DFB-Kader: Klopp streicht für Nations League auf 26 Spieler
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 11:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKlopps Auswahl für Serbien und Berlin
- Das 44er-Aufgebot der ersten DFB-Phase wird für die nächsten Nations-League-Spiele verkleinert.
- Die Partien finden am 13. November in Serbien und am 16. November gegen die Niederlande statt.
- Jamal Musiala und Serge Gnabry fehlen verletzt, während die Torwartfrage zwischen ter Stegen und Urbig offen bleibt.
Jürgen Klopp verkleinert den DFB-Kader für die Nations League
Jürgen Klopp muss sein 44 Spieler umfassendes DFB-Aufgebot für die abschließenden Nations-League-Partien deutlich verkleinern. Im Mittelpunkt steht neben der sportlichen Entscheidung über das Weiterkommen die Frage, ob Niclas Füllkrug mit 33 Jahren in die Nationalmannschaft zurückkehrt.
Von 44 Spielern auf einen regulären Kader
Für die Spiele in Serbien am 13. November und gegen die Niederlande am 16. November will Klopp aus einem großen Kandidatenpool auswählen. Ein Aufgebot in der bisherigen Größenordnung ist nicht mehr vorgesehen; pro Spiel dürfen nach UEFA-Norm 23 Spieler eingesetzt werden.
Mehr als 26 Akteure dürfte Klopp deshalb kaum berufen. Wer nicht zum jeweiligen Spieltagskader gehört, muss auf der Tribüne Platz nehmen. Sicher fehlen die verletzten Bayern-Profis Jamal Musiala und Serge Gnabry.
Debütanten kämpfen um ihre Plätze
Mehrere Spieler, die bei Klopps erster Länderspielphase debütierten, haben nach der Verkleinerung des Kaders geringere Chancen. Dazu zählen Akteure von Mika Baur bis Yannik Engelhardt. Auch Felix Keidel und Max Rosenfelder müssen um ihre weitere Berücksichtigung bangen.
Im Angriff gelten Kai Havertz sowie zuletzt getestete Perspektivspieler als Kandidaten. Aus der U21 drängen Paris Brunner und Nicolo Tresoldi nach. Klopp muss voraussichtlich zwei oder drei Plätze im Sturm vergeben.
Füllkrug polarisiert
Die größte öffentliche Debatte dreht sich um Niclas Füllkrug. Der Bremer hat seit seinem letzten Einsatz im Nationaltrikot im Sommer 2025 nicht mehr für Deutschland gespielt, trifft in der Bundesliga aber regelmäßig.
Klopp verwies in einem DAZN-Interview auf Füllkrugs Alter von 33 Jahren. Lothar Matthäus sprach sich für eine Rückkehr des Stürmers aus, während Thomas Hitzlsperger skeptisch blieb.
Undav sieht sich ohne Chance
Deniz Undav rechnet nach eigener Aussage nicht mit einem positiven Anruf des Bundestrainers. Für Klopp spricht das Profil des Stuttgarters zudem weniger für dessen bevorzugtes Spiel mit schnellen Außenstürmern.
Karim Adeyemi und Derry Scherhant profitieren von dieser Ausrichtung. In der Abwehr fehlen mit Josha Vagnoman und möglicherweise Philipp Treu weitere Optionen, während die Rollen von Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Tom Bischof und Felix Nmecha geklärt werden müssen.
Torwartfrage bleibt offen
Auch im Tor steht eine Grundsatzentscheidung an. Klopp kann sich für eine klare Nummer eins entscheiden oder einen Zweikampf zwischen Marc-André ter Stegen und Jonas Urbig ausrufen.
Sportlich geht es für die DFB-Auswahl um den Einzug ins Viertelfinale der Nations League. Nach dem durchwachsenen Start drohen bei einer ungünstigen Tabellenkonstellation Relegation oder der direkte Abstieg in die B-Liga.
Jürgen Klopp steht vor seiner ersten regulären Kaderentscheidung als Bundestrainer. Das 44er-Aufgebot seiner Premiere diente der breiten Sichtung über zwei getrennte Länderspielkader hinweg; für die abschließenden Gruppenspiele der Nations League ist dieses Verfahren wegen der UEFA-Spieltagsgröße nicht wiederholbar.
Pro Partie dürfen 23 Spieler im Spieltagskader stehen. Ein Aufgebot von mehr als 23 Profis kann deshalb zwar Alternativen schaffen, führt aber zugleich dazu, dass zusätzliche Akteure nicht eingesetzt werden können. Für Klopp verschiebt sich die Auswahl damit von der reinen Sichtung zur Festlegung von Rollen, Hierarchien und einem System für die entscheidenden Gruppenspiele.
Angriff als zentrale Auswahlfrage
Besonders dicht ist die Konkurrenz im Sturm. Kai Havertz gilt als gesetzt, während mehrere jüngere Angreifer um die verbleibenden Plätze kämpfen. Niclas Füllkrug bringt Erfahrung und aktuelle Torerfolge ein, steht mit 33 Jahren aber zugleich für die Frage, ob Klopp kurzfristige Form oder langfristige Perspektive höher gewichtet.
Die Entscheidung betrifft auch Spieler wie Deniz Undav, der seine Chancen selbst gering einschätzt. Fehlen zusätzlich verletzte Kräfte wie Jamal Musiala und Serge Gnabry, verändert das die verfügbaren Optionen, ersetzt aber nicht Klopps Grundsatzentscheidung über die Ausrichtung der Offensive.
Nations League erhöht den Druck
Sportlich geht es um die Viertelfinal-Qualifikation. Nach den bisherigen Ergebnissen gegen Serbien, die Niederlande und Griechenland kann die Tabellenkonstellation bis zum Jahresende eng bleiben; neben dem Weiterkommen drohen Relegation oder der direkte Abstieg in die B-Liga.
Die Nominierung ist deshalb mehr als eine Personalie für zwei Spiele. Sie zeigt, welchen Kern Klopp für die nächsten Wettbewerbe aufbauen will und wie er Erfahrung, Verletzungsrisiken und neue Kräfte miteinander verbindet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „53 Kandidaten, 23 Plätze: Das ist unser DFB-Kader – stellen Sie Ihren zusammen“ (03.11.2026)
Der Beitrag hebt die bevorstehende Kaderbekanntgabe und die Reduzierung vom 44er-Aufgebot auf voraussichtlich 23 bis 26 Spieler hervor. Anders als die dpa-Meldung entwirft er ein eigenes 23er-Modell und spricht sich dabei für ein Füllkrug-Comeback aus.
Der Artikel konzentriert sich auf Deniz Undavs geringe eigene Hoffnung und ordnet sie mit seiner Torbilanz sowie Klopps System ein. Gemeinsam mit der dpa-Meldung beschreibt er den kleineren Kader als Auswahl unter großem Konkurrenzdruck; offen bleibt die endgültige Entscheidung über Füllkrug und die übrigen Angreifer.
Beide Beiträge bestätigen den Wechsel vom XXL-Aufgebot zu einer deutlich engeren Auswahl. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen auf einem möglichen Füllkrug-Comeback beziehungsweise auf Undavs Perspektive.
