Energie, Straßenverkehr

Hubig will Spritpreis-Erhöhungen nur noch einmal täglich

10.03.2026 - 19:09:06 | dts-nachrichtenagentur.de

Wegen der stark gestiegenen Spritpreise hat sich Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dafür ausgesprochen, Erhöhungen nur noch einmal täglich zu erlauben.

Shell-Tankstelle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Shell-Tankstelle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Wenn an der Zapfsäule mehrfach pro Tag der Preis erhöht wird, dann riecht das förmlich nach Abzocke", sagte die Ministerin dem "Spiegel". "In Österreich ist so etwas bereits verboten. Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn wir uns daran ein Beispiel nehmen - und das Preisangabenrecht nachschärfen."

Millionen Pendler würden die hohen Preise in ihrem Geldbeutel spüren. Sie könne sehr gut verstehen, dass viele nach der Politik rufen. "Soziale Marktwirtschaft heißt auch: Die Politik muss sich dafür einsetzen, dass das Leben bezahlbar bleibt", sagte Hubig. "Und vor allem darf sie nicht tatenlos dabei zusehen, wenn Konzerne eine Krise für maximalen Profit ausnutzen."

Die Sozialdemokraten im Bundestag stellen sich hinter die Ministerin. "Die Möglichkeit, Preise zu erhöhen, sollte nur einmal am Tag möglich sein", findet der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Armand Zorn. "Aktuell ändern Tankstellen durchschnittlich 18 Mal am Tag ihre Preise. Da kann kein Verbraucher mehr durchblicken und die günstigste Tankstelle finden."

Ob sich der Koalitionspartner darauf einlässt, ist unklar. Auf Anfrage des "Spiegels" signalisiert die Unionsfraktion zumindest zaghafte Offenheit. Der verbraucherpolitische Sprecher der Fraktion, Sebastian Steineke (CDU), sprach sich für langfristige Lösungen aus, da das Spritpreisproblem nicht erst seit der Iran-Krise bestehe. Deshalb könne sich "ein Blick in andere Länder lohnen, zum Beispiel nach Österreich", so Steineke. "Es muss grundsätzlich alles in Betracht bezogen werden, was auch in Deutschland helfen könnte."

de | news | 68656355 |

Weitere Meldungen

Union lehnt Preisstopp für Deutschlandticket ab Die Union lehnt Forderungen der Länderverkehrsminister ab, wegen der Energiekrise den Preis des Deutschlandtickets vorerst bei 63 Euro einzufrieren.Fraktionsvize Stephan Stracke (CSU) sagte der "Rheinischen Post" für deren Freitagausgabe: "Im Gegensatz zum Deutschlandticket gibt es bei Benzin und Diesel keinen ganzjährigen Festpreis." Abgesehen davon seien viele Menschen auf das Auto angewiesen, vor allem im ländlichen Raum. (Politik, 30.04.2026 - 11:53) weiterlesen...

Bundeskartellamt stellt viele Verstöße gegen Tankstellenregel fest Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben eine hohe Zahl von Verstößen gegen die seit April geltende Regel festgestellt, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag, nämlich um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen."Viele scheinen mir Anfangsfehler technischer Art zu sein", sagte Behördenpräsident Andreas Mundt dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). (Wirtschaft, 30.04.2026 - 06:45) weiterlesen...

Umfrage: Mehrheit verändert Fahrverhalten trotz hoher Preise nicht Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa verändert nur ein Teil der Autofahrer in Deutschland ihr Mobilitätsverhalten wegen der hohen Spritpreise. (Sonstige, 29.04.2026 - 06:00) weiterlesen...

Fratzscher für autofreie Sonntage und Tempolimit wegen Energiekrise Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert angesichts der aktuellen Energiekrise autofreie Sonntage und ein Tempolimit.Fratzscher sagte dem Nachrichtenportal "T-Online", dass die weltweite Verknappung von Öl und Gas eine Reduzierung des Verbrauchs erfordere. (Wirtschaft, 26.04.2026 - 11:33) weiterlesen...

Mineralölverband verspricht Weitergabe von Steuersenkung Der Sprecher des Wirtschaftsverbands "Fuels und Energie", Alexander von Gersdorff, verspricht eine Weitergabe des Tankrabatts, dämpft aber gleichzeitig die Hoffnung auf günstigen Sprit. (Politik, 24.04.2026 - 20:21) weiterlesen...