Cristiano Ronaldo verlässt Portugal-Camp: Ende in der Nationalmannschaft?
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSCristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft in Kopenhagen einen Tag vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark verlassen und damit einen möglichen Abschied aus der Auswahl angedeutet.
Medien sprechen von „unwiderruflicher Entscheidung“
Der 41 Jahre alte Angreifer flog nach Madrid und kündigte an, die Gründe für seine Entscheidung zu gegebener Zeit öffentlich zu erklären. Das portugiesische Sportblatt „O Jogo“ berichtete bereits, Ronaldo habe eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen und werde nicht mehr für Portugal spielen.
Ronaldo selbst erklärte in einer Stellungnahme: „Jetzt ist es an der Zeit Portugal und allen meinen Mitspielern viel Glück zu wünschen, ohne Ausnahme.“ Einen ausdrücklichen Rücktritt verkündete er damit jedoch nicht. Für Portugal stehen bislang 234 Länderspiele und 146 Tore des Superstars zu Buche.
Streit nach zwei Spielen
Zum Auftakt der Nations League gegen Wales wurde Ronaldo nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt. Beim anschließenden 2:1 gegen Norwegen kam er erstmals seit 18 Jahren nicht zum Einsatz und ging direkt in die Kabine.
Vor dem dritten Spiel gegen Dänemark im Parken-Stadion von Kopenhagen hatte Trainer Jorge Jesus angekündigt, Ronaldo erneut nicht in der Startelf aufzustellen. Jesus sagte, Ronaldo werde nur eingewechselt, wenn er ihn im Spiel benötige.
Schwester kritisiert Portugal
Nach Darstellung des Trainers hatte es ein Gespräch mit Ronaldo und Verbandschef Pedro Proença gegeben. Jesus erklärte jedoch, Ronaldo sei nicht gekommen, um etwas zu klären, weil es aus seiner Sicht nichts zu klären gegeben habe.
Ronaldos Schwester Elma Aveiro stellte sich auf Instagram hinter den Fußballer. „CR7 hätte mehr Respekt verdient“, schrieb sie und warf Portugal vor, neidisch, abfällig und ignorant zu sein.
Eine Ära vor dem möglichen Ende
Ronaldo bestritt am 20. August 2003 sein erstes Länderspiel. 2016 wurde er mit Portugal Europameister, obwohl er im Finale gegen Frankreich verletzt ausgewechselt werden musste.
Sein Verbleib in der Nationalmannschaft war zuletzt auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko umstritten. Ronaldos Vertrag beim saudischen Club Al-Nassr läuft noch knapp ein Jahr. Von Juli 2025 bis Ende Juni 2026 war Jorge Jesus dort sein Trainer.
Ein Wendepunkt für Portugals Auswahl
Ronaldo hat Portugal seit seinem Debüt 2003 über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt. Mit dem EM-Titel 2016 gewann die Auswahl ihren bislang wichtigsten großen Titel; zugleich entwickelte sich der Angreifer zum Rekordspieler und Rekordtorschützen des Landes. Sein möglicher Abschied wäre deshalb nicht nur eine Personalentscheidung, sondern ein Einschnitt für eine gesamte Fußballgeneration.
Sportlich steht die Mannschaft inzwischen vor der Aufgabe, Ronaldos außergewöhnliche Rolle schrittweise neu zu definieren. Die jüngsten Partien gegen Wales und Norwegen zeigen, dass Trainer Jorge Jesus die Einsatzzeiten des 41-Jährigen stärker steuern will. Das kann Teil eines normalen Übergangs sein, berührt bei einem Spieler mit 234 Länderspielen und 146 Toren aber zwangsläufig Fragen nach Hierarchie, Autorität und öffentlicher Kommunikation.
Folgen für Team und WM-Planung
Für Portugal kommt der Konflikt in einer Phase, in der jedes Nations-League-Spiel sportliche Bedeutung für Form, Selbstverständnis und Kaderplanung besitzt. Kurzfristig muss die Auswahl gegen Dänemark ohne ihren Kapitän auskommen. Mittelfristig dürfte entscheidend sein, ob Ronaldo seine Zukunft eindeutig erklärt und ob Verband, Trainer und Mannschaft einen geordneten Übergang ermöglichen.
Ein Rücktritt würde zugleich Chancen für jüngere Angreifer eröffnen, aber Erfahrung, Torgefahr und internationale Strahlkraft aus dem Kader nehmen. Ronaldos Vertrag bei Al-Nassr läuft noch knapp ein Jahr; seine Vereinsrolle und seine Belastungssteuerung bleiben damit auch für die portugiesische Auswahl wichtige Rahmenbedingungen. Für Fans ist vor allem offen, ob die überstürzte Abreise ein endgültiger Abschied oder der Höhepunkt eines vorübergehenden Zerwürfnisses war.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „War es das? Ronaldo verlässt Portugals Teamcamp“ (30.09.2026)
Der Bericht bestätige Ronaldos vorzeitige Abreise aus dem Trainingslager in Kopenhagen und hebe hervor, dass der Portugiese seinen Rücktritt ausdrücklich noch nicht erklärt habe. Anders als die dpa-Meldung lege der Beitrag zusätzliche Details zum Ablauf im Camp und zur Fortsetzung der Vorbereitung mit den verbliebenen Spielern dar; offen bleibe auch dort, ob Ronaldo nochmals für Portugal antrete.
Merkur: „Nie mehr für Portugal? Ronaldo verlässt beleidigt Nationalteam“ (30.09.2026)
Der Artikel bestätige, dass die angekündigte Nichtberücksichtigung für die Startelf gegen Dänemark und Ronaldos Bankplatz gegen Norwegen dem Konflikt vorausgegangen seien. Er setze einen stärkeren Schwerpunkt auf die ungewöhnliche Dauer von Ronaldos Stammplatz und auf die Frage eines Karriereendes, während die endgültige Entscheidung über seine Zukunft weiterhin offen bleibe.
Beide Berichte stimmten in der Abreise und den daraus entstandenen Rücktrittsspekulationen überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung der sportlichen Vorgeschichte und der Bewertung des Konflikts; eine abschließende Erklärung Ronaldos stehe noch aus.
