DEL kritisiert NHL scharf wegen Spielen in Düsseldorf
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 12:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Deutsche Eishockey Liga hat die geplanten NHL-Spiele in Deutschland scharf kritisiert.
Tripcke wirft NHL fehlende Abstimmung vor
DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke störte sich vor allem an der Ansetzung der Partien in Düsseldorf kurz vor Weihnachten. Er sagte, die NHL habe ihre Spiele isoliert und ohne Rücksprache mit den Clubs, der DEL oder dem Deutschen Eishockey-Bund angekündigt.
Nach seiner Darstellung treffe die Terminwahl 28 Profiklubs in Deutschland unmittelbar im laufenden Spielbetrieb.
Wirtschaftliche Folgen für die Vereine
Besonders betroffen sieht Tripcke die Düsseldorfer EG, deren Heimstätte für die NHL-Spiele genutzt wird. Dort entgingen dem Zweitligisten in einer traditionell stark besuchten Phase potenzielle Einnahmen aus Heimspielen.
Außerdem erwartet die DEL durch die parallelen Termine in DEL und DEL2 geringere Aufmerksamkeit im Fernsehen und in den Arenen.
NHL plant weitere Partien in Deutschland
Die NHL hat neben den Düsseldorfer Spielen auch weitere Begegnungen in Deutschland angekündigt. Für das kommende Jahr sind Partien mit den Edmonton Oilers in Köln und den Boston Bruins in München vorgesehen.
Tripcke bemängelte, dass es nach diesen Ankündigungen keinen weiteren Austausch gegeben habe. Die DEL-Saison beginnt am Donnerstag mit dem Spiel der Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers, das frei empfangbar bei MagentaSport übertragen wird.
Einordnung
Die Kritik der DEL zielt auf einen grundlegenden Konflikt zwischen internationaler Vermarktung und dem Spielbetrieb in den deutschen Profiligen. Wenn die NHL reguläre Partien in Düsseldorf, später auch in Köln und München ansetzt, geraten Terminplanung, Ticketnachfrage und mediale Aufmerksamkeit zwangsläufig in Konkurrenz zu DEL und DEL2. Besonders heikel ist das im Dezember, wenn Eishockey in Deutschland traditionell auf hohe Auslastung und starke Reichweiten setzt.
Für die deutschen Clubs geht es nicht nur um einzelne Spieltage, sondern um die Frage, wer die Wertschöpfung aus attraktiven Eishockey-Terminen abschöpft. Heimspiele in der Adventszeit sind für viele Vereine wirtschaftlich wichtig; gleichzeitig bindet die NHL mit ihren Stars ein Publikum, das sonst auch für nationale Spiele relevant wäre. Der Vorwurf der fehlenden Abstimmung verweist deshalb auf ein strukturelles Problem: Internationale Top-Ligen treten zunehmend direkt in Märkten auf, ohne deren Kalender und Interessen vollständig mitzudenken.
Für Fans ist das zunächst ein Signal für die wachsende Präsenz der NHL in Deutschland und für mehr Sichtbarkeit des Sports. Für die DEL bleibt zugleich das Risiko, dass kurzfristig Aufmerksamkeit und Einnahmen ins Ausland wandern, während der nationale Wettbewerb parallel weiterläuft. Entscheidend wird sein, ob aus den angekündigten Einzelspielen eine verlässliche Kooperation entsteht, die den deutschen Markt stärkt, statt ihn nur als Bühne zu nutzen.
