Gewalt, Gesellschaft

Ministerium: Rechtsextremisten besitzen Tausende legale Waffen

16.01.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Rechtsextremisten, Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter verfügten zuletzt über mehr als 4.000 legale Waffen.

Sportwaffen (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Sportwaffen (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das ergibt sich aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagausgaben) berichten.

"Nach Kenntnis des Bundesamtes für Verfassungsschutz waren zum Stichtag 31. Dezember 2024 an erlaubnispflichtigen Schusswaffen im Nationalen Waffenregister 2.996 auf rechtsextremistische Personen, 932 auf `Reichsbürger` und `Selbstverwalter` sowie 124 auf Personen des Spektrums Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates registriert", heißt es in dem Ministeriumsschreiben. Neuere Daten lägen noch nicht vor.

Zum selben Zeitpunkt hätten 1.120 rechtsextremistische Personen, 357 "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" sowie 37 Personen des Spektrums Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates eine waffenrechtliche Erlaubnis besessen. Im Jahr davor sei eine solche Erlaubnis zahlreichen Menschen entzogen worden - beziehungsweise gaben sie diese freiwillig zurück: Das waren 157 Rechtsextremisten, 191 "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" sowie 12 Personen des Spektrums Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Marcel Emmerich, sprach von einem Skandal. "Wer unsere freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpft, darf keine Waffen besitzen. Verfassungsfeinde müssen konsequent entwaffnet werden", sagte er den Zeitungen. "Es ist ein Skandal, dass Rechtsextremisten und Reichsbürger weiterhin über 4.000 Schusswaffen besitzen."

Dieses Waffenarsenal stelle eine enorme Gefahr für den Rechtsstaat dar. "Seit Jahren sinken die Zahlen nicht, und seit Jahren fordern Länder und Waffenbehörden Reformen, damit Entwaffnung schneller und konsequenter erfolgen kann", sagte er. Doch das Bundesinnenministerium lege die Hände in den Schoß.

de | news | 68490186 |

Weitere Meldungen

SPD drängt auf mehr Schutz für Juden Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, fordert mehr Schutz jüdischen Lebens in Deutschland."Wenn sich ein Großteil der Juden aus Angst aus dem öffentlichen Raum zurückzieht und gar auf das offene Tragen von Kippa oder Davidstern verzichtet, dann ist das eine dramatische Entwicklung, die uns als Alarmzeichen gelten muss", sagte Fiedler der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).Man müsse alles dafür tun, damit die Gesellschaft offen und tolerant bleibe. (Politik, 01.05.2026 - 16:28) weiterlesen...

Grüne rufen zur Bekämpfung von Antisemitismus auf Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz fordert mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Antisemitismus."Es ist absolut inakzeptabel und ekelhaft, dass es immer mehr Angriffe und Hass gegen jüdische Menschen und jüdisches Leben in Deutschland gibt", sagte er der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) mit Blick auf eine aktuelle Umfrage des Zentralrats der Juden, wonach mehr als zwei Drittel der jüdischen Gemeinden Deutschland seit dem Angriff der Hamas auf Israel als unsicherer wahrnehmen.Die deutsche Gesellschaft habe die Pflicht, den Judenhass in unserem Land überall und jederzeit mit allen rechtsstaatlichen Mitteln unnachgiebig zu bekämpfen, so von Notz. (Politik, 01.05.2026 - 15:57) weiterlesen...

Trump war bei Anschlag angeblich nicht beunruhigt US-Präsident Donald Trump hat sich nach dem Anschlag auf das Gala-Dinner, an dem er, mehrere Mitglieder der US-Regierung und über tausend Journalisten teilgenommen hatten, abgeklärt gegeben. (Ausland, 27.04.2026 - 10:25) weiterlesen...