UEFA sperrt Serbien: Deutschland droht Geisterspiel in Belgrad
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Serbiens Heimspiel unter UEFA-Auflagen
- Die UEFA verhängte gegen Serbien wegen rassistischen und diskriminierenden Fanverhaltens eine Stadionsperre.
- Das Spiel gegen Deutschland findet am 13. November um 20.45 Uhr im Rajko-Miti?-Stadion in Belgrad statt.
- Serbien muss 50.000 Euro zahlen; weitere fast 80.000 Euro entfallen auf frühere Fanvergehen.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss am 13. November in Belgrad nach jetzigem Stand vor leeren Rängen spielen.
UEFA sanktioniert Fanverhalten
Der europäische Fußballverband bestrafte den serbischen Verband wegen rassistischen und diskriminierenden Verhaltens seiner Anhänger bei den Spielen gegen Griechenland und die Niederlande. Zusätzlich zur Stadionsperre wurde eine Geldstrafe von 50.000 Euro verhängt.
Das Rajko-Miti?-Stadion von Roter Stern Belgrad fasst normalerweise gut 55.000 Zuschauer. Für die Partie gegen die DFB-Auswahl sind nach dem UEFA-Urteil derzeit keine Fans zugelassen.
Serbien beantragt Ausnahmen
Der serbische Verband will nach eigenen Angaben versuchen, die Sanktion abzumildern. Möglich wären demnach ein Einlass für Kinder und die Zulassung von 2.000 deutschen Fans. Konkrete Planungen für diese Mini-Kulisse gibt es nach UEFA-Angaben bislang nicht.
Was das Urteil für deutsche Fans bedeutet, die bereits nach Karten gesucht haben und nach Belgrad reisen wollten, war zunächst offen.
Hinspiel bereits ohne serbische Fans
Schon beim Hinspiel am 1. Oktober in München durfte der serbische Verband keine Tickets an eigene Anhänger verkaufen. Deutschland gewann die Partie mit 2:0; für Jürgen Klopp war es der erste Sieg als Bundestrainer.
Deutschland unter Erfolgsdruck
Für weitere Vergehen seiner Fans muss der serbische Verband nun zusätzlich fast 80.000 Euro zahlen. Ein Ausschluss serbischer Fans bei einem Auswärtsspiel wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
Sportlich steht die DFB-Auswahl unter Druck. Deutschland liegt mit fünf Punkten hinter den Niederlanden und Griechenland, die jeweils acht Zähler haben, auf Rang drei. Nur die beiden besten Teams jeder Gruppe erreichen im März 2027 das Viertelfinale.
Serbien ist mit null Punkten Letzter. Für Deutschland droht bei Platz drei die Abstiegsrelegation zur B-Liga der Nations League.
Belgrad als sportlicher Prüfstein
Das UEFA-Urteil verändert vor allem den Rahmen der Partie am 13. November. Für die deutsche Mannschaft entfällt voraussichtlich der Druck eines voll besetzten Rajko-Miti?-Stadions; zugleich verliert das Spiel einen Teil seiner üblichen Heimspielatmosphäre. Die sportliche Ausgangslage bleibt davon unberührt: Deutschland muss gegen Serbien gewinnen, um im Rennen um einen der beiden ersten Gruppenplätze zu bleiben.
Klopp braucht Punkte und Stabilität
Nach vier Spielen unter Jürgen Klopp steht die DFB-Auswahl bei fünf Punkten. Die Ergebnisse – ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage – verdeutlichen, dass der neue Bundestrainer noch keine stabile Bilanz vorweisen kann. Der Sieg gegen Serbien wäre deshalb nicht nur für die Tabelle wichtig, sondern auch für die Entwicklung der Mannschaft in der laufenden Nations-League-Saison.
Folgen für Fans und UEFA
Für deutsche Anhänger bleibt die Reiseplanung vorerst schwierig, weil weder ein vollständiger Zuschauerausschluss noch eine mögliche Sonderregelung mit Kindern und 2.000 deutschen Fans abschließend feststeht. Die Sanktion zeigt zugleich, dass diskriminierendes Verhalten im europäischen Fußball konkrete Folgen für Verbände und Zuschauer hat. Serbien muss neben dem möglichen Geisterspiel 50.000 Euro zahlen; weitere Vergehen würden zusätzliche finanzielle und sportliche Konsequenzen nach sich ziehen.
