DEB, Deutschland

Abwehr nicht olympiareif: Eishockey-Aus gegen Slowakei

18.02.2026 - 15:04:29

Nie war eine deutsche Eishockey-Auswahl so gut besetzt wie bei Olympia. Gegen die Slowakei witterten die Spieler die Chance aufs Halbfinale. Stattdessen gibt es ein Debakel.

  • Bitteres Olympia-Aus im Viertelfinale für Deutschlands Fahnenträger Leon Draisaitl. - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • Deutschlands Eishockey-Cracks waren im Olympia-Viertelfinale chancenlos - Foto: Petr David Josek/AP/dpa

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  • Zu viel lastete im Angriff auf den deutschen NHL-Stars wie Tim Stützle (r). - Foto: Peter Kneffel/dpa

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Bitteres Olympia-Aus im Viertelfinale für Deutschlands Fahnenträger Leon Draisaitl. - Foto: Peter Kneffel/dpaDeutschlands Eishockey-Cracks waren im Olympia-Viertelfinale chancenlos - Foto: Petr David Josek/AP/dpaZu viel lastete im Angriff auf den deutschen NHL-Stars wie Tim Stützle (r). - Foto: Peter Kneffel/dpa

Sichtlich bedient verließen Superstar Leon Draisaitl und seine Kollegen schnell die olympische Eisfläche von Mailand. Die Ehrenrunde der Slowaken bekamen die mit so großen Ambitionen angetretenen deutschen Eishockey-Cracks nur noch aus dem Augenwinkel mit. Die vermeintlich bestbesetzte Auswahl in der Historie des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hat die Chance auf eine Medaille leichtfertig verspielt und im Olympia-Viertelfinale ein Debakel erlebt.

Gegen die Slowakei verlor die deutsche Mannschaft mit 2:6 (0:1, 1:3, 1:2). Am Aschermittwoch war auch für das Team von Bundestrainer Harold Kreis in Mailand nach katastrophalen Abwehrfehlern Katerstimmung angesagt: Tore von AHL-Stürmer Lukas Reichel (35. Minute) und Frederik Tiffels (50.) waren viel zu wenig. 

«Das zweite Drittel hat uns das Genick gebrochen», analysierte Tiffels und ergänzte: «Die Slowaken haben das ausgenutzt, dann sieht es natürlich blöd aus, wenn es mit 1:4 ins letzte Drittel geht. Im Endeffekt war es ein deutliches Ergebnis und gleichzeitig haben die Slowaken die Kleinigkeiten besser gemacht, die Zweikämpfe in den richtigen Momenten gewonnen.»

Vor dem auf Augenhöhe erwarteten Duell mit dem Bronzemedaillengewinner von 2022 hatte Deutschland mit sieben NHL-Profis, darunter absolute Weltklassespieler wie Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider, auf die historische Chance bei den Winterspielen hingewiesen. «Das Halbfinale ist zum Greifen nah. Jetzt liegt es an uns, das Ganze zu reißen. Wir müssen uns klarmachen, wie groß, die Chance jetzt wirklich ist, um eine Medaille zu kämpfen», hatte Star-Verteidiger Seider von den Detroit Red Wings gesagt.

Trotz einer verkorksten Vorrunde mit nur einem Sieg gegen Dänemark (3:1) und zwei Niederlagen gegen Lettland (3:4) und die USA (1:5) hatte der Turnierbaum der DEB-Auswahl gegen Frankreich und die Slowakei den vermeintlich leichtesten Weg ins Halbfinale geebnet. 24 Stunden nach dem 5:1 gegen die auf olympischem Niveau überforderten Franzosen startete die deutsche Auswahl zunächst gut ins Spiel, ehe sich die Schwäche insbesondere der Spieler aus der Deutschen Eishockey Liga offenbarte. 

Offensive zu ineffektiv, DEL-Defensive überfordert

Die Slowaken, die keinen NHL-Star vom Kaliber Draisaitls oder Stützles im Kader haben, zeigten sich offensiv viel effektiver. Der deutsche Angriff agierte indes zu oft zu kompliziert und suchte allzu oft nur die NHL-Stars. In der Abwehr setzte sich fort, was sich im Turnier zuvor schon angedeutet hatte: Nur Seider allein ist auf dem absoluten Top-Niveau mit NHL-Profis zu wenig.

Insbesondere das Berliner Abwehrduo Kai Wissmann und Jonas Müller erwischte einen rabenschwarzen Tag. Bundestrainer Kreis hatte Wissmann trotz eines monatelangen verletzungsbedingten Ausfalls den Kaderplatz freigehalten. Die fehlende Spielpraxis für den Eisbären-Kapitän, der vor Olympia nur vier DEL-Spiele absolviert hatte, machte sich einmal mehr bemerkbar. Einer seiner schweren Patzer im Anfangsdrittel leitete die Führung der Slowakei (19.) durch Pavol Regenda von den San Jose Sharks ein. 

Peinliches Mitteldrittel

Im Mittelabschnitt wurde es fast peinlich. Lukas Kälble von den Adler Mannheim rutschte vor dem zweiten Gegentor von Milos Kelemen (25.) aus. Nur 33 Sekunden später ermöglichte eine falsche Entscheidung von Eisbären-Verteidiger Müller den dritten slowakischen Treffer von Oliver Okuliar.

Das deutsche Angriffsspiel dagegen blieb zu umständlich. Als Draisaitl Reichel endlich den ersten Treffer auflegte, hatte die Slowakei durch Dalibor Dvorksy (31.) von den St. Louis Blues bereits zum vierten Mal getroffen. 

Hoffnungen auf eine Aufholjagd wurden nach nur einer Minute im Schlussdrittel zunichtegemacht. Mit seinem zweiten Treffer sorgte NHL-Stürmer Regenda (41.) für die endgültige Entscheidung. Ein weiterer Überzahltreffer von Berlins Tiffels neun Minuten später kam zu spät. Als Kreis Torhüter Philipp Grubauer für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis nahm, fiel sogleich das 2:6 durch Tomas Tatar (57.).

@ dpa.de

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