Cristiano Ronaldo, Jorge Jesus

Cristiano Ronaldo greift Jorge Jesus an und will für Portugal weiterspielen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Cristiano Ronaldo wirft Portugals Nationaltrainer Jorge Jesus Wortbruch vor und erklärt seine Abreise aus dem Trainingslager. Trotz des offenen Konflikts will der 41-Jährige seine Karriere in der Nationalmannschaft fortsetzen und eine mögliche Sperre akzeptieren.

  • Ronaldos letzter Abgang? Der Superstar macht dem Trainer Vorwürfe. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB/dpa
    Ronaldos letzter Abgang? Der Superstar macht dem Trainer Vorwürfe. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB/dpa
  • Jorge Jesus führte Portugal in der Nations League zu vier Siegen in vier Spielen. (Archivbild) - Bild: Luis Vieira/AP/dpa
    Jorge Jesus führte Portugal in der Nations League zu vier Siegen in vier Spielen. (Archivbild) - Bild: Luis Vieira/AP/dpa
  • Gegen Wales durfte Ronaldo noch spielen. (Archivbild) - Bild: Zed Jameson/PA Wire/dpa
    Gegen Wales durfte Ronaldo noch spielen. (Archivbild) - Bild: Zed Jameson/PA Wire/dpa
Ronaldos letzter Abgang? Der Superstar macht dem Trainer Vorwürfe. (Archivbild) - Bild: Cornelius Poppe/NTB/dpa Jorge Jesus führte Portugal in der Nations League zu vier Siegen in vier Spielen. (Archivbild) - Bild: Luis Vieira/AP/dpa Gegen Wales durfte Ronaldo noch spielen. (Archivbild) - Bild: Zed Jameson/PA Wire/dpa

Cristiano Ronaldo hat seine Abreise aus dem Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft erklärt, Trainer Jorge Jesus Wortbruch vorgeworfen und zugleich seine Bereitschaft für weitere Länderspiele bekräftigt.

Ronaldo schildert Streit mit Jesus

In einer ausführlichen Erklärung bei Instagram schrieb der 41-Jährige, Jesus habe ihn zunächst gebeten, im Spiel gegen Norwegen 30 Minuten zu spielen, ihn anschließend aber nicht eingewechselt. Nach einem klärenden Gespräch mit dem Trainer und Sportdirektor Simão Coutinho habe Jesus die Angelegenheit auf einer Pressekonferenz aus Ronaldos Sicht anders dargestellt als vereinbart.

Ronaldo sprach von einem Vertrauensbruch und kritisierte eine aus seiner Sicht hochmütige und aggressive Haltung des Trainers. Gleichzeitig räumte er ein, das Trainingslager nicht hätte verlassen dürfen, und übernahm dafür die Verantwortung.

Nationaltrainer lässt Rückkehr offen

Jesus reagierte zunächst zurückhaltend auf Ronaldos Erklärung. Er sagte, er habe in Leiria das Spiel der portugiesischen U21 gesehen und werde nun die Mitteilung des Kapitäns lesen.

Zuvor hatte der Nationaltrainer erklärt, Ronaldo könne bei der nächsten Nominierung wieder berücksichtigt werden, sofern er bei Al-Nassr spiele. Wenn Ronaldo zurückkehren wolle, werde er zurückkehren, sagte Jesus.

Portugal sportlich erfolgreich

Portugal gewann während des Nations-League-Fensters gegen Wales, Norwegen und Dänemark sowie ein weiteres Mal gegen Norwegen. Jesus, der Ronaldo in der Vorsaison bei Al-Nassr in Saudi-Arabien trainiert hatte, kann damit auf vier Siege verweisen.

Ronaldo rechnet nach eigenen Angaben mit einer Sperre durch den portugiesischen Verband. Danach wolle er wieder zur Verfügung stehen, wenn er körperlich fit sei und bei seinem Verein regelmäßig spiele.

Trainervertrag bis 2030

Ronaldo hatte nach der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada über ein Ende seiner Nationalmannschaftskarriere nachgedacht. Nach eigenen Angaben bat ihn der Verbandspräsident jedoch, seine Entscheidung zu überdenken. Bei der Suche nach einem neuen Nationaltrainer habe Ronaldo Jesus zudem als geeignete Wahl empfohlen.

Jesus unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2030. Damit reicht seine geplante Amtszeit über die Nations League und die Europameisterschaft 2028 bis zur Heim-Weltmeisterschaft in knapp vier Jahren. Ob Ronaldo und Jesus dort gemeinsam für Portugal arbeiten, ist nach dem aktuellen Konflikt offen.

Sportlicher Erfolg überdeckt den Konflikt

Portugal hat die turbulente Länderspielphase sportlich mit vier Siegen abgeschlossen und sich vorzeitig für das Viertelfinale der Nations League qualifiziert. Damit verfügt Jorge Jesus trotz des Zerwürfnisses über ein starkes Argument: Die Mannschaft funktioniert auch ohne den Rekordspieler zumindest kurzfristig erfolgreich.

Gleichzeitig bleibt Ronaldo für Portugal sportlich und symbolisch außergewöhnlich wichtig. Mit 234 Länderspielen und 146 Toren ist er Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze. Sein Verbleib im Nationalteam betrifft deshalb nicht nur die Einsatzplanung, sondern auch die Frage, wie der Verband den Übergang von der Ära Ronaldo zu einer jüngeren Mannschaft gestaltet.

Entscheidung vor der nächsten Nominierung

Jesus hat eine Rückkehr grundsätzlich offengelassen, sie aber an Ronaldos Spielpraxis bei Al-Nassr geknüpft. Ronaldo wiederum akzeptiert nach eigener Darstellung eine mögliche Verbandsstrafe und will danach wieder für Portugal antreten. Für die nächste Kaderentscheidung müssen daher sportliche Fitness, Disziplin und die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Kapitän gemeinsam bewertet werden.

Der Konflikt erhält zusätzlich Gewicht, weil Jesus langfristig gebunden ist und Portugal bis zur Weltmeisterschaft 2030 begleiten soll. Eine Rückkehr Ronaldos könnte kurzfristig Erfahrung und Aufmerksamkeit bringen, würde aber eine belastbare Verständigung zwischen beiden voraussetzen. Bleibt das Vertrauen beschädigt, dürfte der Verband stärker auf eine klare Rollenverteilung und die sportliche Entwicklung ohne den Superstar achten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Spiegel: „Cristiano Ronaldo erklärt Abreise und erhebt Vorwürfe gegen Coach Jorge Jesus“ (07.10.2026)

Der Bericht hebe hervor, Ronaldo werfe Jesus Wortbruch vor, entschuldige sich zugleich für das vorzeitige Verlassen des Trainingslagers und wolle seine Länderspielkarriere fortsetzen. Anders als die dpa-Meldung ordne der Artikel den Konflikt zusätzlich vor dem Hintergrund von Ronaldos Rekordwerten und Portugals vier Siegen in der Nations League ein; offen bleibe, ob das beschädigte Verhältnis zwischen Spieler und Trainer wiederhergestellt werden könne.

ntv: „Ronaldo erhebt Vorwürfe, will aber nicht zurücktreten“ (06.10.2026)

Der Artikel schreibe, Ronaldo habe eine zugesicherte Einsatzplanung und Belastungssteuerung als Grundlage seiner Vorwürfe genannt und seinen Abgang als Reaktion auf einen aus seiner Sicht erneuten Wortbruch erklärt. Der Schwerpunkt liege stärker auf dem Ablauf der Gespräche und der von Ronaldo erwarteten Sanktion; zugleich werde betont, dass er keinen Rücktritt angekündigt habe. Beide Berichte stellten damit eine mögliche Rückkehr grundsätzlich nicht infrage, ließen aber die konkrete Entscheidung des Verbands offen.

Medienübergreifend werde bestätigt, dass Ronaldo seine Abreise erläutert, Verantwortung für den Abbruch übernommen und seine weitere Bereitschaft für Portugal erklärt habe. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung von Ronaldos Vorwürfen, der sportlichen Erfolgsserie Portugals und den Bedingungen für eine Rückkehr.

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