Jürgen Klopp, DFB-Nationalmannschaft

Deutschland gegen Griechenland 0:0: Klopp lobt DFB-Neustart trotz Nations-League-Rückschlag

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp bewertet den ersten Lehrgang als Erfolg, obwohl Deutschland in Thessaloniki erneut torlos bleibt. Nach vier Spielen steht die DFB-Auswahl in der Nations League nur auf Rang drei und muss im November liefern.

  • Jürgen Klopp als Umarmer und Menschenfänger, wie nach dem Spiel mit Kapitän Florian Wirtz. - Bild: Christian Charisius/dpa
    Jürgen Klopp als Umarmer und Menschenfänger, wie nach dem Spiel mit Kapitän Florian Wirtz. - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Wieder kein Sieg, wieder kein Tor gegen Griechenland. - Bild: Christian Charisius/dpa
    Wieder kein Sieg, wieder kein Tor gegen Griechenland. - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Tempo, Dynamik, Spielwitz: Der Freiburger Debütant Derry Scherhant (l) war einer der Lichtblicke des Klopp-Starts.  - Bild: Christian Charisius/dpa
    Tempo, Dynamik, Spielwitz: Der Freiburger Debütant Derry Scherhant (l) war einer der Lichtblicke des Klopp-Starts. - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Der Chef im Mittelfeld im jungen, zweiten Kader: Aleksandar Pavlovic. - Bild: Christian Charisius/dpa
    Der Chef im Mittelfeld im jungen, zweiten Kader: Aleksandar Pavlovic. - Bild: Christian Charisius/dpa
Jürgen Klopp als Umarmer und Menschenfänger, wie nach dem Spiel mit Kapitän Florian Wirtz. - Bild: Christian Charisius/dpa Wieder kein Sieg, wieder kein Tor gegen Griechenland. - Bild: Christian Charisius/dpa Tempo, Dynamik, Spielwitz: Der Freiburger Debütant Derry Scherhant (l) war einer der Lichtblicke des Klopp-Starts.  - Bild: Christian Charisius/dpa Der Chef im Mittelfeld im jungen, zweiten Kader: Aleksandar Pavlovic. - Bild: Christian Charisius/dpa

Jürgen Klopp hat den ersten Lehrgang als Bundestrainer trotz des 0:0 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland mit großer Zufriedenheit beendet.

Klopp sieht Fortschritte trotz Torflaute

Nach Mitternacht im Stadion von PAOK Saloniki sagte Klopp, den ersten Schritt gemacht zu haben und „super-happy“ zu sein. Deutschland blieb damit im Rückspiel gegen Griechenland erneut ohne Tor, nachdem es bereits das Hinspiel mit 0:1 verloren hatte.

Aus Klopps Sicht überwogen dennoch die Fortschritte. Besonders die junge Mannschaft, die zuvor Serbien mit 2:0 besiegt hatte, habe in Thessaloniki in der ersten Halbzeit Tempo, Dynamik und Spielwitz gezeigt.

Aberkanntes Tor verhindert Führung

Deutschland erspielte sich mehrere Chancen und traf durch Jonathan Burkardt, der Treffer wurde nach einer Überprüfung durch den Videoassistenten wegen eines Handspiels bei der Ballannahme von Tom Bischof aberkannt. Florian Wirtz ärgerte sich anschließend über die fehlende Ausbeute.

Auch Torhüter Jonas Urbig gehörte zu den auffälligen Spielern. Der junge Keeper parierte früh eine griechische Chance und blieb in seinem zweiten Einsatz unter Klopp erneut ohne Gegentor.

44 Spieler getestet

In zwei Wochen arbeitete Klopp mit 44 Nationalspielern. Er habe nun einen größeren Pool und wolle mit jedem Spieler ein Feedback-Gespräch führen. Besonders Derry Scherhant und Philipp Treu empfahlen sich beim Neustart, Aleksandar Pavlovic überzeugte zudem im Mittelfeld.

Der Bundestrainer kündigte für November einen deutlich kleineren Kader mit 23 oder 24 Spielern an. Dann stehen die Nations-League-Partien am 13. November in Belgrad gegen Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande an.

Viertelfinale in Gefahr

Deutschland liegt mit fünf Punkten in Gruppe 2 hinter den Niederlanden und Griechenland auf Rang drei. Für den Einzug ins Viertelfinale sind zwei Siege im abschließenden Doppelspieltag das Ziel.

Damit wachsen zugleich die Personalfragen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Torwartposition mit Urbig und Marc-André ter Stegen, die Rolle von Joshua Kimmich sowie die Einbindung des wieder fitten Jamal Musiala neben Wirtz.

Neustart mit offenem Ergebnis

Der erste Lehrgang unter Jürgen Klopp hat zwei gegenläufige Signale geliefert: Die deutsche Mannschaft zeigte in Teilen mehr Tempo, Mut und defensive Intensität, holte aus vier Nations-League-Spielen aber nur fünf Punkte. Damit steht sie in Gruppe 2 der Liga A weiterhin auf Rang drei und muss im November punkten, um die Viertelfinalchance zu wahren.

Besonders aufschlussreich war die Aufteilung des Aufgebots. Klopp arbeitete in zwei Wochen mit 44 Spielern und gab mehreren Debütanten Gelegenheit, sich zu zeigen. Das vergrößert den Auswahlpool, verschärft aber zugleich die Konkurrenz. Im November soll der Kader auf 23 oder 24 Spieler schrumpfen; aus dem breiten Testbetrieb wird dann eine Phase, in der Ergebnisse und Rollenverteilung stärker zählen.

November wird zum Belastungstest

Die torlose Partie in Thessaloniki verweist auf die zentrale Baustelle: Deutschland kann sich Chancen und spielerische Vorteile erarbeiten, nutzt sie aber nicht konsequent genug. Gegen tief verteidigende Gegner entscheidet häufig die Qualität im letzten Drittel, also bei Pass, Laufweg und Abschluss.

Am 13. November in Belgrad gegen Serbien und am 16. November in Berlin gegen die Niederlande wird Klopp deshalb weniger experimentieren können. Zugleich stehen Personalfragen im Mittelpunkt: Torhüter Jonas Urbig hat sich empfohlen, Aleksandar Pavlovic drängt im Mittelfeld nach vorn, und die Rückkehr von Jamal Musiala könnte die Statik der Offensive verändern. Für die Zuschauer bedeutet das: Der neue Stil ist bereits erkennbar, seine Belastbarkeit gegen stärkere Konkurrenz bleibt der nächste Prüfstein.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Klopp feiert trotz 0:0: „Unglaubliches Spiel, ich bin sehr, sehr, sehr angetan““ (04.10.2026)

Der Bericht hebe Klopps Zufriedenheit mit der Spielanlage und der ersten Halbzeit hervor. Zugleich lasse er durch Stimmen zum Spiel erkennen, dass die fehlende Konsequenz im Abschluss und die nachlassende Ordnung nach der Pause die wichtigsten offenen Punkte blieben; die Perspektive falle damit positiver aus als die reine Punktebilanz.

BR24: „Hitziger Fight in Griechenland: Energische DFB-Elf verpasst Sieg“ (05.10.2026)

Der Bericht bestätige das 0:0 und den dritten Tabellenplatz, setze den Schwerpunkt aber stärker auf den Spielverlauf: Deutschland habe in der ersten Hälfte deutliche Vorteile und ein vom VAR aberkanntes Tor gehabt, während Griechenland die Schlussphase defensiv kontrolliert habe. Anders als Klopps optimistische Bilanz rücke der Beitrag damit die verpasste Revanche und die mangelnde Chancenverwertung in den Vordergrund.

Beide Berichte stellten die spielerischen Fortschritte und den ausgebliebenen Sieg nebeneinander. Einigkeit bestehe beim torlosen Ergebnis und der Tabellenlage; offen bleibe, ob die neue Spielidee im November auch gegen Serbien und die Niederlande genügend Tore und Punkte bringe.

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