Cristiano Ronaldo verlässt Portugals Nationalteam im Privatjet
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 11:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSCristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft in Kopenhagen verlassen und ist in der Nacht mit einem Privatjet nach Madrid geflogen.
Abreise nach Nichtberücksichtigung
Der 41-Jährige war beim 2:1-Sieg Portugals in Norwegen am Sonntag über 90 Minuten auf der Bank geblieben. Vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark kündigte Trainer Jorge Jesus anschließend an, erneut Gonçalo Ramos im Sturmzentrum aufzustellen.
Ronaldo trainierte danach weder mit den Reservisten noch mit der gesamten Mannschaft. Nach einem kurzen Gespräch mit Jesus verließ er am Mittwochabend das Teamhotel und flog nach Spanien, wo er aus seiner Zeit bei Real Madrid mehrere Immobilien besitzt.
Ronaldo kündigt Erklärung an
Auf Instagram schrieb Ronaldo, er werde den Portugiesen zu gegebener Zeit die Gründe für seine Entscheidung mitteilen. Zugleich wünschte er Portugal und seinen Mitspielern Glück.
Ob der fünfmalige Weltfußballer nochmals für die Nationalmannschaft spielt, ist offen. In 234 Länderspielen erzielte Ronaldo 146 Tore. Portugals Verband kann ihn nach den geltenden Statuten wegen eines unbegründeten Fernbleibens von Training oder einer anderen Teamaktivität mit einer Geldstrafe und einer Sperre von einem bis sechs Monaten belegen.
Kontrast zu Lionel Messi
Der Vorgang steht im starken Kontrast zum geplanten Abschied Lionel Messis aus der argentinischen Nationalmannschaft. Während Messi bei seinem angekündigten letzten Spiel als gefeierter Kapitän verabschiedet werden soll, ist Ronaldos Verhältnis zur portugiesischen Auswahl von einem Streit über seine Rolle und seinen Stammplatz geprägt.
Kritik aus Portugal
In Portugal stieß Ronaldos Abreise auf deutliche Kritik. Die Sportzeitung „O Jogo“ warf ihm ein übersteigertes Ego vor, während seine Schwester Elma Aveiro den Nationalspieler öffentlich verteidigte und dem Team mangelnden Respekt vorwarf.
Der Konflikt fällt in eine Phase des Umbruchs. Jüngere portugiesische Spieler wie João Neves und Vitinha haben mit ihren Vereinen große Erfolge gefeiert. Zugleich sorgte Jesus mit wechselnden Aussagen über Ronaldos Sonderstatus und seine Rolle als Spieler wie jeder andere für zusätzliche Unklarheit.
Ein Einschnitt für Portugals Auswahl
Ronaldo hat Portugal über zwei Jahrzehnte geprägt. Mit 234 Länderspielen und 146 Toren ist er Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze des Landes. Sein Abschied aus dem Trainingslager fällt deshalb nicht wie ein gewöhnlicher interner Streit aus, sondern berührt die Identität der Auswahl.
Sportlich steht Portugal zugleich vor einem Generationenwechsel. Spieler wie João Neves und Vitinha gehören zu einer jüngeren, international erfolgreichen Generation. Die Entscheidung, Ronaldo trotz seiner Verdienste nicht aufzustellen, zeigt den Konflikt zwischen historischer Größe und aktueller Leistungslogik besonders deutlich.
Mögliche Folgen für Verband und Mannschaft
Der portugiesische Verband muss nun zwei Fragen klären: ob er den Vorgang disziplinarisch ahndet und ob Ronaldo weiterhin Teil der sportlichen Planung sein soll. Nach den in der Meldung genannten Statuten sind Geldstrafe und eine Sperre von einem bis sechs Monaten möglich.
Für die Mannschaft kann der Bruch kurzfristig Unruhe bedeuten, langfristig aber auch eine klare Rollenverteilung schaffen. Trainer Jorge Jesus steht dabei unter besonderem Druck, weil er mit Ronaldo aus gemeinsamen Vereinszeiten verbunden ist. Entscheidend wird sein, ob der Verband geschlossen auftritt und ob Ronaldo seine angekündigte Darstellung der Vorgänge noch vorlegt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Cristiano Ronaldo verlässt Portugals Nationalmannschaft und deutet Abschied an“ (30.09.2026)
Der Bericht bestätige Ronaldos vorzeitige Abreise aus dem Trainingslager und ordne sie als mögliches Zeichen für ein Ende seiner Länderspielkarriere ein. Zugleich hebe er hervor, dass Ronaldo keinen ausdrücklichen Rücktritt erklärt habe und der Verband die Vorbereitung mit den verbliebenen Spielern fortsetzen wolle.
Merkur: „Nie mehr für Portugal? Ronaldo verlässt beleidigt Nationalteam“ (30.09.2026)
Der Artikel bestätige den Zusammenhang mit Ronaldos Nichtberücksichtigung für die Startelf gegen Dänemark und stelle stärker die mögliche persönliche Kränkung sowie die ungewöhnliche Dauer seiner bisherigen Stammplatzgarantie heraus. Offen bleibe auch dort, ob der 41-Jährige tatsächlich kein weiteres Spiel für Portugal bestreiten werde.
Beide Berichte stellten die Abreise und den Stammplatzstreit als gemeinsamen Kern dar; n-tv betone stärker die organisatorischen Folgen für die Auswahl, während der Merkur den möglichen Karriereeinschnitt und Ronaldos Rolle im Team in den Vordergrund rücke.
