Eishockey, DEL

Packende DEL-Saison: Eisbären Berlin, Krefeld-Rückkehr und Heim-WM im Fokus

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 07:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Deutsche Eishockey Liga startet mit Titelverteidiger Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers in ihre 33. Saison und setzt dabei auf volle Arenen, prominente Rückkehrer und den Schub einer Heim-WM. Fans können sich auf Rekordjagden, neue Trainer und internationale Highlights freuen.

  • Meister Eisbären Berlin kann mit einem erneuten Triumph DEL-Geschichte schreiben. (Archvibild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
    Meister Eisbären Berlin kann mit einem erneuten Triumph DEL-Geschichte schreiben. (Archvibild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
  • Mit Dominik Kahun kehrt ein Nationalspieler und früherer NHL-Profi in die DEL zurück. (Archivbild) - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
    Mit Dominik Kahun kehrt ein Nationalspieler und früherer NHL-Profi in die DEL zurück. (Archivbild) - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
Meister Eisbären Berlin kann mit einem erneuten Triumph DEL-Geschichte schreiben. (Archvibild) - Bild: Florian Wiegand/dpa Mit Dominik Kahun kehrt ein Nationalspieler und früherer NHL-Profi in die DEL zurück. (Archivbild) - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa

Die Deutsche Eishockey Liga startet am Donnerstag mit Titelverteidiger Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers in ihre 33. Saison und verbindet den Auftakt mit der Zeremonie für den zwölften Meistertitel der Berliner.

DEL wächst bei Zuschauern und Umsatz

Die Liga verzeichnet seit Jahren steigende Zuschauerzahlen und Umsätze. In der vergangenen Saison kamen 3,21 Millionen Fans in die Hallen, der Gesamtumsatz stieg um drei Millionen Euro auf 198 Millionen Euro. Die Verantwortlichen peilen an, im kommenden Jahr erstmals die Marke von 200 Millionen Euro zu überschreiten, was als zusätzlicher Anreiz für Clubs und Liga gewertet wird.

Krefeld zurück, Dresden wieder abgestiegen

Zu den größten Veränderungen gehört die Rückkehr der Krefeld Pinguine. Das Team von Trainer Thomas Popiesch spielt nach dem Abstieg 2022 wieder erstklassig und gilt als Kandidat, der in der DEL mithalten kann. Das erste Spiel am Freitag gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven ist bereits ausverkauft und zeigt die Euphorie rund um den Traditionsclub. Im Gegensatz dazu sind die Dresdner Eislöwen nach ihrem Aufstieg 2025 direkt wieder in die DEL2 abgestiegen.

Heim-WM in Schalke-Arena und NHL-Spiele

Ein Winter-Game unter freiem Himmel wird es in dieser Saison nicht geben. Stattdessen rückt die Eishockey-WM mit dem Eröffnungsspiel in der Fußball-Arena auf Schalke in den Mittelpunkt, zu dem rund 60.000 Zuschauer erwartet werden. Die Heim-WM soll auch die Ligaspiele begleiten und zusätzliche Begeisterung für den Sport wecken. Hinzu kommen zwei reguläre NHL-Partien zwischen den Ottawa Senators mit Deutschlands Top-Stürmer Tim Stützle und den Chicago Blackhawks am 18. und 20. Dezember in Düsseldorf.

Spannung um Favoriten und Titeljagd

Sportlich steht die Frage im Raum, ob die Eisbären Berlin ihren Titel zum vierten Mal in Serie gewinnen und damit DEL-Geschichte schreiben können. Nach dem Abschied von Meistertrainer Serge Aubin zum SC Bern übernimmt der Kanadier Eric Dubois, zuvor Co-Trainer beim ERC Ingolstadt, die Verantwortung hinter der Bande. In einer Umfrage gelten die Adler Mannheim, zuletzt im Finale Berlin mit 1:4 unterlegen, für viele Trainer als heißeste Titelanwärter, während die Eisbären nicht mehr überall als klarer Favorit Nummer eins gesehen werden.

Starke Herausforderer und prominente Rückkehrer

Neben den Berlinern werden auch der EHC Red Bull München mit dem früheren NHL-Profi und Nationalspieler Dominik Kahun sowie die Kölner Haie mit Kapitän Moritz Müller und dem neuen schwedischen Coach Thomas Berglund zum Kreis der Anwärter gezählt. Die Haie überzeugten zuletzt in der Champions Hockey League, unter anderem mit den Neuzugängen Marcel Noebels aus Berlin und Daniel Fischbuch aus Iserlohn.

Rekordjagd von Haie-Kapitän Müller

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Moritz Müller, dem Kapitän der Kölner Haie. Dem Routinier fehlen nach bisher 1.183 DEL-Partien nur 18 Spiele, um den Rekord von Clublegende Mirko Lüdemann mit 1.200 Einsätzen zu übertreffen. Die Bestmarke kann Müller frühestens am 20. November beim Auswärtsspiel in München erreichen.

Übertragungen im TV und Stream

Wie in den vergangenen Jahren überträgt MagentaSport alle 364 Hauptrundenspiele sowie die Playoff-Partien live. Im Free-TV zeigt DF1 jeweils am Sonntag um 16.30 Uhr eine Begegnung, sodass Fans die neue Saison regelmäßig auch ohne Zusatzabo verfolgen können.

DEL als zweite Kraft im deutschen Profisport

Die Deutsche Eishockey Liga hat sich in den vergangenen Jahren als stabile Größe im deutschen Profisport etabliert. Mit über drei Millionen Zuschauern pro Saison liegt sie direkt hinter den Fußball-Profiligen und bietet vielen Standorten eine wirtschaftlich wichtige Bühne. Die nun angepeilte Umsatzmarke von mehr als 200 Millionen Euro unterstreicht, dass Clubs und Liga ihre Vermarktung ausgebaut haben und Eishockey deutlich über die klassische Nische hinausgewachsen ist.

Gleichzeitig zeigt der Blick auf Auf- und Abstiege, wie eng der sportliche und wirtschaftliche Erfolg zusammenhängen. Die Rückkehr der Krefeld Pinguine als Gründungsmitglied steht für Traditionsstandorte, die nach Krisenjahren wieder Fuß fassen wollen. Der direkte Wiederabstieg der Dresdner Eislöwen nach ihrem DEL-Gastspiel verdeutlicht dagegen, wie hoch die Hürden zum dauerhaften Verbleib in der höchsten Spielklasse sind. Für Fans bedeutet dies eine dynamische Ligastruktur mit wechselnden Geschichten zwischen Traditionsclubs und Aufsteigern.

Heim-WM und NHL-Gastspiele als Treiber der Aufmerksamkeit

Die Heim-WM mit dem Eröffnungsspiel in der Arena auf Schalke und die beiden NHL-Partien in Düsseldorf sind mehr als einzelne Events: Sie erhöhen die Sichtbarkeit des Sports insgesamt. Eine Fußballarena mit rund 60.000 Eishockeyfans und Duelle mit Teams aus der besten Liga der Welt gelten als starke Argumente, um neue Zielgruppen anzusprechen und die mediale Präsenz weiter zu steigern. Zugleich zeigen die Kritikpunkte der DEL an der Terminplanung der NHL, wie empfindlich der nationale Spielbetrieb auf zusätzliche Highlights reagiert.

Für die Clubs bedeutet die WM-Saison zusätzliche Belastung für Nationalspieler, aber auch die Chance, von wachsender Begeisterung zu profitieren. Wenn der Ligabetrieb – wie angekündigt – den „Appetit auf WM“ steigern will, könnte eine erfolgreiche Heim-WM im Zusammenspiel mit attraktiven Playoffs die Position des Eishockeys im deutschen Sportkalender weiter stärken. Für Zuschauer eröffnet die neue Saison damit nicht nur den Kampf um den Titel, sondern auch eine Kette besonderer Ereignisse, die sich bis in den kommenden Sommer zieht.

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