Cristiano Ronaldo, Portugal

Cristiano Ronaldo verlässt Portugal-Teamcamp und deutet Abschied an

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager Portugals vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark verlassen. Nach dem Streit mit Trainer Jorge Jesus deutet vieles auf einen Abschied hin – offiziell bestätigt ist ein Rücktritt aber noch nicht.

  • Das unrühmliche Ende von Ronaldo in der Nationalmannschaft? (Archivbild) - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
    Das unrühmliche Ende von Ronaldo in der Nationalmannschaft? (Archivbild) - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Ronaldo sorgt für einen Eklat: Er reist aus dem Camp ab.  - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa
    Ronaldo sorgt für einen Eklat: Er reist aus dem Camp ab. - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa
  • War's das auch mit Ronaldos Nationalmannschaftskarriere? - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa
    War's das auch mit Ronaldos Nationalmannschaftskarriere? - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa
Das unrühmliche Ende von Ronaldo in der Nationalmannschaft? (Archivbild) - Bild: Rebecca Blackwell/AP/dpa Ronaldo sorgt für einen Eklat: Er reist aus dem Camp ab.  - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa War's das auch mit Ronaldos Nationalmannschaftskarriere? - Bild: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen und ist einen Tag vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark per Privatjet nach Madrid geflogen.

Abreise nach Streit mit dem Trainer

Der 41 Jahre alte Superstar reagierte damit auf eine eskalierte Auseinandersetzung mit Nationaltrainer Jorge Jesus. Die genauen Gründe für seine Entscheidung will Ronaldo nach eigenen Angaben noch öffentlich erklären.

Jesus hatte vor der Partie im Parken-Stadion von Kopenhagen angekündigt, Ronaldo erneut nicht in der Startelf aufzustellen. Im Nations-League-Spiel gegen Norwegen war der Angreifer zuvor 90 Minuten auf der Bank geblieben – erstmals seit 18 Jahren war er in einem Länderspiel nicht eingesetzt worden.

Ronaldo deutet Abschied an

Portugals Sportblatt «O Jogo» berichtete, Ronaldo habe eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen und werde nicht mehr für Portugal spielen. Ronaldo selbst erklärte dies zunächst nicht ausdrücklich. Er schrieb jedoch bei Instagram, nun sei es an der Zeit, Portugal und allen seinen Mitspielern ohne Ausnahme viel Glück zu wünschen.

Ronaldo absolvierte bislang 234 Länderspiele und erzielte 146 Tore. Sein erstes Spiel für Portugal bestritt er am 20. August 2003. 2016 gewann er mit der Auswahl die Europameisterschaft.

Trainer weist Konflikt zurück

Jesus sagte portugiesischen Medien zufolge, Ronaldo werde eingesetzt, wenn er gebraucht werde. Ein Gespräch nach dem Norwegen-Spiel habe aus Sicht des Trainers nichts klären müssen, weil es nichts zu klären gegeben habe.

Ronaldos Schwester Elma Aveiro stellte sich hinter den Angreifer. Sie schrieb auf Instagram, Ronaldo habe mehr Respekt verdient, und kritisierte den portugiesischen Fußball scharf.

Sperre und offene Zukunft

Nach einem Bericht der portugiesischen Zeitung «Correio da Manhã» könnte Ronaldo wegen des vorzeitigen Verlassens des Teams nach der Disziplinarordnung des portugiesischen Fußballverbands für bis zu sechs Monate gesperrt werden. Bei einem Rücktritt aus der Nationalmannschaft wäre diese Sanktion allerdings ohne praktische Bedeutung.

Ronaldo spielte zuletzt bei Al-Nassr in Saudi-Arabien, wo Jorge Jesus von Juli 2025 bis Ende Juni 2026 sein Trainer war. Sein Vertrag dort läuft noch knapp ein Jahr. Ob der Streit das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere bedeutet, ist offen.

Ein Abschied mit großer Tragweite

Cristiano Ronaldo steht mit 234 Länderspielen und 146 Toren für eine Ära des portugiesischen Fußballs. Seit seinem Debüt im August 2003 prägte er die Auswahl wie kaum ein anderer Spieler. Der EM-Triumph 2016 in Frankreich ist der größte Titel seiner Nationalmannschaftskarriere.

Der aktuelle Konflikt fällt in eine Phase, in der Portugal den Übergang zu einer jüngeren Mannschaft gestalten muss. Dass Trainer Jorge Jesus Ronaldo zuletzt nicht mehr als gesetzt behandelte, macht den Streit über die persönliche Ebene hinaus bedeutsam: Es geht auch um sportliche Hierarchien, Autorität und die Frage, wie eine Mannschaft nach dem Ende ihrer prägenden Generation aufgestellt wird.

Folgen für Portugal

Sportlich muss Portugal kurzfristig ohne seinen Rekordtorschützen planen. Der Verband setzt die Vorbereitung mit den verbliebenen Spielern fort; ein möglicher endgültiger Rücktritt würde zugleich einen außergewöhnlichen internationalen Karriereabschnitt beenden. Für die Öffentlichkeit bleibt entscheidend, ob Ronaldo seine angekündigte Erklärung abgibt und ob sich daraus weitere Konsequenzen für das Verhältnis zum Trainer oder Verband ergeben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „War es das? Ronaldo verlässt Portugals Teamcamp“ (30.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, Ronaldo habe das Trainingslager in Kopenhagen nach der Ankündigung verlassen, gegen Dänemark erneut nicht von Beginn an zu spielen. Er schreibe, Ronaldo habe seinen Rücktritt nicht ausdrücklich erklärt, während der portugiesische Verband lediglich die Abreise bestätigt habe; damit setze der Artikel den Schwerpunkt auf die weiterhin offene Zukunft des Rekordnationalspielers.

n-tv: „Ronaldo hat die Faxen dicke und reist vom Nationalteam ab“ (30.09.2026)

Der Bericht beschreibe den Vorgang als Eskalation eines Personalstreits und verweise auf Ronaldos Erklärung in den sozialen Medien. Anders als der erste Beitrag rücke er die erfolglosen Vermittlungsversuche von Trainer Jorge Jesus und Verbandschef Pedro Proença in den Mittelpunkt; offen bleibe auch dort, ob aus der Abreise ein endgültiger Rücktritt werde.

Beide Berichte bestätigten die vorzeitige Abreise und die fehlende Rücktrittserklärung. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung: Der eine Beitrag betone die sportliche Zukunft, der andere den Konflikt zwischen Ronaldo, Trainer und Verband.

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