenplan
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 19:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUEFA verlangt Antworten bis November
- Die UEFA übermittelte FIFA-Chef Gianni Infantino 42 detaillierte Fragen.
- Das Schreiben fordert eine Beantwortung bis zum 2. November.
- Die UEFA bat US-Bundesgerichte um Vorladungen zu Dokumenten und eidesstattlichen Aussagen.
UEFA fordert Antworten von FIFA-Chef Infantino
Die UEFA hat FIFA-Präsident Gianni Infantino 42 detaillierte Fragen zu den gescheiterten Investorenplänen und weiteren Vorgängen übermittelt. Der europäische Fußball-Verband verlangt Antworten bis zum 2. November.
FIFA legte Investitionsplan nach Kritik auf Eis
Infantino hat bislang keine Dokumente zu seinem aufgegebenen Vorhaben vorgelegt, 20 Prozent der kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften und weiteren Wettbewerben für mehr als vier Milliarden Dollar zu verkaufen. Die FIFA hatte den Teilverkauf Ende Juli angekündigt; in der Nacht zum 1. August gab Infantino den Plan nach breitem Widerstand auf.
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Kostenlose Trading-Webinare für Privatanleger
Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.
Machtkampf zwischen FIFA und UEFA
Der Fragenkatalog ist die nächste Runde im Konflikt zwischen Infantino und seinen europäischen Kritikern. Bei einer Krisensitzung des FIFA-Councils am 15. Oktober in Zürich hatte DFB-Chef Bernd Neuendorf die Antworten als „dünn“ bezeichnet.
Fragen zu Vergütung und Verfahren
Die UEFA verlangt unter anderem Aufklärung über Infantinos persönliches Vergütungspaket, den Umgang mit dem Disziplinarverfahren gegen den US-Stürmer Folarin Balogun während der Weltmeisterschaft sowie geschäftliche und politische Beziehungen zu Donald Trump und dessen Familie.
Weitere Fragen betreffen die operative Unabhängigkeit der Rechts-, Wahl- und Ethikkommissionen der FIFA. Die UEFA erkennt an, dass der Investitionsplan zurückgezogen und Fehler eingeräumt wurden, hält damit aber die Entscheidungsprozesse nicht für ausreichend erklärt.
UEFA setzt auf US-Gerichte
Die UEFA hat US-Bundesgerichte gebeten, Vorladungen zu genehmigen. Damit sollen die Vorlage von Dokumenten und eidesstattliche Aussagen zum aufgegebenen Investitionsplan „FIFA Forward Enterprise“ erzwungen werden.
In dem UEFA-Schreiben heißt es: „Diese Fragen benötigen jetzt Antworten.“ Die Frist für die Reaktion der FIFA endet am 2. November.
Der Streit zwischen UEFA und FIFA dreht sich längst nicht mehr nur um den aufgegebenen Investitionsplan. Im Zentrum steht die Frage, wie weit die FIFA-Führung strategische und wirtschaftliche Entscheidungen ohne transparente Kontrolle treffen kann.
Die geplante Veräußerung von 20 Prozent der kommerziellen Rechte für mehr als vier Milliarden Dollar hätte die Finanzierung und Vermarktung künftiger Weltmeisterschaften sowie weiterer Wettbewerbe langfristig geprägt. Dass der Plan nach massivem Widerstand zurückgezogen wurde, beendet deshalb nicht automatisch die Debatte über Entscheidungswege, Verantwortlichkeiten und mögliche Interessenkonflikte.
Konflikt über Kontrolle und Transparenz
Die von der UEFA verlangten Unterlagen und Antworten betreffen neben dem Investitionsvorhaben auch Infantinos Vergütung, ein Disziplinarverfahren während der Weltmeisterschaft sowie Beziehungen zu Donald Trump und dessen Familie. Damit weitet sich der Konflikt auf zentrale Fragen der FIFA-Governance aus.
Für die europäischen Verbände steht zugleich ihre politische Position im Weltverband auf dem Spiel. Das Ultimatum bis zum 2. November setzt einen konkreten nächsten Termin. Sollten die Antworten aus Sicht der UEFA erneut unzureichend ausfallen, könnten die beantragten Vorladungen vor US-Gerichten den Druck auf die FIFA-Führung weiter erhöhen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „UEFA droht „Fiasko“, während Infantino „den Mercedes-Katalog“ hinlegt“ (19.10.2026)
Der Beitrag ordnet den Konflikt als Machtkampf ein und beschreibt den wachsenden Druck auf Infantino. Im Mittelpunkt stehen dabei stärker die politischen Folgen für die UEFA und die FIFA-Führung als der konkrete Fragenkatalog.
Frankfurter Rundschau: „Ex-FIFA-Mediendirektor warnt UEFA vor Fiasko im Infantino-Machtkampf“ (19.10.2026)
Der Artikel stellt ebenfalls den Machtkampf und die Warnung vor einem möglichen Scheitern der UEFA in den Vordergrund. Zusätzlich verweist er auf Infantinos angestrebte Wiederwahl im März 2027; offen bleibt, welche konkreten Antworten die FIFA auf die 42 Fragen geben wird.
Beide Beiträge betonen den politischen Konflikt. Der dpa-Bericht setzt dagegen den konkreten Fragenkatalog, die Frist und die möglichen US-Vorladungen ins Zentrum.
